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Extrovertierte gelten als geeignet für Führungsaufgaben. Doch in einem Punkt gibt es ein Zuviel des Guten, so eine Studie: "Übermäßig extrovertierte Führungspersonen können zu aufdringlich oder zu nervig wirken", erklärt Erstautorin Jia Hu, Professorin für Managment und HR an der Ohio State University.

Moderates Durchsetzungsvermögen und Warmherzigkeit scheinen günstiger. Sehr Extrovertierte können aber punkten, wenn sie den Eindruck vermitteln, dass ihnen andere tatsächlich wichtig sind.

Durchsetzen bis zur Penetranz

Hu und Kollegen haben anhand von 260 Wirtschaftsstudenten untersucht, wer sich in kleinen selbstorganisierten Teams in den Augen der Kollegen als Führungsperson herauskristallisiert und wie die Mitarbeiter dieser gegenüber eingestellt sind. Am Beginn des Semesters haben die Forscher erfasst, für wie durchsetzungsstark und warmherzig sich die Teilnehmer halten. Zudem haben sie die prosoziale Motivation der Probanden über die Zustimmung zu Aussagen wie "Es ist mir wichtig, dass andere von meiner Arbeit profitieren" abgeschätzt. Ein fast identisches Experiment wurde auch mit 337 Mitarbeitern einer chinesischen Handelskette durchgeführt.

Die Ergebnisse waren sehr ähnlich. Extrovertierte Anführer sind beliebter und werden eher um Rat gefragt - bis zu einem gewissen Punkt jedoch. Bei nach eigener Einschätzung sehr durchsetzungsstarken oder warmherzigen Personen kommt es zu einer Trendumkehr. "Wenn man als Teammitglied zu durchsetzungsstark ist, finden die Leute das penetrant und mögen es nicht", meint Hu. Wenn jemand wiederum allzu freundlich ist, kann es Kollegen nerven, die sich unter Druck gesetzt fühlen, ebenso enthusiastisch aufzutreten.

Prosoziale Motivation gefragter

Die Experimente haben aber auch gezeigt, dass Mitarbeiter besser mit sehr extrovertierten Führungspersönlichkeiten klarkommen, wenn diese den Eindruck vermitteln, dass es ihnen um andere geht - sie also prosozial motiviert erscheinen. Dann sehen andere eher Vorteile in hohem Durchsetzungsvermögen und großer Warmherzigkeit, verdeutlicht Hu. "Sie wissen, dass man sich nicht nur selbst promoten will, sondern echtes Interesse am ganzen Team hat. Das bedeutet viel", erklärt die Psychologin abschließend.

www.pressetext.com
 

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