54 Prozent wollen sie nutzen

d-you: Digitale Brieftasche startet zum 2. Januar

d-you
Bildquelle: BMDS

Die deutsche EUDI-Wallet heißt „d-you“ und startet am 2. Januar 2027. Bitkom sieht darin einen möglichen Schub für die Digitalisierung.

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat am 9. September 2026 in Berlin den Namen für die deutsche Version der europäischen EUDI-Wallet vorgestellt: Die staatliche digitale Brieftasche heißt künftig „d-you“. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) präsentierte gemeinsam mit Namen und Logo auch das geplante Startdatum: Der 2. Januar 2027. Über die App sollen Bürgerinnen und Bürger künftig Personalausweis, Führerschein und weitere amtliche Nachweise gebündelt auf dem Smartphone speichern und EU-weit einsetzen können. Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos.

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Nach Angaben des Ministeriums steht das „d“ im Namen für „digital“ und „Deutschland“, während „you“ die Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt stellen soll; der Name soll zugleich international klingen und auf den europäischen Kontext verweisen, in dem die Wallet eingebettet ist. Zum Start sollen laut unabhängigen Berichten rund 40 Partner aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft mit eigenen Anwendungen bereitstehen, darunter unter anderem die Deutsche Post, mehrere Banken und Behörden. Der Funktionsumfang soll zunächst auf Basisfunktionen beschränkt sein und schrittweise erweitert werden. Grundlage ist die überarbeitete eIDAS-Verordnung der EU, die alle Mitgliedstaaten verpflichtet, ihren Bürgern bis Ende 2026 mindestens eine kompatible digitale Identitäts-Wallet anzubieten.

Wallet soll zum alltäglichen Standard werden

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst begrüßte die Namensvorstellung.

„Mit d-you hat künftig jeder eine digitale Brieftasche auf seinem Smartphone. Erstmals lassen sich Ausweis, Führerschein und andere Dokumente in einer App bündeln – und EU-weit einsetzen.“

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Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

Wintergerst betonte, der Erfolg der Wallet hänge davon ab, dass sie zum alltäglichen Standard werde, vergleichbar mit dem elektronischen Bezahlen. Dafür brauche es in den kommenden vier Monaten vor allem Anwendungsfälle mit echtem Mehrwert – nicht nur im Kontakt mit Ämtern und Behörden. Laut Bitkom haben bereits 170 Unternehmen in einem gemeinsam mit dem Bundesdigitalministerium initiierten Memorandum of Understanding zugesagt, die Technik künftig in eigenen Angeboten zu nutzen.

54 Prozent wollen digitale Brieftasche nutzen

Bitkom verweist zudem auf eigene Umfragen: Im Frühjahr hätten 54 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger angegeben, die digitale Brieftasche ab Januar nutzen zu wollen. Unter Unternehmen ab 20 Beschäftigten hätten sich Ende vergangenen Jahres 82 Prozent zum Einsatz der Wallet bereit erklärt, 13 Prozent hätten sich mit dem Thema noch nicht befasst und 2 Prozent kein Interesse gezeigt.

(red/Bitkom)

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