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DdoS-Attack

Link11, ein europäischer IT-Sicherheitsanbieter im Bereich Cyber-Resilienz, hat seinen DDoS-Report für das 1. Halbjahr 2020 veröffentlich. Die Auswertungen durch das Link11 Security Operations Center (LSOC) weisen auf eine Renaissance von DDoS-Attacken während der weltweiten Covid-19-bezogenen Einschränkungen im privaten und wirtschaftlichen Leben hin.

Zwischen April und Juni lag die Zahl der vom LSOC registrierten Angriffe im Durchschnitt 97 % höher als im Vorjahreszeitraum 2019 und erreichte im Mai 2020 einen Höchststand von 108 %. Es besteht die Gefahr, dass Cyberkriminelle die Entwicklung zu einer zunehmend digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt, etwa in Form von Home-Office-Arbeitsplätzen, ausnutzen. Unternehmen sollten nicht zulassen, dass ihre Digitalisierungsstrategien von Cyberkriminellen sabotiert werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Report sind:

  • Multivektor-Attacken nehmen zu: Bei jeder zweiten Attacke (52 %) kombinierten die Angreifer mehrere Angriffsmethoden, was die Abwehr erschwert. Ein Angriff umfasste 14 Vektoren, dies ist bisherige Höchstwert bei Multivektor-Attacken.
  • Neuer Reflection Amplification-Vektor: Das LSOC hat einen neuen Vektor identifiziert: DVR DHCPDiscovery. Er nutzt eine Schwachstelle in digitalen Videorekordern (DVR-Geräten) aus. Die neue Angriffsmethode wurde im zweiten Quartal 2020 hunderte Male für DDoS-Angriffe eingesetzt.
  • Die durchschnittliche Angriffsbandbreite bleibt hoch: Das Angriffsvolumen der DDoS-Angriffe hat sich auf hohem Niveau stabilisiert, bei durchschnittlich 4,1 Gbps. Die Mehrzahl der Angriffe, ca. 80 %, erreichte Bandbreiten bis zu 5 Gbps. Bei fast 500 Angriffen lag das Angriffsvolumen über 50 Gbps. Dies übersteigt die verfügbare Internetanbindung der meisten Unternehmen. Der größte DDoS-Angriff wurde bei 406 Gbps gestoppt.
  • DDoS-Angriffe aus der Cloud werden zur Norm: Der Anteil der DDoS-Angriffe, für die Cloud-Server missbraucht werden, lag mit 47 % höher als im Vorjahreszeitraum (39 %). Instanzen von Microsoft Azure, AWS und Google Cloud kamen besonders häufig zum Einsatz.
  • Der längste DDoS-Angriff dauerte 1.390 Minuten - 23 Stunden -, bis der Angreifer aufgab. Intervall-Attacken, die wie kleine Nadelstiche wirken und auf Wiederholung setzen, dauerten durchschnittlich 13 Minuten.


Die Daten zeigten außerdem, dass die Häufigkeit der DDoS-Angriffe vom Wochentag und der Tageszeit abhängt, wobei sich die meisten Angriffe auf die Wochenenden und Abendzeiten konzentrierten. An Samstagen wurden mehr Angriffe registriert, ebenso an Wochentagen außerhalb der Bürozeiten.

Marc Wilczek, Geschäftsführer von Link11: "Die Pandemie hat bei Unternehmen zu einer Beschleunigung der digitalen Transformation geführt, die wiederum die Angriffsfläche für Hacker und Kriminelle vergrößert. Die Angreifer nutzten jede Gelegenheit, um kritische Systeme offline zu schalten und möglichst große Schäden anzurichten. Diese "neue Normalität" wird auch in Zukunft ein großes Sicherheitsrisiko für viele Unternehmen darstellen. Es muss noch viel getan werden, um Firmen-Netzwerke und ihre Systeme gegen DDoS-Attacken abzusichern. Unternehmen sollten in Sicherheitslösungen investieren, die auf Automatisierung, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren und damit Schutz vor immer komplexeren und neuen Angriffstechniken bieten.“

www.link11.com


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