Die US-Behörde CISA setzt eine kritische Schwachstelle im KI-Framework Ray auf ihre KEV-Liste. Angreifer nutzen die Lücke für RCE-Attacken.
Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) hat eine kritische Schwachstelle im Open-Source-Framework Ray in ihren Katalog bekannt ausgenutzter Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) aufgenommen. Grund dafür sind Nachweise über aktive Angriffe in der Praxis. Die Schwachstelle wird unter der Kennung CVE-2025-62593 geführt und ist mit einem CVSS-Score von 9,4 als kritisch eingestuft.
Ray ist ein weit verbreitetes Python-Framework für verteiltes Rechnen, das vor allem zur Skalierung von Workloads in den Bereichen Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen eingesetzt wird. Die Sicherheitslücke erlaubt es Angreifern, über Webbrowser wie Mozilla Firefox oder Apple Safari mittels eines sogenannten DNS-Rebinding-Angriffs aus der Ferne beliebigen Programmcode auszuführen (Remote Code Execution).
Unzureichender Schutz an Schnittstellen
Ursache der Schwachstelle ist das Fehlen von Authentifizierungsmechanismen an kritischen API-Endpunkten wie /api/jobs sowie unzureichende Schutzvorkehrungen gegen browserbasierte Attacken. Ray erklärte dazu:
„Aufgrund der langjährigen Entscheidung des Ray-Entwicklerteams, keinerlei Authentifizierung an kritischen Endpunkten zu implementieren, kam es erneut zu einer schwerwiegenden Schwachstelle.“
Ray
Schutzmechanismen verließen sich fälschlicherweise darauf, dass der User-Agent-Header im Browser nicht manipuliert werden kann. Da die moderne Fetch-Spezifikation dies jedoch erlaubt, greift die Schutzlogik nicht. Besuchen Entwickler, die Ray lokal ausführen, eine bösartige Website oder bekommen präparierte Werbung (Malvertising) angezeigt, kann der Angreifer den Browser als Zwischenstation nutzen, um Befehle auf dem Rechner oder in angrenzenden Unternehmensnetzwerken auszuführen.
Missbrauch durch Botnetze und Kryptominer: CISA fordert Update
Sicherheitsanalysten beobachten die aktive Ausnutzung der Lücke bereits seit Längerem:
- RondoDox-Botnetz: Akteure hinter dem DDoS-Botnetz RondoDox bauten die Schwachstelle rasch nach Bekanntwerden in ihr Arsenal ein.
- ShadowRay 2.0: Das Sicherheitsunternehmen Oligo stellte fest, dass ungepatchte Ray-Instanzen mit Nvidia-GPUs zielgerichtet angegriffen werden, um sie in ein Krypto-Mining-Netzwerk zu verwandeln.
Das Problem wurde in der Ray-Version 2.52.0 behoben. US-Bundesbehörden wurden von der CISA angewiesen, die erforderlichen Sicherheits-Updates bis zum 20. August 2026 einzuspielen.
(red)