Anzeige

Huawei

Bild: Roman Babakin/Shutterstock.com

Der Firmenname Huawei sorgt für erhitzte Gemüter in Politik und Wirtschaft. Während Manager von Telekommunikationsfirmen nicht auf den Netzwerkausstatter verzichten wollen, warnt manch Politiker vor Spionage. 

Im Streit über den Umgang mit dem chinesischen Netzwerkausstatter Huawei hat sich der Telekom-Betriebsratschef für eine harte Gangart ausgesprochen. «Wir müssen mittelfristig - also in circa zwei bis drei Jahren - auf Huawei im Mobilfunknetz verzichten, um die Gefahr chinesischer Datenspionage in der deutschen Industrie und Politik zu minimieren», sagte der Arbeitnehmervertreter Josef Bednarski. Der Einfluss Pekings auf den chinesischen Konzern sei groß, er könne jederzeit Daten an Chinas Regierung weiterleiten. «Bei Huawei-Netztechnik, wie auch bei Netzwerkkomponenten anderer chinesischer Anbieter, sind immer Hintertüren möglich, über die Peking genauen Einblick hat.»

Bednarski ist allerdings gegen einen unmittelbaren Bann von Huawei. «Das würde den Aufbau des 5G-Mobilfunkstandards in Deutschland hemmen und wir kämen bei dieser wichtigen Technologie ins Hintertreffen», warnte er. Aktuell wäre ohne Huawei gar kein massiver und schneller Ausbau in Deutschland möglich, gab er zu bedenken.

Der Telekom-Arbeitnehmervertreter sieht nun vor allem Brüssel in der Pflicht. «Die EU muss eine starke europäische Netzwerkausstatter-Branche ermöglichen und fördern.» Neben Marktführer Huawei spielen derzeit der schwedische Konzern Ericsson und das finnische Nokia eine große Rolle als Netzwerk-Ausstatter. Diese Firmen und möglicherweise noch andere heimische Unternehmen sollten durch die Politik gestärkt werden. «Es ist immens wichtig, dass Europa die Hoheit über seine Daten behält und in einer datengetriebenen globalisierten Welt zukünftig nicht zwischen China und den USA zerrieben wird.» Gut wäre hierbei auch, dass durch so eine Förderung mehr Arbeitsplätze in der EU entstünden.

Damit nimmt Arbeitnehmervertreter eine andere Haltung ein als die Firmenspitze dies momentan offiziell tut. Zwar hatten «Wirtschaftswoche» und «Frankfurter Allgemeine Zeitung» unlängst berichtet, das Bonner Unternehmen wolle binnen zwei Jahren auf Huawei im «Kernnetz» verzichten. Ein Firmensprecher erklärte hingegen, man setze weiterhin auf eine «Multi Vendor Strategie» - also auf mehrere Anbieter von Netzkomponenten.

Auch in der Politik gibt es unterschiedliche Auffassungen zum Thema Huawei. Die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte Bundesnetzagentur will Huawei nicht grundsätzlich den Zugang zu Deutschland versperren. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), ist jedoch gegen eine Beteiligung des chinesischen Staatskonzerns am 5G-Ausbau.

dpa


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Glasfaser

Der Glasfaserausbau kommt in Deutschland immer noch kaum voran

Jan Böhmermann hat gerade erst darauf aufmerksam gemacht: Datenautobahnen sind im Land der Autobahnen weitgehend unbekannt. 4,7 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland waren laut Daten der OECD im Juni 2020 mit einem Glasfaserkabel…
Online Shopping

Bayern häufiger auf Shoppingtour im Internet

Die Bayern gehen laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Staatsregierung überdurchschnittlich häufig in Internet auf Einkaufstour.
Datenschutz

Neue Version HiScout Datenschutz

HiScout hat die Version 3.1.2 mit vielen Neuerungen im Modul Datenschutz herausgebracht. Alle Anforderungen des Datenschutzes können in einer einzigen Softwareanwendung DSGVO-konform verwaltet werden.
Internetnutzung

Mehr Internetnutzer sehen sich bei Datensicherheit in der Pflicht

Ohne persönliche Daten sind viele Internetdienste nicht nutzbar, in den meisten Fällen muss zumindest eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Für die Sicherheit solcher Daten sehen sich Internetnutzer immer stärker verantwortlich.
Intel

Intel-Urteil: Zahlung von rund 2,2 Milliarden Dollar in US-Patentstreit

Der Chipkonzern Intel ist von Geschworenen in Texas zur Zahlung von knapp 2,2 Milliarden Dollar in einem Patentstreit verurteilt worden. In dem Verfahren ging es um zwei Patente für Technologien aus der Halbleiterproduktion, die laut dem Urteil von Dienstag…
Cyber Security

KI-System fälscht Dokumente gegen IP-Klau

Falsche Dokumente, die Feinde in die Irre führen, sind ein klassisches Mittel in der Spionage und Spionageabwehr. Eben darauf setzen Forscher des Dartmouth College mit dem KI-System "WE-FORGE", um im Informationszeitalter den Diebstahl geistigen Eigentums zu…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!