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Das Drucken außerhalb des eigenen Netzwerks war schon immer mit Hindernissen verbunden. Doch die Bedeutung von Mobile Printing hat in Zeiten von Mobility, „Consumerization of IT“ und „Bring your own Device“ (BYOD) ganz neue Dimensionen erreicht.

Das Grundproblem an der Sache ist ja, dass bei der Entwicklung von Tablets und Smartphones nie das Thema Drucken im Raum stand. Aber jetzt, mit zunehmend professioneller Nutzung dieser beiden Gerätetypen, kann es im Einzelfall sehr, sehr wichtig werden kann, digitale Dokumente auch unterwegs auf Papier zu bringen.

IDC nennt dafür u.a. die folgenden typischen Nutzungsszenarien

  • Einen Boarding Pass im Hotel ausdrucken.
  • Bei einem Kunden einen Vertrag zur Unterzeichnung ausdrucken.
  • Zuhause eine E-Mail erhalten und sie ohne Hilfe eines PCs ausdrucken.
  • In einer beliebigen Unternehmensniederlassung ohne IT-Unterstützung drucken.
  • Vor einer Präsentation in letzter Sekunde eine wichtige Änderung erhalten und die finale Version vor dem Meeting direkt vom Handy ausdrucken.


Weil Smartphones und Tablets vom Design her nicht auf die Anforderung Drucken ausgerichtet sind, ist vieles zu klären, bevor Papier bedruckt wird:

  • Auf welchem Wege wird der Drucker erkannt und angesprochen? Braucht man einen eigenen Druckertreiber, einen universeller Druckertreiber oder ein bestimmtes Protokoll?
  • Wie gelangen die Daten des Druckbefehl zum Drucker? Über Kabel, WLAN, E-Mail, Bluetooth?
  • Welches Gerät rendert den Druck? Das Endgerät, ein Cloud-Service oder ein Druckserver?

 

Vergleichsweise einfach ist der Fall, wenn ein User immer auf den gleichen Drucker Zugriff erhalten will, beziehungsweise auf einen Drucker in einem Netzwerk, zu dem er ohnehin Zugang hat. Oft ist dies ein Netzwerk der Firmenniederlassung, in der er arbeitet, oder das Home Office. Komplex wird es, wenn jemand unterwegs ein Dokument vom Smartphone oder Tablet ausdrucken möchte und dabei mit unterschiedlichsten Netzwerken und Druckertypen klar kommen muss, die er vorfindet.

Bisher muss ein Anwender mit mobilem Endgerät auf dem Weg zum gedruckten Dokument  zahlreiche Hürden nehmen. Typisch sind umständliche Arbeitsschritte wie diese:

  • Druckertreiber installieren
  • eine Applikation installieren
  • Zugang zu einem WLAN-Netzwerk erhalten
  • sich authentifizieren oder registrieren
  • einen Drucker über WLAN lokalisieren
  • einen Drucker über eine E-Mail-Adresse oder andere Merkmale identifizieren
  • die Datei in die Cloud laden


Die Standardlösung, mit der diese Hürden zu überspringen wären, gibt es nicht. Stattdessen gibt es mehrere unterschiedliche Ansätze, das Problem für verschiedene Nutzergruppen zu lösen.

1. Druckerhersteller

Mittlerweile bieten fast alle Druckerhersteller einen E-Mail-basierten Druckservice an. Die Grundfunktion: Netzwerk-Drucker erhalten mittels Registrierung eine E-Mail-Adresse. Sendet man eine Datei an diese Adresse, so wird diese in der Cloud gerendert, die Druckdatei an den betreffenden Drucker gemailt und anschließend ausgegeben. E-Mail stellt einen sehr einfachen und universellen Weg dar, die Daten zu transportieren. Die Nachteile bestehen darin, dass der Weg über die Cloud relativ viel Zeit beanspruchen kann. Es ist vor allem ein Zugang zu bekannten Druckern, für die man ohnehin Berechtigungen hat. HP bietet jedoch auch eine App, mit der mobile Anwender recherchieren können, wo öffentliche E-Print-fähige Drucker zur Verfügung stehen. Zunehmend versuchen Druckerhersteller auch Drucker anderer Fabrikate in ihre Lösungen zu integrieren, wenn auch oftmals der Funktionsumfang dann eingeschränkt ist.

