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ZukunftskongressDer 15. Zukunftskongress des größten deutschen Zukunftsforschungsinstituts „2b AHEAD ThinkTank“ hat heute die drei visionärsten Technologieentwickler der vergangenen zwölf Monate mit den 2b AHEAD Innovators Awards geehrt. (Fotoquelle: 2b AHEAD)

In Beisein des Wolfsburger Oberbürgermeisters Klaus Mohrs und mehr als 300 Vorständen und Innovationschefs der deutschen Wirtschaft nahmen am Abend des ersten Konferenztages die Gründer von Hyperloop Transportation Technologies, Kymeta und The DAO den Preis aus den Händen von Gastgeber und Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky entgegen. Janszky ist CEO des größten deutschen Zukunftsforschungsinstituts „2b AHEAD ThinkTank“. Er begründete die Entscheidungen seines Instituts zur Awardvergabe so:

Dirk Ahlborn, CEO von Hyperloop Transportation Technologies

„Dirk Ahlborn erhält den 2b AHEAD Innovators Award für die Umsetzung von Elon Musks Hyperloop-Idee. Denn aus einer guten Idee wird erst dann eine herausragende Innovation, wenn sie mit Leidenschaft und überdurchschnittlicher Konsequenz umgesetzt wird. Der Deutsche Dirk Ahlborn lebt in Los Angeles. Hier hat er die Firma Hyperloop Transportation Technologies gegründet und ihr das Startkapital bei Jumpstart per Crowdfunding beschafft. Dies macht den Unterschied zu seinen Mitbewerbern im Hyperloop-Rennen. Denn Ahlborn setzt auf die Intelligenz und Leidenschaft der Crowd.

Revolutionär ist hier nicht allein die Beförderungsmethode selbst, sondern auch die Form der Technologieentwicklung: Ahlborns Geschäftsmodell ruht auf einem Heer von Freiwilligen aus aller Welt, die der Sache mit ihrem Wissen dienen – unentgeltlich, aus Überzeugung, aber gegen Aktienoptionen, um das Engagement im Erfolgsfall aufzuwiegen. In diesem Ansatz, der aus Ahlborns Sicht der Neuerfindung des Unternehmertums gleichkommt, sieht er die Zukunft der Technologiebranche. Hyperloop könnte sowohl der Bahn als auch dem Flugverkehr den Rang ablaufen: Ein Röhrensystem, in dem Beinahe-Vakuum herrscht, darin Kapseln, in denen die Passagiere Platz nehmen und auf einem dünnen Luftbett bei maximal 1125 km/h ihrem Ziel entgegen rauschen. In einer halben Stunde ließen sich so die 735 Kilometer von San Francisco nach Los Angeles zurücklegen.“

Nathan Kundtz, CEO der Kymeta Corporation

„Nathan Kundtz ist einer der weltweit führenden Entwickler sogenannter Meta-Materialien. Diese haben unter anderem die Eigenschaft, Strahlen um sich herum biegen zu können. Sie wurden ursprünglich für das Militär entwickelt, das die Vision verfolgte, auf diese Weise ihre Panzer und Raketen unsichtbar zu machen. Tatsächlich ist es möglich, mit Meta-Material Dinge unsichtbar zu machen. Allerdings funktioniert dies nur mit sehr kleinen Gegenständen. Nathan Kundtz hat die ungewöhnliche Eigenschaft dieses Meta-Materials genutzt, um eine andere Branche zu revolutionieren: Den Mobilfunk und die Datenübertragung. Denn Kymeta baut Antennen, die einen unterbrechungsfreien Breitband-Satellitenempfang mit hohen Datenraten versprechen.

Das Produkt namens mTenna, das der Elektroingenieur und promovierte Physiker in seinem Unternehmen in der Nähe von Seattle entwickelt, ersetzt herkömmliche Satellitenschüsseln durch eine tragbare flache Antenne. Deren elektronische Steuerung ist darauf ausgelegt, sich immer neu auf einen passenden Satelliten auszurichten. Das bedeutet schnelles und leistungsstarkes Netz zu jeder Zeit und von jedem Punkt der Erde aus – zum einen unterwegs im Flugzeug, in Zügen, Autos oder auf der Kreuzfahrt, zum anderen in infrastrukturschwachen Weltgegenden. Damit besteht die Chance, Milliarden von Menschen mit Internetzugang zu versorgen, die bis dato davon abgeschnitten sind. Für diese Menschen geht damit die Tür zu einer neuen Welt auf: Informationen, Bildung und Kommunikation werden demokratisiert. Zugleich öffnet sich mit „The other 3 Billion“ für die weltweite Wirtschaft ein neues Marktsegment, wie es gigantischer nicht sein könnte. Wir sprechen möglicherweise von der größten Demokratisierung und Markterschließung aller Zeiten, mehr als zehnmal größer als der Mauerfall und Zusammenbruch des Ostblocks.“

Christopher Jentzsch, CEO Slock.it & The DAO

„Christopher Jentzsch ist ein deutscher Programmierer aus dem sächsischen Mittweida. Er hat in den vergangenen Monaten möglicherweise etwas geschaffen, das künftigen Generationen als der Prototyp von Zukunftsunternehmen gelten wird: Ein Unternehmen ohne Mitarbeiter! „The DAO“ steht für „Dezentrale Autonome Organisation“. Es ist ein Unternehmen, das ausschließlich über eine Software auf Basis der Ethereum-Blockchain gesteuert wird. Seine Firma funktioniert als Investmentfond. Sie sammelt Kapital ein und investiert das eingesammelte Kapital in Startups. Ohne Mitarbeiter. Alle Prozesse und Entscheidungen sind bereits in der Software angelegt: Crowdfunder zahlen Geld in der Kryptowährung Ether ein (einem der Nachfolger von Bitcoin), bekommen dafür Tokens und stimmen in vorbestimmten Wahlen damit ab.

Geregelt werden die von den Mitgliedern gewählten Investments durch sogenannte ,Smart Contracts‘. Das sind Transaktionsprotokolle, die ständig und automatisch die Bedingungen eines Vertrages prüfen und bestimmte Punkte ausführen. Die neue Firma „The DAO“ bietet totale Transparenz und totale Anonymität. Sie ist in keinem Land registriert und unterliegt laut Entwicklern keiner Gesetzgebung. Gleichzeitig ist im technisch absolut transparenten Blockchain-Netzwerk zwar jederzeit sichtbar, welches Nummernkonto wann wie viel Geld an welche andere Adresse geschickt hat. Aber es ist nicht bekannt, wer die Person hinter einem Nummernkonto ist. Es gibt keinen Chef. Niemand ist in der Lage den Stecker zu ziehen und den Betrieb einzustellen. Nur wenn alle Token-Inhaber einstimmig beschließen, wird der Betrieb eingestellt. Der Awardgewinner Christopher Jentzsch bezeichnet seine Entwicklung selbst als großes soziales Experiment. Allerdings ein gut finanziertes. Fast 160 Millionen US-Dollar hat „The DAO“ binnen 3 Wochen an Crowdfunding eingesammelt. Facebook brauchte für eine solche Summe mehr als 3 Jahre. Natürlich sind wesentliche rechtliche und ethische Fragen derzeit völlig unklar. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum es sich tatsächlich um so etwas wie den Prototypen des „Internets der Zukunft“ handeln könnte, wie der Entwickler sagt. Denn von genau diesen Unsicherheiten wird jeder große Technologiesprung geprägt. Ansonsten wäre es keine Innovation.“

 

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