Virtualisierungsinfrastruktur

Foxconn wechselt in Teilen von VMware zu Arcfra

Foxconn
Bildquelle: hoto Nature Travel / Shutterstock.com

Foxconn nutzt künftig die Hyperconverged-Plattform des singapurischen Anbieters Arcfra, unter anderem für GPU-Virtualisierung und KI-Workloads in Fabriken.

Der taiwanische Elektronikfertiger, einer der größten Auftragsfertiger der Welt, hat einen Teil seiner Virtualisierungsinfrastruktur von VMware auf die Lösung des noch jungen Anbieters Arcfra umgestellt. Zum Einsatz kommt die Technik unter anderem bei GPU-Virtualisierung für KI-Anwendungen sowie in IT-Systemen dezentraler Werksstandorte.

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Arcfra ist erst 2024 an den Start gegangen. Bereits 2025 nahm das Marktforschungsunternehmen Gartner das Unternehmen in seinen Market Guide für Full-Stack-HCI-Software auf, eine Übersicht relevanter Anbieter im Bereich hyperkonvergenter Infrastruktur. Vor kurzem stellte Arcfra außerdem eine neue Version seiner Model-as-a-Service-Plattform namens Neutree vor, die nun auch native GPU-Virtualisierung sowie Werkzeuge zur Steuerung und Beobachtung von KI-Modellen umfasst.

Nach Angaben von Arcfra setzt Foxconn genau diese Plattform ein, um seine über mehrere Standorte verteilte Infrastruktur zu modernisieren. Ziel sei es, die Bereitstellung und Verwaltung von KI-Modellen über unterschiedliche Umgebungen hinweg einheitlicher und transparenter zu gestalten, als Grundlage für weitere KI- und Automatisierungsprojekte in der Produktion.

VMware an seine Grenzen gestoßen

Zum Hintergrund des Wechsels äußerte sich Arcfra in einer eigenen Fallstudie. Demnach hätten Foxconns internationale Niederlassungen bislang auf eine klassische VMware-Umgebung gesetzt. Mit wachsender globaler Verteilung sei diese jedoch immer aufwendiger in der Verwaltung geworden. Die Skalierung über viele Standorte hinweg habe zu hohen Kosten beim Aufbau und einem spürbar gestiegenen Betriebsaufwand geführt.

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Die herkömmliche VMware-Virtualisierung führte zu hohen Einrichtungskosten und einem erheblichen Anstieg des Aufwands für Betrieb und Wartung (O&M)

Arcfra


Mittlerweile läuft Arcfra laut Unternehmensangaben in Foxconn-Werken in Festlandchina, Taiwan, Vietnam und Nordamerika. Dort übernimmt die Plattform unter anderem unternehmenskritische Systeme wie das Intranet, die Fertigungssteuerung, ERP-Software und die Produktionslinienverwaltung. Auch Entwicklungs- und Testumgebungen sowie virtuelle Desktop-Infrastrukturen sollen inzwischen darüber betrieben werden. Die bisherige Architektur aus VMware-Virtualisierung und SAN-Speicher sei damit vollständig ersetzt worden.

Eine eigene Stellungnahme von Foxconn zu den Beweggründen des Wechsels liegt bislang nicht vor.

Der Fall Foxconn passt jedenfalls zu einer Reihe ähnlicher Vorgänge. Seit VMware-Eigentümer Broadcom seine Vertriebsstrategie stärker auf große Bestandskunden ausgerichtet hat, haben mehrere namhafte Unternehmen die Plattform verlassen, darunter unter anderem der Handelskonzern Tesco.

(red)

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