Laut einer Studie von Kaspersky und VDC Strategy wollen 60 Prozent der befragten Fertigungsunternehmen innerhalb von zwei Jahren vollständig digitalisiert sein.
Aktuell trifft das erst auf 9 Prozent zu. Mit der Digitalisierung werden Produktionsanlagen zunehmend über Plattformen wie MES, SCADA und Historian-Systeme vernetzt und damit zu cyberphysischen Systemen. Fast 60 Prozent der Befragten rechnen bei einem einzelnen Cybervorfall mit Schäden von mehr als einer Million US-Dollar. Produktionsunterbrechungen dauern der Studie zufolge im Schnitt 15,3 Stunden. Als größte Kostentreiber gelten dabei nicht die forensische Untersuchung, sondern verpasste Lieferverpflichtungen und Vertragsstrafen.
Zuständigkeiten zwischen IT und Produktion oft ungeklärt
Bei 59 Prozent der Unternehmen verwaltet die IT-Abteilung die Sicherheitsrichtlinien, ohne die konkreten Anforderungen der Produktion ausreichend zu berücksichtigen. 44 Prozent nennen die Verwaltung zahlreicher Sicherheitstools als Herausforderung, 38 Prozent Schwierigkeiten beim Einspielen von Patches in OT-Umgebungen. Andrey Strelkov, Head of Industrial Cybersecurity Product Line bei Kaspersky, erklärte dazu:
„Mit der zunehmenden Vernetzung von Fertigungsumgebungen geht es bei Cybersicherheit nicht mehr allein darum, zusätzliche Schutzmechanismen einzuführen, sondern die Verfügbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Integrität von Produktionsprozessen sicherzustellen.“
Andrey Strelkov, Head of Industrial Cybersecurity Product Line bei Kaspersky
Empfehlungen für Fertigungsunternehmen
Kaspersky rät Fertigungsunternehmen zu regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen der OT-Systeme, einer kontinuierlichen Bewertung und Priorisierung von Schwachstellen, zeitnahen Updates kritischer Komponenten sowie zum Einsatz von EDR-Lösungen. Zudem sollten IT- und OT-Mitarbeiter gezielt in OT-Sicherheit geschult werden.
(Kaspersky/red)