Vom Erfahrungsstand abhängig

80 Prozent der Entwickler empfinden KI-Coding als Abhängigkeit statt als Hilfe

Vier von fünf befragten Softwareentwicklern beschreiben ihre eigene Nutzung von KI-Programmierwerkzeugen eher als Abhängigkeit denn als echten Vorteil.

Die Umfrage Coddy Developer Survey bewertete dabei getrennt, wie hilfreich und wie suchtartig sich die Nutzung des KI-Coding für die Befragten jeweils anfühlte, wobei bei 80 Prozent der Teilnehmenden der zweite Wert höher ausfiel als der erste.

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Die Ergebnisse reihen sich in eine Reihe teils widersprüchlicher Untersuchungen zum tatsächlichen Effekt von KI-Programmierwerkzeugen ein. Eine Studie der Organisation Model Evaluation and Threat Research, kurz METR, hatte im Frühjahr 2026 festgestellt, dass erfahrene Entwickler bei der Bearbeitung realer Aufgaben in ihren eigenen, vertrauten Code-Repositories mit KI-Unterstützung im Schnitt 19 Prozent länger benötigten als ohne, während dieselben Entwickler selbst nach Abschluss der Aufgaben weiterhin von einer spürbaren Produktivitätssteigerung durch die KI-Werkzeuge ausgingen. Kritiker merkten dabei an, dass sich die getesteten KI-Werkzeuge seit dem Erhebungszeitraum im Februar 2026 weiterentwickelt hätten und sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres verallgemeinern ließen.

Andere Untersuchungen kommen dagegen zu positiveren Einschätzungen der reinen Codequalität: Eine Studie von GitHub mit 202 Python-Entwicklern ließ jeweils rund die Hälfte der Teilnehmenden mit und ohne den KI-Assistenten Copilot programmieren und ihre Ergebnisse anschließend von unabhängigen, gegenüber der Nutzung von KI nicht informierten Entwicklern bewerten. Dabei schnitt der mithilfe von Copilot entstandene Code bei Lesbarkeit, Zuverlässigkeit, Wartbarkeit und Prägnanz im Schnitt besser ab als der ohne KI-Unterstützung geschriebene Code.

KI-Coding: Ergebnis hängt offenbar stark vom Erfahrungsstand ab

In den öffentlichen Reaktionen auf die aktuelle Umfrage berichteten mehrere Entwickler übereinstimmend, dass sich der wahrgenommene Nutzen von KI-Werkzeugen stark nach eigenem Erfahrungsstand sowie nach konkretem Einsatzzweck unterscheide. Häufig genannte, tatsächlich als hilfreich empfundene Anwendungsfälle waren etwa das schnelle Nachschlagen unbekannter Syntax, das Verstehen schlecht dokumentierter Programmierschnittstellen oder das Schreiben einfacher Hilfsskripte, während komplexere architektonische Entscheidungen nach Einschätzung erfahrener Entwickler weiterhin eigenständiges Verständnis und Kontrolle erfordern. Übereinstimmend betonten mehrere Rückmeldungen zudem, dass sich generierter Code grundsätzlich weiterhin selbst lesen und verstehen lasse müsse, unabhängig davon, ob er tatsächlich als hilfreich oder eher als bequeme Abkürzung empfunden werde.

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(red)

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