Computersabotage am Arbeitsplatz: Prozess gegen 53-Jährigen

Update 18.05.2021, 14:31

Ein IT-Spezialist, der sich im Streit mit einem ehemaligen Geschäftspartner unerlaubt Daten einer Firma verschafft hatte, ist zu einer Geldstrafe von 16 000 Euro verurteilt worden.

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Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 53-Jährigen am Dienstag des Ausspähens von Daten sowie des Verrats von Betriebsgeheimnissen schuldig. Er habe sich Daten einer GmbH verschafft, um eigene Rechte einzufordern, begründete das Gericht. 

Die Anklage gegen den Mann war zunächst auch von einer mutmaßlichen Computersabotage mit einem Schaden für die Firma von 725 000 Euro ausgegangen. Dieser Vorwurf wurde nach mehrstündigen Verhandlung mit Zustimmung aller Prozessbeteiligten eingestellt. 

Der IT-Spezialist hatte erklärt, er habe für die Firma eines Bekannten eine Software entwickelt und sei dann Gesellschafter der GmbH geworden. Er sei mit zehn Prozent beteiligt gewesen. Jahrelang habe er sich als Systemadministrator um den IT-Support gekümmert, «die ersten vier Jahre bis 2010 ohne Honorar». Ungefähr 2017 sei es zu einem Zerwürfnis mit dem Firmengründer gekommen. Hintergrund sei unter anderem ein inzwischen zivilrechtlich geführter Streit um die Urheberrechte für die Software.

Der Softwareentwickler gab zu, dass er sich von Januar 2018 bis April 2019 wiederholt in die über ein Passwort geschützte Dropbox der GmbH eingeloggt hatte. Laut Anklage hatte er sich rund 5500 Dateien auf eigene Datenträger heruntergeladen und sich so Zugriff auf vertrauliche Daten verschafft, darunter Dokumente zu Investorenverhandlungen, Steuerprüfung oder Lohnabrechnungen. Er habe eigene Rechte wahren wollen, so der Angeklagte. Ihn sei nicht bewusst gewesen, wie weit er gehen durfte, sagte er. 

Das Gericht verhängte 80 Tagessätzen zu je 200 Euro (16 000 Euro). Dem Urteil war eine sogenannte Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung vorausgegangen. 

dpa

 

 

18.05.2021, 3:30

Ein IT-Spezialist, dem Computersabotage mit einem Schaden von 725 000 Euro vorgeworfen wird, kommt ab Dienstag (9.30 Uhr) vor das Amtsgericht Berlin-Tiergarten.

Der 53-Jährige soll seine Zugriffsmöglichkeiten als Systemadministrator ausgenutzt und bei seinem damaligen Arbeitgeber Daten so verändert haben, dass die Arbeitsabläufe des Unternehmens mehrere Tage gestört gewesen seien. Nicht nutzbar seien unter anderem das Call Center, das Intranet und das Internet gewesen. Hintergrund der mutmaßlichen Sabotage könnten laut Staatsanwaltschaft zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen dem Angeklagten und seinem damaligen Arbeitgeber gewesen seien. 

dpa

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