Agent soll eigenständig weiterarbeiten

OpenAI testet dauerhaft aktiven Modus für Programmierassistent Codex

Codex
Image source: Nwz/Shutterstock.com

OpenAI arbeitet laut einem Bericht von Wired an einem neuen „Persistent Mode“ für seinen Programmierassistenten Codex.

Der Modus würde Agenten so lange eigenständig weiterarbeiten lassen, bis ein Nutzer ihn ausdrücklich in einen Ruhezustand versetzt. Hinweise auf die Funktion fanden sich im öffentlich einsehbaren Quellcode des Produkts, eine offizielle Ankündigung oder Veröffentlichung gibt es bislang nicht.

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Der Persistent Mode taucht im sogenannten Reasoning-Effort-Menü von Codex auf, über das Nutzer bislang festlegen, wie viel Rechenleistung, Tokens und Zeit ein Modell vor der eigentlichen Antwort zum Nachdenken erhalten soll, und gilt Berichten zufolge als eine der rechenintensivsten verfügbaren Einstellungen. Im Quellcode heißt es zum aktivierten Persistent Mode sinngemäß, Codex werde so lange weiterarbeiten, bis es explizit schlafen gelegt werde, ein deutlicher Unterschied zu bisherigen Modi, die eine Aufgabe nach wenigen Minuten oder Stunden automatisch abbrechen, selbst wenn sie noch nicht abgeschlossen ist.

Eine weitere im Quellcode gefundene Funktion namens „Proactivity“ ergänzt den Persistent Mode um eine Art zusätzliche Systemanweisung: Dem Agenten wird darin vermittelt, seine Arbeit sei nach Beantwortung der ursprünglichen Nutzeranfrage nicht automatisch beendet, stattdessen solle er eigenständig sinnvolle Folgeaufgaben für sich selbst entwickeln. Der Agent kann dabei über einzelne Sitzungen hinweg an diesen Aufgaben weiterarbeiten und frühere Interaktionen sowie sein Wissen über den jeweiligen Nutzer heranziehen, um zu entscheiden, womit er sich als Nächstes beschäftigt. Zudem verfügt er über ein Werkzeug, um Nutzer auch unaufgefordert zu kontaktieren, wird im Quellcode jedoch ausdrücklich angewiesen, davon nur sparsam Gebrauch zu machen.

Codex: Eingebaute Grenzen sollen Risiken begrenzen

Laut den im Quellcode gefundenen Anweisungen erweitert der Persistent Mode ausdrücklich nicht die grundsätzlichen Befugnisse des Agenten: Jede Änderung außerhalb des eigenen Systems des Nutzers erfordert demnach weiterhin dessen vorherige Zustimmung, offenbar um zu begrenzen, wie riskant ein dauerhaft aktiver KI-Agent werden könnte. Die entsprechende Datei liegt zudem im gemeinsam genutzten Kernbereich von Codex statt im spezifischen Code für das Terminal-Werkzeug, was laut Wired darauf hindeutet, dass die Proactivity-Funktion über die reine Kommandozeilenanwendung hinaus eingesetzt werden könnte.

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Auch das Fachmagazin Gizmodo bestätigte unabhängig die Existenz entsprechender Hinweise im Codex-Quellcode und ergänzte, die im Reasoning-Effort-Menü wählbare Rechenleistungsbegrenzung diene vermutlich auch dazu, einen unkontrolliert hohen Tokenverbrauch etwa über Nacht zu vermeiden. Nach eigenen Angaben von Gizmodo reagierte OpenAI auf eine Anfrage zum entdeckten Persistent Mode bis zur Veröffentlichung nicht.

(red)

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