Führungswechsel

Adobe-CEO Shantanu Narayen kündigt Rücktritt an

Adobe
Bildquelle: Mats Wiklund / Shutterstock.com

Der langjährige Adobe-Chef geht nach 18 Jahren an der Spitze. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Dafür stimmen aber die Quartalszahlen.

Bei Adobe steht ein Generationswechsel an, wie das Softwareunternehmen bekannt gab. Shantanu Narayen, seit 2007 Vorstandsvorsitzender des Softwarekonzerns, will sein Amt niederlegen, sobald eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger feststeht. Dem Unternehmen bleibt er als Verwaltungsratschef erhalten. An der Börse kam die Nachricht schlecht an: Die Aktie sackte nachbörslich um etwa 7 Prozent ab.

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Narayen hat Adobe in seiner Amtszeit grundlegend umgebaut. Als er 2007 übernahm, verkaufte das Unternehmen seine Software noch als Einzellizenzen. Er stellte das gesamte Geschäft auf das Abomodell der Creative Cloud um und positionierte Adobe zuletzt als KI-Unternehmen. Nicht alles gelang: Der geplante Kauf des Konkurrenten Figma platzte am Widerstand der Kartellbehörden und kostete Adobe eine Milliarde Dollar Strafgebühr.

Vom Lizenzverkäufer zum Abo-Riesen

Frank Calderoni, unabhängiges Vorstandsmitglied, lobte Narayen als Architekten des Konzernumbaus und betonte, man werde sich bei der Nachfolge Zeit für die richtige Wahl nehmen. Narayen selbst schrieb in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, er wolle dem neuen CEO als Ratgeber im Verwaltungsrat zur Verfügung stehen. So hätten es auch die Firmengründer John Warnock und Charles Geschke bei seinem eigenen Amtsantritt gehalten. Die Suche werde voraussichtlich einige Monate dauern.

Shantanu Naraye
Adobe-CEO Shantanu Naraye. Bildquelle: Adobe

Der 62-Jährige erhielt im vergangenen Geschäftsjahr eine Gesamtvergütung von 51 Millionen Dollar und hält Adobe-Anteile im Wert von rund 118 Millionen Dollar.

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Umsatz wächst zweistellig, KI-Geschäft explodiert

Zusammen mit der Personalentscheidung legte Adobe überzeugende Quartalszahlen vor. Im ersten Fiskalquartal bis Ende Februar wuchs der Umsatz um rund 12 Prozent im Jahresvergleich. Unterm Strich verdiente der Konzern 1,89 Milliarden Dollar, nach 1,81 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Erlös mit Produkten, die auf generativer KI basieren, hat sich laut Unternehmensangaben mehr als verdreifacht. Narayen sieht hier das nächste Milliardengeschäft entstehen.

Allein die Aboeinnahmen im Kreativ- und Marketingsegment beliefen sich auf 4,39 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt nutzen mittlerweile 850 Millionen Menschen monatlich Produkte wie Acrobat, Creative Cloud, Express und Firefly, ein Zuwachs von 17 Prozent.

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Stockfoto-Geschäft bröckelt schneller als gedacht

Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Das Geschäft mit Adobe Stock, dem hauseigenen Angebot für Stockfotos und andere Medien, schrumpfte schneller als die Konzernführung erwartet hatte. Die Verlagerung hin zu KI-generierten Bildern vollziehe sich rascher als geplant, räumte Spartenchef David Wadhwani ein. Man wolle den Kunden weiterhin die Wahl zwischen klassischem Stockmaterial und KI-Generierung lassen.

Im selben Quartal hatte Adobe außerdem Acrobat, Express und Photoshop als Erweiterungen für OpenAIs ChatGPT verfügbar gemacht und eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Werbegiganten WPP angekündigt.

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