Anzeige

Glühbirne

Forscher der University of Texas at Austin (UT) haben die bislang kleinste Speichereinheit der Welt entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Memristor - ein passives elektrisches Bauelement, das zwischen seinen beiden Anschlüssen einen elektrischen Widerstand aufweist. 

Dieser ist nur noch so dick wie ein einzelnes Atom und weist eine Querschnittsfläche von lediglich einem Quadratnanometer auf. Damit könnten künftig deutlich schnellere, kleinere und energieeffizientere Computer realisiert werden.

"Heiliger Gral" in Sachen Miniaturisierung

"Bei dem Rennen um immer kleinere Chips und Komponenten geht es vor allem um Leistung und Zweckmäßigkeit", so Deji Akinwande, Professor am Department of Electrical and Computer Engineering der UT. Ob Computer, Unterhaltungselektronik oder Big Data - kleinere Prozessoren würden in vielerlei Hinsicht völlig neue Möglichkeiten eröffnen. "Wenn es gelingt, die Größe der Chips zu reduzieren, sinkt aber auch der Energieverbrauch und die Speicherkapazität steigt. Das bedeutet schnellere, intelligentere Geräte, die weniger Strom benötigen."

Sein neuestes Projekt sei ein Durchbruch in Sachen Miniaturisierung. "Wissenschaftlich gesehen, war es immer der Heilige Gral, wenn man ein Level erreicht, wo ein einziges Atom die Speicherfunktion kontrollieren kann. Und das ist genau das, was wir nun geschafft haben", betont Akinwande. "Die Ergebnisse dieser Studie ebnen den Weg für die Entwicklung einer ganz neuen Generation von Anwendungen, die für das Verteidigungsministerium von großem Interesse sind", meint Pani Varanasi, Program Manager im US Army Research Office http://arl.army.mil , das das Projekt finanziert hat.

Rund 100 Mal höhere Speicherdichte

Der Schlüssel zur Erreichung derart kleiner Komponenten liegt in winzigen Defekten oder "Löchern" im verwendeten Material, wie Akinwande näher erläutert: "Wenn ein einzelnes zusätzliches Metallatom in diesen nanoskalig kleinen Löchern platziert wird und diese ausfüllt, überträgt es einen Teil seiner Leitfähigkeit in das Trägermaterial. Das führt dann zu einem Memory-Effekt." Im vorliegenden Fall wurde Molybdändisulfid verwendet, ein grauschwarzes, kristallines Sulfid des chemischen Elements Molybdän. Dasselbe Prinzip soll aber genauso gut bei "hunderten anderen ähnlichen atomdünnen Werkstoffen funktionieren", so die Forscher.

Die Version ihres Memristors, die sie im Oak Ridge National Laboratory http://ornl.gov entwickelt und getestet haben, verspricht eine Speicherkapazität von etwa 25 Terabit pro Quadratzentimeter. Damit liegt die Speicherdichte pro Schicht rund 100 Mal höher als bei heute verfügbaren regulären Flash-Speicherbausteinen.

www.pressetext.com


Weitere Artikel

Streaming

Sportsendungen: Streaming schlägt Pay-TV

Sportsendungen im Pay-TV verlieren an Zuschauern. Die Streaming-Dienste boomen dagegen, wie die Umfrage "Sports Video Trends 2021" im Auftrag des Londoner Videoproduzenten Grabyo zeigt.
Cell Broadcast

Bitkom zur Debatte um Cell-Broadcast

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird in Deutschland die Einführung von Cell-Broadcast für den Versand von Warnnachrichten diskutiert.
Online-Shopping

Olympische Spiele – ein E-Commerce-Killer?

Wenn am Freitag der Fackellauf das Stadion in Tokio erreicht, ist es so weit: Die 32. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit sind eröffnet und das Motto lautet erneut: „Dabei sein ist alles.“
Bargeldlos Bezahlen

Mehr Zahlungen ohne Bargeld im Euroraum

Der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen hat in der Corona-Krise in Deutschland und im Euroraum einen weiteren Schub erhalten. Im vergangenen Jahr wurden fast 102 Milliarden Zahlungen (Vorjahr: 98 Mrd) im gemeinsamen Währungsraum bargeldlos abgewickelt,…
Handshake

Zwischen Truce und SPIRIT/21: Neue Kooperation für Mobility Management

TRUCE Software, Anbieter von kontextbezogenen Mobility Management-Lösungen mit Sitz in Illinois, USA, und die SPIRIT/21 GmbH, Böblingen, geben eine strategische Partnerschaft bekannt.
Facebook

Bundeskartellamt nimmt Facebook erneut ins Visier

Das Bundeskartellamt hat ein weiteres Verfahren gegen den US-Internetriesen Facebook eingeleitet. Die Behörde prüft, ob die geplante Übernahme des Start-ups Kustomer durch das Online-Netzwerk in den Geltungsbereich der deutschen Fusionskontrolle fällt, wie…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.