KI-Offensive gestoppt

Microsoft baut Copilot-Präsenz in Windows 11 ab

Copilot
Bildquelle: Nwz/Shutterstock.com

Nach wachsender Kritik an der KI-Offensive überarbeitet Microsoft seine Strategie für WIndows 11. Mehrere Apps verlieren ihre Copilot-Anbindung.

Die KI-Begeisterung in Redmond bekommt einen Dämpfer, und zwar einen selbst verordneten. Microsoft hat angekündigt, die Copilot-Integration in Windows 11 spürbar zurückzufahren. In einem Blogbeitrag erklärte Pavan Davuluri, bei Microsoft verantwortlich für den Bereich Windows und Devices, dass der KI-Assistent künftig nur noch dort auftauchen soll, wo Nutzer tatsächlich einen Mehrwert davon haben.

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Fotos, Notepad und Co. verlieren KI-Anbindung

Betroffen sind zunächst die Foto-App, die Widgets, Notepad sowie das Snipping Tool. In all diesen Anwendungen will Microsoft die Verknüpfung mit Copilot reduzieren. Davuluri sprach davon, dass man bei der Platzierung von KI-Funktionen künftig gezielter vorgehen wolle, statt den Assistenten in möglichst viele Ecken des Betriebssystems zu drücken.

Hinter dem Strategiewechsel steht ein Stimmungswandel bei den Anwendern. Viele Menschen empfinden die allgegenwärtige KI-Integration nicht als Fortschritt, sondern als Belastung.

Schon mehrfach zurückgerudert

Der aktuelle Rückbau reiht sich in eine Serie ähnlicher Entscheidungen ein. Windows Central hatte bereits Anfang des Monats berichtet, dass Microsoft verschiedene geplante Copilot-Features für Systemkomponenten wie die Einstellungen und den Datei-Explorer ohne großes Aufsehen gestrichen habe.

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Auch das viel diskutierte Recall-Feature für Copilot+-PCs sorgte für Probleme. Die Funktion, die als eine Art KI-Gedächtnis für den PC konzipiert ist, wurde wegen Datenschutzbedenken über ein Jahr lang nicht ausgeliefert. Nach dem verspäteten Start im vergangenen April tauchen bis heute immer wieder Sicherheitslücken auf.

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Weitere Verbesserungen angekündigt

Der Copilot-Rückbau ist nur ein Teil eines größeren Maßnahmenpakets. Davuluri erklärte, sein Team habe in den vergangenen Monaten intensiv Rückmeldungen aus der Community ausgewertet. Zu den weiteren Neuerungen gehört unter anderem die Möglichkeit, die Taskleiste am oberen oder seitlichen Bildschirmrand zu platzieren. Auch beim Datei-Explorer verspricht Microsoft Tempogewinne. Hinzu kommen Verbesserungen bei den Widgets, ein überarbeiteter Feedback Hub, mehr Kontrolle über Systemupdates und eine vereinfachte Navigation im Windows Insider Program.

Dass ausgerechnet Microsoft, das in den vergangenen zwei Jahren massiv auf KI gesetzt hat, nun einen Gang zurückschaltet, ist bemerkenswert. Es zeigt, dass selbst der größte Softwarekonzern der Welt nicht an den Wünschen seiner Nutzer vorbei entwickeln kann, ohne irgendwann die Quittung dafür zu bekommen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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