Exposure Management

Der gefährlichste Angriff beginnt oft unspektakulär

System Error, Angriff, Cyberangriff

Nicht jede kritische Schwachstelle ist auch ein kritisches Unternehmensrisiko. Umgekehrt kann aus mehreren unscheinbaren Schwächen ein gefährlicher Angriffspfad entstehen.

Unternehmen müssen nicht nur wissen, wo Sicherheitslücken bestehen. Sie müssen verstehen, wie Angreifer diese verknüpfen und welche geschäftskritischen Systeme dadurch erreichbar werden.

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Laut BSI-Lagebericht 2025 wurden durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt, ein plus von 24 Prozent. Entscheidend ist, welche Lücke exponiert und ausnutzbar ist und welchen nächsten Schritt sie in Richtung eines kritischen Assets ermöglicht.

Lateral Movement stoppen

Ein kompromittierter Browser, ein ungepatchtes System oder gestohlene Zugangsdaten sind zunächst nur Einstiegspunkte. Kritisch werden sie, wenn Angreifer Berechtigungen ausweiten, sich lateral durch die IT-Infrastruktur bewegen, und sensible Anwendungen oder zentrale Identitätssysteme erreichen.

Moderne Sicherheitsarchitekturen müssen Identität, Zugriff und Netzwerk gemeinsam betrachten. Zugriffe sollten anhand von Identität, Gerätezustand und Kontext bewertet werden. Segmentierung und kontrollierte Kommunikationswege müssen verhindern, dass ein kompromittiertes System zum Sprungbrett wird. Zero Trust Network Access (ZTNA), Secure Access Service Edge (SASE) oder Network Access Control (NAC) folgen demselben Prinzip: Ein erfolgreicher Einstieg darf keinen freien Weg durch die Infrastruktur eröffnen.

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Klassisches Vulnerability Management reicht nicht aus. Continuous Threat Exposure Management (CTEM) erweitert den Blick über einzelne Schwachstellen hinaus und bezieht Fehlkonfigurationen, Identitäten, Berechtigungen und Kommunikationsbeziehungen ein. Erst in diesem Zusammenhang wird sichtbar, welche Schwachstellen ausnutzbar sind und welche Angriffspfade zu kritischen Systemen führen. Statt Findings allein nach ihrem technischen Schweregrad zu priorisieren, können Unternehmen gezielt dort ansetzen, wo Maßnahmen mehrere Angriffswege gleichzeitig unterbrechen.

Besonders wirksam wird dieser Ansatz in Verbindung mit einem Security Operations Center (SOC), das Sicherheitsereignisse kontinuierlich überwacht und bewertet. CTEM zeigt, welche Angriffspfade besonders relevant sind. Das SOC nutzt diesen Kontext, um Erkennungsregeln und Reaktionsprozesse zu schärfen. So entsteht ein Kreislauf aus Erkennen, Priorisieren und Reagieren.

Automatisierung verstärkt diesen Effekt. Standardisierte Konfigurationen, automatisierte Bereitstellung und wiederkehrende Security Prozesse reduzieren Fehlkonfigurationen und verkürzen Reaktionszeiten.

AirIT Systems

Prävention und Erkennung

Cyberresilienz endet nicht bei Prävention und Erkennung. Die NIS2 Richtlinie, ein Information Security Management System (ISMS) und Business Continuity Management (BCM) rücken Verantwortlichkeiten, Notfallprozesse und Wiederanlauf in den Fokus. Unternehmen müssen wissen, welche Prozesse kritisch sind, wer im Ernstfall entscheidet und wie der Betrieb unter eingeschränkten Bedingungen fortgeführt wird.

Cyberresilienz misst sich deshalb nicht an der Zahl eingesetzter Sicherheitsprodukte. Entscheidend ist, wie wenige realistische Wege einem Angreifer zu kritischen Systemen verbleiben und wie schnell sie reagieren kann.

(AirIT Systems)

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