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Recycling

Unser Planet droht an Plastikmüll zu ersticken – und daran trägt auch Deutschland eine gehörige Mitschuld. Diese These vertritt der ehemalige Umweltminister und Abfallexperte Klaus Töpfer. Das deutsche Recyclingsystem sei gescheitert, da nur ein Bruchteil der gesammelten Kunststoffe tatsächlich wiederverwertet werde, so Töpfer jüngst im „Spiegel“. 

Er fordert die konsequente Umsetzung kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien, notfalls unter politischem Zwang. Dabei beweisen weltweit erfolgreiche Unternehmen schon heute, welche großen Chancen ein Umdenken haben kann.

Die Grundidee der Kreislaufwirtschaft beschränkt sich bei weitem nicht nur auf fachgerechtes Recycling. Vielmehr steckt dahinter der Ansatz, schon von Beginn an auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen und Produkte mit möglichst langer Funktionsdauer zu entwerfen, die sich auch reparieren lassen. Hier greift das Konzept der „geplanten Langlebigkeit“, die ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft ist. Wenn das Ende des Produktlebenszyklus‘ erreicht ist, kommt natürlich auch der Wiederverwertung große Bedeutung zu. Ebenso gehören Konzepte zur Inzahlungnahme und Sharing-Programme für Produkte und Dienstleistungen zu einer wirklich nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Starbucks und IKEA machen es vor

Bei aller Kritik, dass das Prinzip der Kreislaufwirtschaft viel zu langsam durch die öffentliche Hand und Unternehmen umgesetzt wurde und wird, gibt es doch unübersehbar auch viele Fortschritte. So zählt die European Circular Economy Stakeholder Platform EU-weit mittlerweile 350 Mitglieder, und im Mai vergangenen Jahres stellte auch die sogenannte „Plastics Division“ des American Chemistry Council (ACC) ehrgeizige Pläne vor: Kunststoffhersteller sollen ab 2040 zum Recycling oder zur Rücknahme aller in den USA verwendeten Kunststoffverpackungen angehalten werden.

In den letzten Jahren gab es außerdem eine wahre Flut an Ankündigungen marktführender Unternehmen, die ihre Umweltbilanz aufbessern wollen: Beispielsweise plant Starbucks, seine Abfallmengen bis Dezember 2020 durch die schrittweise Abschaffung von Kunststoffstrohhalmen spürbar zu reduzieren. Aktuell werden noch mehr als eine Milliarde Strohhalme jährlich verbraucht. Auch Ikea will bis 2030 „people and planet positive“ werden. Für alle Produkte sollen dann ausschließlich nur noch erneuerbare und recycelte Materialien zum Einsatz kommen.

Product-as-a-Service statt Eigentum

Kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle werden in Zukunft ein wichtiger Baustein dafür sein, nachhaltig mit den begrenzten Ressourcen des Planeten umzugehen. Unternehmen, die langfristig konkurrenzfähig bleiben wollen, können sich gegen Rohstoff-Engpässe und daraus resultierende Kostensteigerungen absichern. Der Umstand, dass es sich bei der Kreislaufwirtschaft nicht nur um praktischen Umweltschutz, sondern gleichzeitig auch um einen billionenschweren Markt handelt –die Beratungsfirma Accenture schätzt diesen allein bis 2030 auf bis zu 4,5 Billionen US Dollar – kann dabei nur nützlich sein.

Für Unternehmen besteht ein großer Ansatz schon in den finanziellen Vorteilen solcher zirkulären Geschäftsmodelle, die sich aus bislang ungenutzten Einnahmequellen, der Etablierung effizienterer Lieferketten, aus Kosteneinsparungen sowie der Steigerung der eigenen Business Intelligence ergeben können.

So nennt Accenture konkrete Geschäftsfelder, welche die Kreislaufwirtschaft künftig stimulieren könnten. Hierzu gehören zum einen Sharing-Plattformen zur Maximierung der Nutzungsdauer von Wirtschaftsgütern, wie Fahrzeugen, oder auch Konsumgütern. Das Potenzial hierfür ist riesig: In reifen Volkswirtschaften werden viele Haushaltsgegenstände nur einmal im Monat verwendet. Das Konzept des Eigentums wird dabei durch Product-as-a-Service ersetzt – nur die tatsächliche Nutzung wird berechnet. Wartungsintervalle werden dadurch zwangsläufig verkürzt, da sichergestellt werden muss, dass stetig wechselnde Nutzer ein einwandfreies Produkt vorfinden. Das steigert wiederum die Langlebigkeit und Effizienz.

