Investitionsbedarf in KI höher als Schutz vor Hackern

Deutschlands eigenwilliger Weg zur KI: Budget vorhanden, Fortschritt blockiert?

Ki-Wettkampf

Investitions-Boom bei KI und Daten: Deutsche Firmen geben Gas, doch Technik-Hürden bremsen den Erfolg. Warum das Budget nicht das Problem ist.

Während die europäische Wirtschaft vor großen Herausforderungen steht, schalten deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung einen Gang höher. Eine neue Mehrländerstudie des IT-Dienstleisters Var Group zeigt: Das Geld sitzt locker, doch der Weg in die digitale Zukunft gleicht eher einem Hindernislauf als einem Sprint. Besonders spannend ist dabei der Vergleich zu unseren südlichen Nachbarn Italien und Spanien.

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Investitions-Rausch: Fast niemand spart an der IT

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 85 Prozent der deutschen Unternehmen planen, ihre Budgets für die digitale Transformation aufzustocken. Nur magere 5 Prozent ziehen den Stecker und kürzen die Mittel. In einer Zeit, in der Effizienz und Kostensenkung (57 Prozent) ganz oben auf der Agenda stehen, scheint die Erkenntnis gereift zu sein, dass man sich aus einer Krise nur heraus-digitalisieren kann. Nahezu 100 Prozent der Entscheider sind überzeugt: Wer die richtige Strategie verschläft, verliert den Anschluss im globalen Wettbewerb.

Strategie-Check: Datenliebe gegen Kundennähe

Interessant ist, wie unterschiedlich die Schwerpunkte in Europa gesetzt werden. Während man in Italien und Spanien den Fokus darauf legt, wie sich der Kunde online fühlt (Customer Experience), regiert in Deutschland der Glaube an die nackte Zahl.

FokusgebietDeutschlandItalienSpanien
Data Science & Analyse60 %38 %39 %
Aktueller Fokus Cybersicherheit63 %60 %61 %
Zukünftiger Fokus auf KI-Agenten58 %45 %51 %

In Deutschland vertraut man offenbar lieber der Statistik als dem Bauchgefühl. Mit 60 Prozent setzt die Bundesrepublik massiv auf Data Science. Das ist ein Wert, der deutlich über dem der südlichen Partner liegt.

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KI verdrängt Cybersicherheit

Bisher war Cybersicherheit das unangefochtene Top-Thema. Doch für die nahe Zukunft zeichnet sich ein Wachwechsel ab. 58 Prozent der deutschen Unternehmen sehen den größten Investitionsbedarf bei der Künstlichen Intelligenz und autonomen KI-Agenten. Damit rückt die Abwehr von Hackern (54 Prozent) auf den zweiten Platz der Prioritätenliste. Es scheint, als wolle man die KI nicht mehr nur beobachten, sondern sie aktiv als neuen „digitalen Mitarbeiter“ ins Team holen.

Das Paradoxon: Warum es trotz Geld nicht läuft

Hier kommt die eigentliche Überraschung der Studie: Am Geld liegt es nicht. Nur 22 Prozent der deutschen Unternehmen geben Budgetbeschränkungen als Hürde an. Wenn also die Kassen voll sind, warum hinkt die Umsetzung oft hinterher?

Drei Faktoren bremsen den deutschen Tatendrang massiv aus:

  1. Integration (53 %): Die neuen, glänzenden KI-Lösungen lassen sich nur schwer mit den teils veralteten Bestandssystemen verheiraten.
  2. Fachkräftemangel (52 %): Es gibt schlicht nicht genug Experten, die diese komplexen Systeme bedienen können.
  3. Sicherheitsbedenken (52 %): Die Angst vor Datenverlust oder Fehlern durch KI bleibt ein ständiger Begleiter.

Der Trend zum Spezialisten

Wer soll das alles umsetzen? Deutsche Unternehmen haben hier eine klare Meinung. 67 Prozent bevorzugen spezialisierte IT-Dienstleister, die eine Technologie perfekt beherrschen, anstatt auf Generalisten zu setzen, die „ein bisschen von allem“ anbieten. Neben der Produktqualität ist Innovation (49 Prozent) das wichtigste Auswahlkriterium. Man ist also bereit für Neues – solange es perfekt in die Datenstrategie passt.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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