Anzeige

Google

Bild: archintamb / Shutterstock.com

Mehr als ein Jahrzehnt stritten Google und Oracle über die Verwendung von rund 11 000 Zeilen Software-Code im Smartphone-System Android. Vor dem Obersten US-Gericht trug nun der Internet-Konzern den Sieg davon. In dem Fall ging es um mehr als nur Milliarden Dollar.

In einem wegweisenden Urteil für die Software-Branche hat das Oberste Gericht der USA einen Urheberrechtsstreit um das Smartphone-System Android zu Gunsten von Google entschieden. Der Ausgang des jahrelangen Streits könnte es für Programmierer einfacher machen, bestehende Software-Schnittstellen wiederzuverwenden. Der Software-Konzern Oracle, der von Google rund neun Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen forderte, geht damit leer aus.

Google hatte für Android etwas mehr als 11 000 Zeilen Software-Code der Programmiersprache Java verwendet. Es handelte sich dabei um Schnittstellen, die zur Ausführung bestimmter Funktionen dienen. Dank dieser Schnittstellen müssen Programmierer dafür nicht jedes Mal neuen Software-Code schreiben.

Oracle, das Java 2010 mit der Übernahme von Sun Microsystems gekauft hatte, hatte Google noch im selben Jahr verklagt. Der zuständige Richter entschied zunächst, dass die Java-Schnittstellen grundsätzlich nicht urheberrechtlich schützbar gewesen seien. In Berufungsverfahren wurde dieses Urteil jedoch gekippt.

Die Richter des Supreme Courts entschieden am Montag mit sechs zu zwei Stimmen, dass Google keine Urheberrechtsverletzung begangen habe. Die Verwendung der Schnittstellen sei als «fair use» (faire beziehungsweise angemessene Nutzung) rechtens gewesen, lautete ihr Urteil. Google habe nur das Nötige kopiert, damit Entwickler in einer neuen Computer-Umgebung arbeiten konnten, ohne auf Elemente bekannter Programmiersprachen verzichten zu müssen, argumentierte der Supreme Court. Stellte man hier eine Urheberrechtverletzung fest, würde dies die Kreativität künftiger Programme einschränken.

Die zwei Gegenstimmen kamen von den als sehr konservativ bekannten Richtern Clarence Thomas und Samuel Alito. Thomas kritisierte, dass Urteil widerspreche der Maßgabe, dass Software-Code schützbar ist. Die Richterin Amy Coney Barrett, die erst im vergangenen Herbst in den Supreme Court berufen wurde, enthielt sich. Das Oberste Gericht hatte sich des Falls bereits 2019 angenommen.

Google-Manager Kent Walker begrüßte die Entscheidung als einen «großen Sieg» für Innovationen und die Kompatibilität von Computer-Systemen. Oracle kritisierte in einer Stellungnahme nach dem Urteil, die Marktmacht von Google sei nun noch größer geworden.

dpa


Weitere Artikel

Chatbot

Virtuelle Assistenten innerhalb von 72 Stunden einsatzbereit

USU unterstützt Unternehmen künftig durch eine sofort einsetzbare Lösung: Mit dem neuen Quickstart-Angebot profitieren Kunden durch den wirtschaftlichen Produktiv-Einsatz von Chatbots bereits nach 72 Stunden von den Vorteilen intelligenter virtueller…
Verständnis

Bitkom zum Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher

Heute hat der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen sein Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vorgestellt.
Fußabdruck

Frühjahrsputz: Den digitalen Fußabdruck verkleinern

Der Alltag wird immer digitaler, das Internet ist ein fester Bestandteil des Lebens. Menschen hinterlassen dabei viele digitale Fußabdrücke.
Cyber Security

Secure Code – Risiken erkennen, lokalisieren, beheben

Die Potenziale der fortschreitenden Digitalisierung werden parallel durch ein zunehmendes Ausmaß an Schäden aufgrund von Cyberkriminalität bedroht.

Apple Event "Spring Loaded" - was erwartet uns?

Apple stellt neue Produkte wegen der Corona-Pandemie wieder nur bei einem Online-Event vor. Erwartet wird nach Medienberichten am Dienstag (ab 19.00 Uhr MESZ) vor allem ein neues Modell des Tablet-Computers iPad Pro.
Justitia

Das neue Telekommunikationsgesetz wird zur Ausbaubremse

Der Bundestag will in dieser Woche die Novelle des Telekommunikationsgesetztes (TKG) beschließen. Zum aktuellen Gesetzesvorschlag erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.