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COVID-19

Kurz nach dem von der Bundesregierung beschlossenen erneuten Lockdown hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute in seiner Herbstprognose 2020 neue Wirtschaftszahlen präsentiert. Dabei mussten die zuletzt optimistischen Prognosen, die ein Wachstum von 1,1% für das vierte Quartal vorhersagten, auf +0,4% korrigiert werden – eine Folge des am Mittwoch verhängten Lockdowns.

Dass die Wirtschaft sich im Sommer stark erholen konnte (+8,2%) zeigt aber auch: Wir haben eine leistungsstarke Wirtschaft in Deutschland, die auch während der Pandemie Wachstumskräfte entfalten konnte. Für die kommenden Monate wird es daher nun entscheidend sein, dass Maßnahmen einerseits dynamisch korrigiert und angepasst werden, um die Konjunktur zu stärken. Gleichzeitig ist es wichtig, dass staatliche Hilfen zielgenau und unbürokratisch in der Wirtschaft ankommen.

Ein neuer Lockdown trifft auch den digitalen Mittelstand

Gleichwohl hat sich die Lage zweifelsohne durch das sich rasant entwickelnde Infektionsgeschehen der letzten Wochen in Deutschland zugespitzt. Das am Mittwoch durch die Bundesregierung erklärte Ziel, persönliche Kontakte stark zu reduzieren, ist daher grundsätzlich verständlich und nachvollziehbar. „Dennoch appellieren wir als Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) an die Bundesregierung, mit dem gebotenen Augenmaß vorzugehen, damit die Wirtschaft nicht stärker belastet wird als zwingend nötig. Dazu gehört, die getroffenen Entscheidungen fortlaufend zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren“, erklärt der Präsident des BITMi, Dr. Oliver Grün. „Besonders wichtig ist es aus unserer Sicht jedoch, dass alle Maßnahmen einer langfristig angelegten Strategie folgen, die der Wirtschaft bei allen Unwägbarkeiten eine gewisse Sicherheit geben. Eine Aneinanderreihung von Lockdowns light kann keine Lösung sein.“

Auch vermeintlich nicht betroffene Sektoren wie beispielsweise der IT-Mittelstand bekommen die Konsequenzen der Corona-Krise immer stärker zu spüren. Das zeigt eine aktuelle Mitgliederbefragung des BITMi. Während zu Beginn der Pandemie im Frühjahr nur ein Drittel des IT-Mittelstands von Umsatzeinbußen berichtete, sind es jetzt bereits doppelt so viele der mittelständischen IT-Unternehmen. Die Zurückhaltung der Anwender-Unternehmen wird nun auch in vielen Teilen des IT-Mittelstands spürbar.

Wichtige Digitalisierungsvorhaben in Gefahr

Denn während über den durch Corona ausgelösten Digitalisierungsschub berichtet wird, gerät aus dem Blick, dass es sich dabei hauptsächlich um oberflächliche und kurzfristige Digitalisierungsprojekte – vornehmlich im Bereich Kommunikation und Kollaboration – handelt. Zukunftsprojekte der Digitalisierung, in denen es darum geht, die eigenen Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und mit neuen Technologien wie Big Data und KI anzureichern, werden dagegen auf Eis gelegt. „Ohne eine solche nachhaltige Digitalisierung unserer Wirtschaft können wir den Rückstand im internationalen Vergleich leider nicht aufholen“, gibt BITMi-Präsident Grün zu bedenken. „Doch in der aktuellen Lage ist es auch verständlich, dass viele Unternehmen erst einmal um ihr Überleben kämpfen. Von Seiten der Politik wäre es ein wichtiges Signal, Bemühungen tiefgreifender und nachhaltiger Digitalisierung gezielt zu unterstützen.“

Hilfsmaßnahmen für betroffene Unternehmen

Damit die von der Bundesregierung beschlossene außerordentliche Wirtschaftshilfe in Höhe von 75% des jeweiligen Umsatzes aus November 2019 ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen deshalb auch diejenigen Unternehmen in den Blick genommen werden, die nun indirekt vom Lockdown betroffen sind. Auf der von der Bundesregierung angekündigten Empfängerliste mittelbar betroffener Unternehmen muss sich somit auch der IT-Mittelstand wiederfinden. Eine Welle drohender Insolvenzen in diesem Bereich wäre für zahlreiche Digitalisierungsvorhaben in Deutschland, für die innovative IT-Mittelständler unverzichtbar sind, ein schmerzhafter Rückschritt.

www.bitmi.de


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