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Frau in Führungsposition

Der Anteil von Frauen in den Führungspositionen deutscher Unternehmen steigt nur sehr langsam. Die Quote liegt derzeit einer Datenbank-Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel zufolge bei 24,9 Prozent, wie aus einer Übersicht hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das war nicht mal ein Prozentpunkt mehr als vor gut einem Jahr - damals hatte Crifbürgel einen Wert von 24,2 Prozent ermittelt.

Am stärksten vertreten in den Chefetagen waren Frauen im Gesundheits- sowie im Veterinärwesen und im Handel. Nur geringen Anteil spielen sie hingegen in der Schifffahrt, im Maschinenbau sowie im Baugewerbe.

Die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) forderte erneut mit Nachdruck eine Ausweitung der verpflichtenden Quote in Aufsichtsräten auf börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen. «Das wäre der Hebel, um deutlich mehr Breitenwirkung zu erzielen und weit mehr Frauen in Führungspositionen zu holen», sagte Fidar-Chefin Monika Schulz-Strelow der dpa. «Die verbindliche Frauenquote macht den Unterschied.» Bei den 105 Unternehmen, die bereits einer gesetzlichen Quote unterliegen, gebe es «größere Fortschritte». Doch: «Je kleiner die Unternehmen sind und je weniger sie in der Öffentlichkeit stehen, desto geringer ist der Frauenanteil in Führungspositionen.»

An der Spitze lagen Crifbürgel zufolge Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, die jeweils auf einen Anteil von mindestens 30 Prozent kamen. Schlusslichter waren Bremen (22,5 Prozent) und Baden-Württemberg (22,8). Dass ostdeutsche Bundesländer an der Spitze liegen, hänge «sicherlich mit dem Selbstverständnis in Ostdeutschland zusammen, dass beide Elternteile arbeiten», sagte Schulz-Strelow. «Grundsätzlich sind aber die Werte für alle Bundesländer enttäuschend. Gleichberechtigung in Führungspositionen der Wirtschaft ist eine gesamtdeutsche Frage, die uns alle angeht.»

Firmen ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab 2000 Beschäftigten - müssen seit Anfang 2016 frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen neubesetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist. Vorgaben zur Besetzung von Vorständen gibt es bisher nicht. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) hatten dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt, der liegt wegen Widerstands in der Union auf Eis.

Im Koalitionsausschuss war Ende August vereinbart worden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um den Konflikt zu entschärfen. Eine erste Sitzung fand in der vergangenen Woche statt, ein neuer Termin steht aber noch nicht fest. Giffey hatte vor wenigen Wochen die Hoffnung geäußert, noch im September eine Einigung zu erreichen.

Ihr Ministerium will unter anderem die feste Geschlechterquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat auf alle Unternehmen ausweiten, die paritätisch mitbestimmt sind. Damit werde die Zahl der betroffenen Firmen von derzeit 105 auf 600 steigen. Zudem soll es eine Quote für Vorstände geben: Bei vier oder mehr Mitgliedern soll mindestens eine Frau dem Gremium angehören müssen.

«Freiwillig tut sich nichts – nur die feste Quote wirkt», sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. «Wir wollen, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen.» Das sei auch eine wirtschaftsfördernde Maßnahme. «Denn gemischte Teams treffen bessere Entscheidungen für die Unternehmen.»

Crifbürgel untersuchte für die Studie bundesweit insgesamt mehr als 900 000 Unternehmen, unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl. Im März 2018 lag die Frauenquote demnach bei 22,6 Prozent.

dpa


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