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Smartphone

Diebstahl, Schadprogramme oder Spyware: Smartphones sind ein beliebtes Ziel für Kriminelle. Deshalb ergreifen die allermeisten Nutzer zumindest grundlegende Schutzmaßnahmen gegen unerwünschte Zugriffe.

Mit 96 Prozent haben fast alle Smartphone-Nutzer eine Bildschirmsperre eingestellt, neun von zehn (90 Prozent) haben einen SIM-Karten-Schutz aktiv. Dabei sperrt sich das Handy, sobald die SIM-Karte entfernt wird. Schon deutlich weniger (61 Prozent) nutzen eine Lokalisierungsfunktion zum Aufspüren des Smartphones, wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von mehr als 1.000 Smartphone-Nutzern in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Auf einen Basis-Schutz sollte kein Smartphone-Nutzer verzichten“, sagt Sebastian Artz, IT-Sicherheitsexperte im Bitkom.

„Um gegen Software-Sicherheitslücken gewappnet zu sein, reicht zumeist schon das regelmäßige Aktualisieren des Smartphone-Betriebssystems und der installierten Apps.“ Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) erstellt auch regelmäßig Backups seiner Smartphone-Daten – entweder in der Cloud (31 Prozent) oder auf externen Datenspeichern (27 Prozent). Virenschutzprogramme haben 43 Prozent installiert. Jeder Sechste (16 Prozent) deckt seine Smartphone-Kamera ab und 13 Prozent nutzen einen Passwort-Safe zur sicheren und zentralen Verwaltung von Passwörtern auf dem Smartphone.

Jeder Zweite entsperrt den Bildschirm per Fingerabdrucksensor

Bei der Bildschirmsperre gibt es verschiedene Verfahren, aus denen Nutzer wählen können. Am beliebtesten ist immer noch ein Code oder PIN, der zum Entsperren eingegeben werden muss. Knapp zwei Drittel der Smartphone-Nutzer (64 Prozent) vertrauen darauf. Per Fingerabdrucksensor schützt jeder Zweite (51 Prozent) seinen Bildschirm. Ähnlich viele (50 Prozent) setzen auf ein Muster. 15 Prozent nutzen eine Gesichtserkennung, um den Smartphone-Bildschirm zu entsperren. Bislang kaum verbreitet sind Erkennungsverfahren per Stimme (4 Prozent) oder Iris-Scan (2 Prozent). „Wichtig ist, dass die Bildschirmsperre in jedem Fall aktiviert ist“, so Artz. „Eine PIN sollte mindestens sechsstellig und keine naheliegenden Kombinationen sein wie das eigene Geburtsdatum.“

Bitkom hat in zehn Tipps zusammengefasst, wie Verbraucher ihr Smartphone umfassend schützen können:

Vorsicht beim Kauf alter Handys: Die regelmäßige Aktualisierung von Smartphone-Betriebssystemen wie Android oder iOS dient dazu, neue Funktionen der Software einzuführen und mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Viele ältere Geräte werden jedoch wegen technischer Einschränkungen nicht mehr mit neuen Updates versorgt. Sicherheitslücken der Vorgängerversionen bleiben somit bestehen.

Regelmäßig Updates installieren: Was für das Betriebssystem gilt, gilt auch für die installierten Apps. Software-Entwickler arbeiten permanent daran, Fehler in den Anwendungen aufzuspüren und Schwachstellen zu beheben. Hierfür werden regelmäßig neue Software-Versionen veröffentlicht. Betriebssystem und Apps sollten daher stets auf die neueste Version aktualisiert werden.

Bildschirmsperre nutzen: Eine Bildschirmsperre schützt das eigene Smartphone vor einem ungewollten Zugriff durch Dritte. Sperr-Muster gelten dabei nicht als sicher, da die Wischbewegungen auf dem Display erkennbar sein können. Ein möglichst sechsstelliger Zahlen-PIN ist hingegen schwerer nachzuvollziehen. Die PIN für die SIM-Karte sollte ohnehin immer aktiviert sein.

Fremden Geräten nicht automatisch vertrauen: Möchte man sein Smartphone mit einem fremden Gerät verbinden, sei es für den Austausch von Daten oder nur zum Laden, sollte man beachten, dass das fremde Gerät auch auch zum Angreifer werden kann. Insbesondere bei Funk-Verbindungen ist Vorsicht geboten.

Verschlüsselungs-Funktionen nutzen: Die Verschlüsselung des Dateisystems eines Smartphones sichert darauf gespeicherte Daten wie Fotos, Passwörter, Kurznachrichten, Kontakte, Anruflisten oder den Browserverlauf. Im Falle eines Diebstahls sind die Daten für den Dieb wertlos.

Virenscanner und Firewall installieren und aktivieren: Durch immer neue Angriffsmuster von kriminellen Hackern kann Schadsoftware – so genannte Malware - über App Stores, Webseiten, E-Mails oder per SMS auf das Smartphone gelangen. Virenscanner-Apps können Bedrohungen durch Malware frühzeitig erkennen und blockieren. Eine Firewall-App überwacht die Netzwerkaktivitäten aller aktiven Apps und sorgt dafür, dass nur vertrauenswürdige Apps auf das Internet zugreifen können. Auf diese Weise werden persönliche Daten vor dem Ausspähen geschützt. Virenscanner sind derzeit überwiegend für Android-Geräte verfügbar.

Optionen zum Sperren, Orten oder Löschen des Gerätes aus der Ferne nutzen: Smartphone-Besitzer können ihr Gerät im Falle eines Verlusts aus der Ferne orten, sperren und sogar bestimmte Daten löschen.

Keine fremden USB-Ladegeräte nutzen: Vor allem öffentliche USB-Ladestationen sind oftmals nicht vertrauenswürdig. Hackern ist es bereits gelungen, über manipulierte USB-Stecker und –Netzteile Daten aus Mobilgeräten zu ziehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet ein so genanntes „USB-Kondom“, eine Platine, die zwar Ladestrom, aber keine Daten passieren lässt.

Backups für Handydaten einrichten:Durch regelmäßige Sicherungskopien, auch Backups genannt, bleiben persönliche Daten auch dann erhalten, wenn das Gerät defekt ist oder verloren geht. Die gesicherten Daten lassen sich anschließend auf einem neuen Gerät problemlos wiederherstellen. Das Backup der Daten kann als Synchronisation mit dem Heim-PC, mit Hilfe eines Massenspeichers wie einer Micro-SD-Karte oder in einem Cloud-Speicher erfolgen.

Den verknüpften Account (Google / APPLE-ID) mit einem sicheren Passwort schützen: Wer unberechtigt ein Google- oder Apple-Konto entert, hat Zugriff auf sämtliche Dienste und die dort hinterlegten Nutzerdaten. Ein sicheres Passwort schützt vor ungewollten Zugriffen durch Fremde. Optional können auch weitere Sicherheitsmerkmale wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden, um die Sicherheit vor Hackern zusätzlich zu erhöhen.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag Auftrag des Digitalverbands Bitkom telefonisch durchgeführt hat. Dabei wurden 1.198 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 1.003 Smartphone-Nutzer, befragt. Die Fragen lauteten: „Welche Sicherheitsprogramme oder -maßnahmen nutzen Sie auf Ihrem privaten Smartphone?“ & „Welche Sicherheitsverfahren nutzen Sie aktuell zum Entsperren Ihres privaten Smartphones?“

www.bitkom.org 


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