Warum 2026 zum Entscheidungsjahr wird

Hybrides Arbeiten vor der Neuordnung

hybrides Arbeiten

Hybrides Arbeiten galt lange als flexible Antwort auf die Pandemie. Doch 2026 stehen Unternehmen vor einer grundsätzlichen Neujustierung.

Steigende Büro- und Energiekosten, wachsender Effizienzdruck und neue Erwartungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie machen deutlich: Zwischen Homeoffice und Präsenz braucht es mehr als Kompromisse.

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Auswertungen der Workplace-Intelligence-Plattform LIZ Smart Office zeigen laut CEO Robert Dittrich, dass sich Arbeitsmodelle zunehmend datenbasiert steuern lassen – und müssen.

Vom Bauchgefühl zur Datengrundlage

Viele Organisationen treffen Entscheidungen über Büroflächen, Anwesenheitspflichten oder Meetingstrukturen noch immer auf Basis von Annahmen. Doch diese Praxis wird zunehmend kostspielig.

Die von LIZ analysierten Buchungs- und Nutzungsdaten zeigen, dass spontane Homeoffice-Tage abnehmen, während fest geplante Team-Präsenztage zunehmen. Präsenz entsteht also nicht zufällig, sondern gezielt dort, wo Zusammenarbeit, Ausbildung und Unternehmenskultur davon profitieren.

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Gleichzeitig wird deutlich, wie ineffizient viele Büroflächen genutzt werden. Leerstehende Räume verursachen spürbare Neben- und Energiekosten. Unternehmen reagieren darauf mit belegungsabhängiger Steuerung: einzelne Wochentage werden gebündelt genutzt, andere Bereiche temporär geschlossen, Reinigung und Energieverbrauch an reale Nutzung angepasst.

Kostenfaktor Leerstand

Die Daten legen nahe, dass ungenutzte Flächen nicht nur organisatorisch problematisch sind, sondern auch wirtschaftlich. Wer Büroflächen nicht flexibel steuert, zahlt für Räume, die kaum Mehrwert liefern.

Damit verschiebt sich die Diskussion: Es geht weniger darum, ob Mitarbeitende im Büro oder im Homeoffice arbeiten, sondern wie vorhandene Flächen effizient geplant und genutzt werden können. Büro wird nicht abgeschafft, sondern strategischer eingesetzt.

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Vereinbarkeit wird messbar

Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse betrifft Beschäftigte mit Betreuungs- oder Pflegeaufgaben. Planbarkeit wird zum zentralen Faktor für echte Vereinbarkeit.

Daten zeigen, dass bestimmte Zeitfenster – etwa frühe Nachmittage zu Wochenbeginn – regelmäßig überlastet sind. Kurzfristige Präsenzanforderungen oder schlecht getaktete Meetings erhöhen Stress und Fehlzeiten.

Mit speziellen Kennzahlen zur Planbarkeit und Auslastung lassen sich solche Muster erkennen. Unternehmen können darauf reagieren, indem sie Meetingzeiten anpassen, Vorlaufzeiten verlängern oder hybride Zusammenarbeit strukturierter organisieren. Ziel ist es, Überlastung frühzeitig zu vermeiden und Arbeitszeiten besser mit privaten Verpflichtungen in Einklang zu bringen.

Künstliche Intelligenz als Steuerungsinstrument

Für Dittrich markiert 2026 auch technologisch eine Zäsur. Künstliche Intelligenz wird zunehmend zur Grundlage der Arbeitsorganisation. Statt manueller Abstimmung analysieren Systeme Team-Rhythmen, Raumauslastung oder Pendelzeiten und schlagen optimale Zeitfenster für Meetings oder Präsenzphasen vor.

Auch Schicht- und Flächenplanung können automatisiert werden, indem individuelle Verfügbarkeiten, Verkehrsanbindungen oder Auslastungsdaten berücksichtigt werden.

Gleichzeitig offenbart diese Transparenz Defizite: Viele Unternehmen wissen bislang nicht genau, wie ihre Räume tatsächlich genutzt werden oder wie sich Arbeitszeiten real verteilen. Die Datengrundlage wird damit selbst zum Treiber weiterer Digitalisierung.

Mehr Steuerung statt Ideologie

Die Debatten um Homeoffice oder Präsenzpflichten werden 2026 weniger ideologisch geführt. Statt pauschaler Vorgaben rücken messbare Kriterien in den Mittelpunkt.

Hybrides Arbeiten wird damit zur organisatorischen Rechenaufgabe: Wie lassen sich Kosten senken, Zusammenarbeit fördern und Vereinbarkeit verbessern – auf Basis konkreter Nutzungsdaten?

Die zentrale Erkenntnis: Unternehmen brauchen nicht zwingend weniger Büro, sondern eine präzisere Steuerung. Wer Arbeitsmodelle datenbasiert plant, kann Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterzufriedenheit besser miteinander verbinden.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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