Zum anderen spielt die Product Life Extension, also die möglichst lange Nutzung eines Produkts, als weiteres Geschäftsfeld eine wichtige Rolle. Durch Wiederaufbereiten oder Reparieren können Kunden ihre Produkte viel länger verwenden. Weitere Geschäftsfelder könnten sich im Zusammenhang mit Circular Supply Chains entwickeln – optimierte Handelsketten, durch die Lieferanten und Unternehmen recycelte Materialien wiederholt nutzen können. Dell beispielsweise verwendet seit 2014 Kunststoffe von alten Computern, die im Rahmen des eigenen Recyclingprogramms zurückgewonnen werden, und verarbeitet diese wieder zu neuwertigen Kunststoffteilen für neue Produkte. All das spart Kosten und reduziert das Abfallvolumen.

Von Chancen und ersten Erfolgen

Obwohl sich die Erkenntnis, dass die Kreislaufwirtschaft unter dem Strich zu einer Verbesserung des Status Quo auf allen Ebenen beiträgt, immer mehr durchsetzt, bleibt noch viel zu tun. Konzerne, Banken und Regierungen müssen das Konzept einer breiteren Masse zugänglich machen. Sie sind die vertrauenswürdigen Institutionen, die auch Initiativen zur Kreislaufwirtschaft in kleinen, mittleren und großen Unternehmen fördern und unterstützen können.

Mehr als Recycling

Wie anfangs erläutert, basiert eine Kreislaufwirtschaft auf mehr als nur Abfallbeseitigung und Recycling. Schon in der Produktion müssen ökologische Grundsätze berücksichtigt werden, damit limitierte Ressourcen in der Lieferkette nach und nach durch verträglichere Materialien ersetzt werden können. Im zuletzt veröffentlichten Fortschrittsbericht 2018 zur Umweltverträglichkeit von Apple heißt es z. B. dazu, dass man sich 2017 zu einer „geschlossenen“ Lieferkette verpflichtet habe und Materialien wie Mineralien aus alten Geräten gewonnen würden, um eines Tages den gesamten Rohstoff-Abbau einstellen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Apple vor kurzem einen Demontage-Roboter entwickelt, der mehr Materialien zurückgewinnt als bisherige Recycling-Methoden.

Bei Lexmark werden bereits Toner oder Druckkassetten, die über das Lexmark Druckkassetten-Rückführungsprogramm (LCCP) zurückgegeben werden, demontiert. Wiederverwendbare Komponenten werden gezielt für die Produktion neuer Kassetten eingesetzt. Besonders seit 2015 zeigen Lexmarks Kennzahlen des Key Performance Indicator (KPI) für Corporate Social Responsibility (CSR) deutlich nach oben. Bei der Abfallverwertung hat das Unternehmen mittlerweile eine Recyclingquote von 74 Prozent erreicht und auch das Ziel, den Stromverbrauch der Farblaser-Multifunktionsprodukte im Stand-by-Modus zu reduzieren, ist mit 93 Prozent Senkung ebenfalls schon erfolgreich umgesetzt.

Nicht nur Verpflichtung, sondern Chance auf neue Wachstumsmöglichkeiten durch konsequente Kreislaufwirtschaft

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft wird durch die zunehmende Ressourcenknappheit weiter an Fahrt gewinnen. Und natürlich werden Unternehmen hier nie allein ökologische Gründe im Blick haben, sondern auch schauen, dass die finanzielle Seite stimmt. Dass die Kreislaufwirtschaft genau dafür viele neue Wachstumsmöglichkeiten bietet, wird bei der flächendeckenden Durchsetzung helfen. Sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht werden Unternehmen und Staat einem breiten Diskurs über Verschwendung und Nachhaltigkeit nicht ausweichen können.

Die gute Erkenntnis für uns alle ist: Werden Ressourcen, Komponenten, Produkte und Dienstleistungen so lange wie möglich im wirtschaftlichen Lebenszyklus gehalten, könnte sich das gegenwärtige Abfallproblem zukünftig vielleicht tatsächlich in Wohlstand und finanziellen Gewinn umwandeln lassen. Wenn alle mitmachen.

Hartmut Rottstedt, Geschäftsführer Lexmark Deutschland GmbH, www.lexmark.com/de

 

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