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DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese „smarten“ Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. 

Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewanderts sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker.

Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Botnetze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

Die Entwicklung der Botnetze

Botnetze haben die DDoS-Landschaft verändert. Smarte Geräte sind für Hacker zu einem wichtigen Einfallstor in ein Zielnetzwerk geworden, und ganz offensichtlich vergrößern solche Geräte die Angriffsfläche für Cyberattacken und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Datenschutzverletzung. Eine der größten und schwerwiegenden Angriffe dieser Art war der Mirai Botnetz-Virus, der zehntausende von schlecht gesicherten IoT-Geräten zu einem Botnetz vereint hat. Letzteres wurde dann anschließend genutzt um massive DDoS-Angriffe gegen unterschiedliche, teils sehr prominente Ziele zu fahren. Wenn man sich prognostizierte Entwicklung des IoT ansieht wird die Zahl von schlecht bis gar nicht gesicherten Geräten wohl eher zu- als abnehmen.

Man kann also getrost davon ausgehen, dass Größe und Bandbreite von DDoS-Attacken, die auf Basis solcher Botnetze lanciert werden, kaum eine Grenze nach oben haben. Sogenannte Amplification-Technologien, die sich auf Millionen von Geräten in einer immensen Dichte erstrecken, wie etwa Überwachungskameras, sind geeignet die Dimensionen von DDoS-Angriffen noch weiter in die Höhe zu schrauben. Angriffe im Terabit-Bereich sind potenziell geeignet wenn nicht das Internet als Ganzes so doch riesige Bereiche lahm zu legen. Wir gehen davon aus, dass das schon in nicht allzu ferner Zukunft passieren wird. Attacken dieser Größenordnung können praktisch jedes Unternehmen handlungsunfähig machen.

Aber Größe und die Fähigkeit zu skalieren sind nicht die einzigen Eigenschaften von Botnetzen, die sich weiter entwickelt haben. Botnetze werden auch zunehmend komplexer, was die Technologien anbelangt, die sie benutzen. Reaper oder IoTroop richten sich gezielt gegen schlecht gesicherte IoT-Geräte um daraus ganze Armeen zusammenzustellen. Reaper hat schon unter Beweis gestellt, das es mehr kann als herkömmliche. Es wird als besonders gefährlich eingestuft, weil es in der Lage ist bekannte Schwachstellen im Code solcher unsicherer Geräte für sich auszunutzen. Ist ihm das gelungen verhält es sich praktisch wie ein Wurm, der von einem infizierten Gerät aus sich rasant über andere Geräte hinweg verbreitet.

Allerdings sollten sich Unternehmen nicht nur auf Angriffe mit spektakulär gigantischen Ausmaßen konzentrieren. Bevor Botnetze zum Einsatz kommen, testen Hacker in aller Regel, ob ihre Techniken tatsächlich funktionieren. Das tun sie üblicherweise mit kurzen Angriffen, die nur sehr wenig Bandbreite für sich in Anspruch nehmen und deshalb von IT-Abteilungen oftmals gar nicht als DDoS-Angriffe wahrgenommen werden. Aufgrund ihrer geringen Größe sind solche Angriffe in der Lage traditionelle Maßnahmen zur Abwehr von DDoS-Angriffen zu umgehen, die meist mit einem bestimmten Schwellenwert operieren. Und die solche Angriffe deshalb gerne „übersehen“.

Die Folge sind deshalb so weitreichend, weil diese Angriffe meist weit schwerwiegendere im Schlepptau haben. Organisierte Hackergruppen testen nicht selten über solche Angriffsvektoren wie weit sie ungefährdet gehen können. Würde man solche Techniken mit einer der eingangs beschriebenen gigantischen Attacken paaren wären die Folgeschäden kaum abzusehen.

