Experte fordert mehr Datenschutz im Metaverse

Der Datensicherheitsexperte Detlef Schmuck, Geschäftsführer des Hamburger Datendienstleisters TeamDrive GmbH und Co-Autor des neu erschienenen Buches „Metaverse“ (ISBN 978-3-947818-87-7), fordert „mehr Datenschutz im Metaverse“.

Nachdem sich das größte soziale Netzwerk der Welt Facebook 2021 in Meta umbenannt hat, ist das Metaverse in aller Munde. „Dabei wird über Avatare in dreidimensionalen Welten, neue Geschäftsmodelle und einen aufkommenden Milliardenmarkt diskutiert, aber niemand spricht über Datenschutz oder Datensicherheit“, hat Detlef Schmuck festgestellt. Er warnt: „Wir können den Schutz unserer Privatsphäre in der nächsten Entwicklungsstufe des Internet doch nicht ausgerechnet Mark Zuckerberg überlassen, der hinlänglich gezeigt hat, dass Datenschutz für ihn keine Priorität besitzt.“

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Detlef Schmuck erläutert die Hintergründe: „Das Internet wurde aus militärischen Wurzeln heraus von Tech-Nerds entwickelt, bevor es die US-amerikanischen Digitalkonzerne übernommen haben. Keine dieser drei Gruppen hat ein nennenswertes Interesse am Datenschutz. Jetzt, wo sich das Internet weiterentwickelt, ist es höchste Zeit, wenigstens im Metaverse den Schutz der individuellen Privatsphäre vor staatlichen, wirtschaftlichen und technischen Zugriffen zu verankern.“

Meta/Facebook hat in Aussicht gestellt, bis 2024 mehr als eine Milliarde Nutzer auf seine Metaverse-Plattform Horizon herüberzuziehen. Analysten prognostizieren dem Metaverse bis dahin einen Marktwert von über 700 Milliarden Euro. OpenSea, der weltweit größte Marktplatz für Non-Fungible Tokens (NFT), die als Schlüsseltechnologie für die Wertschöpfung im Metaverse gelten, hat 2021 die Marke von zehn Milliarden Dollar beim Transaktionsvolumen geknackt. „Angesichts dieser Zahlen benötigen wir im Metaverse einen Personenschutz weit über die Datenschutz-Grundverordnung hinaus“, argumentiert Detlef Schmuck. Er konkretisiert seine Forderungen nach dem Schutz der Privatsphäre wie folgt: „Wir brauchen eine lückenlose Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Das bedeutet, dass die Plattformbetreiber keine Schlüssel zu Nutzerdaten besitzen dürfen, damit sie die Persönlichkeitsprofile ihrer Kunden weder für Werbezwecke verkaufen noch den US-Behörden zuspielen können.“

www.teamdrive.com
 

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