Zwischen Personalisierung und Verantwortung

Warum Datenschutz zur Führungsaufgabe wird

Datenschutz

Während Unternehmen Daten heute intensiver, denn je zur Prozessoptimierung, für KI-Modelle und personalisierte Kundenerlebnisse nutzen, wächst gleichzeitig der Druck, Datenschutz nicht nur einzuhalten, sondern aktiv zu steuern.

Personalisierung ist längst ein Wettbewerbsfaktor – doch mit zunehmender Granularität wachsen auch die Risiken für Privatsphäre, Compliance und Vertrauen. Besonders kritisch: Das Datenschutzrisiko wächst proportional zum Volumen ungeregelter, unklassifizierter und veralteter Daten, die Organisationen weiterhin lagern.  

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Auch in diesem Jahr bot Tag des Datenschutzes Vorstands- und Managementmitgliedern einen strategisch wichtigen Anlass, um genau diesen Balanceakt zu adressieren. Wichtig ist dabei nicht allein, Daten besser zu schützen. Es braucht eine bewusste Entscheidung, welche Informationen überhaupt benötigt werden, wie lange sie vorgehalten werden dürfen und in welcher Form – anonymisiert, pseudonymisiert oder vollständig identifizierbar – sie genutzt werden können. Organisationen, die Datenschutz als integralen Bestandteil von Informations- und KI-Strategien verstehen, schaffen die Grundlage für Innovation, ohne regulatorische und operative Risiken unnötig zu erhöhen.

Moderne Datensicherheit muss über die bloße Perimeter-Sicherheit hinausgehen und Governance über den gesamten Informationslebenszyklus – von der Entstehung bis zur sicheren, irreversiblen Löschung – etablieren. Da unstrukturierte Daten mittlerweile den Großteil der Unternehmensinformationen ausmachen, müssen Organisationen wissen, welche Daten sie besitzen, wo diese lagern und wer auf sie zugreift.

Die rasante Konvergenz von KI und Informationsverwaltung erweitert die Anforderungen des Datenschutzes erheblich. Organisationen müssen nicht nur verwalten, wo Daten lagern, sondern auch kontrollieren, welchen Zugriff KI-Modelle haben, um diese zu nutzen, zu transformieren und Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Ohne diese Transparenz riskieren Unternehmen, sensible Informationen in großen Sprachmodellen (LLMs) zu verarbeiten, private Daten länger zu speichern als rechtlich zulässig, und sich bei Audits, Rechtsstreiten oder Cyber-Vorfällen zu gefährden.

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Drei Handlungsfelder für Datensicherheit

Für Vorstände, CISOs und Informationsverantwortliche kristallisieren sich drei Handlungsschwerpunkte heraus, um Datenschutzverpflichtungen in konkrete, nachweisbare Maßnahmen umzusetzen:

  • Informationsverwaltung & Aufbewahrung: Organisationen verschieben ihre Strategie in Richtung nachvollziehbarer Aufbewahrungsfestlegungen und praktischer Politikumsetzung, unterstützt durch automatisierte Retention- und Lifecycle-Kontrollen. Dieser Wandel spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass Datenschutzreife davon abhängt, die Exposition gegenüber unnötigen Daten konsequent zu reduzieren.
  • Digitale Transformation & sichere Speicherung: Führungskräfte priorisieren bessere Kontrolle, Auffindbarkeit und Klassifizierung, um Datenzersplitterung zu reduzieren und sicherzustellen, dass sensible Informationen über Hybrid-Umgebungen hinweg – von Papierarchiven bis zu Cloud-Repositories – angemessen sichtbar gemacht, geschützt und kontrolliert werden.
  • Nachweisbare, irreversible Löschung: Der Fokus liegt zunehmend auf zertifizierter, nachvollziehbarer Vernichtung von Papierunterlagen, Speichermedien und IT-Assets. Mit wachsendem Cyber-Risiko behandeln Organisationen die Beseitigung redundanter, hochriskanter Daten immer häufiger als zentrale Sicherheits- und Datenschutzmaßnahme, die ihre Angriffsfläche direkt verringert.

Dieser kombinierte Ansatz stärkt die Datenschutzposition und adressiert eine der größten Risikoursachen in Unternehmen: redundante und veraltete (ROT) Daten. Durch die Beseitigung von ROT-Daten sinkt das Gefährdungsrisiko, sinken Speicher- und eDiscovery-Kosten, und es wird verhindert, dass sensible Informationen über ihre legitime Geschäftsnutzung hinaus vorhalten werden.

Datenschutz ist ein Geschäftsauftrag

Das Ergebnis ist unmittelbar: weniger Daten im Risiko, stabilere Compliance-Grundlagen und größeres Vertrauen bei Kunden und Behörden. Gleichzeitig wird die Grundlage für KI-Bereitschaft geschaffen – indem sichergestellt wird, dass sensible Daten korrekt klassifiziert, anonymisiert und kontrolliert sind, bevor sie in generative oder analytische Workflows gelangen.

Der Tag des Datenschutzes 2026 signalisiert eine Verschiebung der Erwartungshaltung: Datenschutz und Resilienz sind zu Schlüsselkennzahlen auf Vorstandsebene geworden. Organisationen, die Informationen über ihren gesamten Lebenszyklus – von Entstehung, Klassifizierung, Aufbewahrung bis zur sicheren Löschung – verwalten, sind am besten gerüstet, um Kunden zu schützen und Unternehmenswert zu bewahren.

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