DDoS-Trends 2017

Neben einer wachsenden Zahl von ungesicherten IoT-Geräten haben die Analysten von Corero auch noch einen weiteren Trend ausgemacht. Nämlich einen steigenden Trend DDoS-Angriffe auch noch auf andere Art und Weise zu kommerzialisieren, als DDoS-for-Hire-Services. Hier kann, wem das nötige Programmier-Know-how fehlt für vergleichsweise kleines Geld eine DDoS-Attacke einfach mieten. Wie einfach das ist, zeigt eine schnelle Google-Suche. Praktisch jeder kann für einen Betrag von um die 50 US-Dollar eine DDoS-Kampagne mieten. DDoS-Angriffe sind damit einfacher und kosteneffizienter geworden als jemals zuvor.

Parallel dazu nutzen Hacker aber auch sehr ausgefeilte Angriffe, mit unterschiedlichen Vektoren, die wie eine Kettenreaktion oder auch quasi simultan ablaufen. Die Angreifer kombinieren verschiedene Techniken in der Hoffnung, dass es mithilfe einer oder auch mehrerer von ihnen gelingt das anvisierte Netzwerk zu infiltrieren. Manche dieser Attacken werden ganz gezielt als Ablenkungstaktik für die IT-Abteilung gefahren. Sie vernebeln sozusagen ihre eigentliche Absicht. Währenddessen richtet sich der eigentliche Angriffe etwa gegen Unternehmensdatenbanken, die nach sensiblen Daten wie Kreditkartennummern oder E-Mail-Adressen durchforstet werden.

Ein weiterer Trend, der sich gerade im dritten Quartal 2017 gezeigt hat ist die Rückkehr von Ransom Denial of Service. Bei einer RDoS-Attacke wird dem Opfer damit gedroht eine DDoS-Attacke gegen das Unternehmen zu fahren, wenn nicht der geforderte Lösegeldbetrag bis zu einem Stichdatum gezahlt wird. Eine Technik der sich beispielsweise eine Hacker-Gruppierung unter dem Namen Phantom Squad bedient hat, um Unterhemen in Europa, den USA und Asien anzugreifen. RDoS ist definitiv auf dem Vormarsch und richtet sich gegen eine ganze Reihe von verschiedenen Branchen. Dazu zählen Banken und Finanzinstitute, Hosting Provider, aber auch Anbieter von Onlinespiele-Plattformen und SaaS-Anbieter.

Jeder Trend ist für sich betrachtet schon erschreckend genug. Aber unzureichend gesicherte IoT-Geräte vergrößern diese Probleme in einem bisher unbekannten Ausmaß.

Sichere IoT-Geräte und wie Firmen sich gegen die wachsende DDoS-Bedrohung am besten wappnen

Will man verhindern, dass Angreifer IoT-Geräte zu einem Teil eines Botnetzes machen, sollten Firmen sehr genau auf die Geräteeinstellungen achten. Wo immer es möglich ist, sollte man diese Geräte vom Internetzugriff trennen und das Vernetzen mit anderen Devices unterbinden. Hilfreich ist es auch die IoT-Geräte in die Anlageninventur mit einzubeziehen und grundlegende Sicherheitsempfehlungen zu beherzigen. Dazu gehört es auf jeden Fall die Standardeinstellungen dieser Geräte zu ändern und die WiFi-Passwörter regelmäßig zu ändern. Um mit den Veränderungen in der DDoS-Landschaft Schritt zu halten, brauchen Unternehmen eine umfassende Transparenz über das, was in ihrem Netzwerk vor sich geht. Nur dann ist es möglich auf Bedrohungen zu reagieren, wenn sie auftauchen. Die schiere Zahl der Geräte allein stellt schon ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar. Jedes Gerät mit einer Verbindung zum Internet und einem Prozessor kann letzten Endes auch angegriffen und Schwachstellen ausgenutzt werden.

Angesichts dieser Entwicklung muss eine effektive DDoS-Abwehr Angriffe in Echtzeit erkennen und blockieren, aber darüberhinaus auch langfristige Trends analysieren. Nur so kann man überhaupt mit den Veränderungen Schritt halten.

corero.com/de

 

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