Eine Veröffentlichung des Verfassungsschutzes zeigt, wie hybride Angriffe ablaufen und welche Rolle Fake News spielen.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat eine Handreichung veröffentlicht, die Laien zur Erkennung und Abwehr hybrider Bedrohungen befähigen soll. In dem Beitrag erklärt die Sicherheitsbehörde, anhand von Beispielen, wie ausländische Geheimdienste über Bots, Fake-Accounts oder Influencer falsche Informationen verbreiten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. «Auch vor der Bundestagswahl 2025 konnte man beobachten, wie sich Fake News gezielt verbreiten», heißt es in dem Beitrag.
Unter hybrider Kriegsführung wird eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden, mit der auch die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Auch staatlich gelenkte Cyberattacken zählen dazu.
Low-Level-Agenten kennen ihre Auftraggeber manchmal gar nicht
Der Verfassungsschutz listet als typische Instrumente hybrider Bedrohung Spionageaktivitäten, Cyberangriffe, Sabotageakte, Informationsmanipulation, politische Einflussnahme und wirtschaftlichen Druck durch das Ausnutzen von Abhängigkeiten auf. Amateuragenten würden angeworben für öffentlichkeitswirksame Aktionen, Spionage und Sabotage. Eine offene Schuldzuweisung oder Konfrontation werde vermieden, da die Beteiligung eines fremden Staates offiziell abgestritten werden könne.
Auf das Konto von Low-Level-Agenten gehe vermutlich ein Sabotageakt gegen eine wichtige Bahnstrecke in Polen im November 2025. Die polnischen Behörden machten russische Geheimdienste für den Angriff verantwortlich, durch den Gleise einer Hauptroute für Militärtransporte und Hilfslieferungen in die Ukraine zerstört worden seien.
Russlands hybride Angriffe haben stark zugenommen
Verschiedene Staaten setzten hybride Mittel gegen Deutschland ein – seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 sei insbesondere durch Russland eine deutliche Intensivierung entsprechender Aktivitäten zu beobachten – sowohl im Umfang als auch in Bezug auf die Professionalität.
Wichtig für die Abwehr hybrider Bedrohung sind aus Sicht des BfV Prävention und Aufklärung, eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, eine Stärkung der Medienkompetenz und der Ausbau technischer IT-Sicherheitsmaßnahmen.
dpa