2. Apps

Ein weiterer Ansatz sind spezielle Apps. Die Angebote printMe oder printerShare können Drucker im genutzten WLAN-Netz orten und nutzen. Ebenfalls nennenswert ist der Ansatz von Cortado. Die Firma bietet einen Cloud Printing Service und unterstützt beim Rendering in der Cloud die meisten Hersteller. Das Endgerät erhält die gerenderte Druckdatei zurück und kann diese dann an einen Drucker im WLAN-Netz senden und somit ausdrucken. Statt der Nutzung von WLAN bietet Cortado auch das Drucken über Bluetooth an.

3. Google

Ganz andere Produktansätze haben die Lösungen der Smartphone-Schwergewichte. Google setzt mit seinem „Google Cloud Print“ voll auf die Verarbeitung in der Cloud. Über eine App sendet das Endgerät die Datei über eine gesicherte Verbindung in die Cloud. Von dort sendet der Service die Druckdatei zurück. Ziel kann entweder unmittelbar ein Google-Cloud-fähiger Drucker sein oder alternativ ein Rechner mit Chrome. Dieser dient dann als Druckerserver und veranlasst den Druck. Im Gegensatz zu anderen Cloud-Services verwendet also Google also ein Standardverfahren und gegebenenfalls die Druckertreiber auf dem PC. Um Google Cloud Print zu nutzen, ist eine App zu installieren. Zu den Einschränkungen des Services gehört, dass nur neue Drucker den Standard unterstützen.

4. Apple

Der Google Service ist bis heute nur eine Beta. Doch auch Apple hat sich spät um das Thema „Mobile Printing“ gekümmert: Erst seit der iOS 4.2 gibt es AirPrint. Dies ist ein ins Betriebssystem eingebundenes Protokoll. Der Vorteil im Vergleich zur Google-Lösung: Es sind keinerlei Downloads oder Treiber nötig. Das Rendering findet auf dem Apple-Gerät statt, gedruckt wird mittels P2P-Verbindung im WLAN-Netzwerk. Der Hauptvorteil ist, dass Apps direkt den Druck über das ganz normale iOS-Menü anbieten können und dass die Daten keinen Umweg über die Cloud machen.
Die größte Herausforderung in der Praxis ist, ähnlich wie bei Google Cloud Print, dass die in Unternehmen heute vorzufindenden Drucker eine lange Lebensdauer haben. Obwohl die namhaften Druckerhersteller AirPrint bei neuen Modellen unterstützen, sind AirPrint-fähige Drucker noch rar.

5. Printserver

An dieser mangelhaften Verfügbarkeit von AirPrint-Druckern setzen Printserver an. Sie übernehmen, so ähnlich wie der Rechner mit Chrome bei Google Cloud Print, die „Übersetzung“ für den Drucker. Nur ist hier kein voller Rechner nötig, sondern es handelt sich um eine sehr kleine Hardware mit geringem Stromverbrauch und Installation mittels Plug&Play. Der xPrintServer von Lantronix beispielsweise hat die Größe eines iPhones und muss nur ins Netzwerk gehängt werden. Er erkennt dann alle Netzwerkdrucker und die über USB angeschlossenen Drucker automatisch. Er kann Airprint-Druckbefehle an sie weitergeben, ohne dass dafür neue Software installiert werden muss. iOS-Geräte sprechen den Printserver per WLAN an. Die USB-Drucker werden damit zugleich Netzwerkdrucker. Ein solcher Printserver bietet auch zusätzliche Management-Funktionen über ein Webinterface, wie Authentifizierung über Active Directory und Drucker-Logs. Die Kosten liegen bei einem günstigen Drucker für den Privatgebrauch, der Stromverbrauch unter einem Watt.

Fazit

Die Marktangebote für Mobile Printing gehen die Herausforderung extrem unterschiedlich an und je nach Szenario brauchen Unternehmen und mobile Arbeitskräfte unterschiedliche Lösungen. Unternehmen, die das Problem des Druckens von mobilen Geräten in ihrem eigenen Netzwerk angehen wollen, können es aber mit einem Printserver für einen minimalen Betrag und nahezu ohne Aufwand lösen.

Daryl Miller, Vice President of Engineering, Lantronix, Inc.

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