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Cloud Computing

Wie schafft man es, Informationen aus SAP-Systemen mit anderen Unternehmensinformationen zu verbinden und auszuwerten? Indem man sie in eine Nicht-SAP-Cloud migriert.

Dieser Artikel zeigt, wie sich SAP-Daten in eine auswertungsorientierte Cloudplattform laden lassen, die außerhalb der SAP-Produktwelt steht und deshalb eine größere Flexibilität, günstigere Kostenstrukturen und mehr Möglichkeiten bietet.

Daten müssen immer universaler und schneller verfügbar sein. Im Mittelpunkt von digitalen Initiativen steht dabei nicht mehr die Digitalisierung von Informationen an sich, sondern ihre Verbindung und Integration mit anderen Daten. Viele SAP-Kunden stehen vor der Entscheidung, ob sie ihre ERP-Daten in der SAP Cloud hosten sollen. Häufig sprechen Kostengründe dagegen, aber auch Bedenken aufgrund der fehlenden Anpassbarkeit und Integrierbarkeit, wenn es um den umfassenden Blick auf Daten geht: Informationen aus anderen Unternehmenssystemen lassen sich nur schwer miteinander integrieren, insbesondere mit solchen aus SAP-Anwendungen.

360°-Perspektive auf Daten

Die Lösung sind unabhängige Cloud-Plattformen, in denen sich nicht nur alle Arten von Daten hosten lassen, sondern die auch eine integrierte Auswertung erlauben, also die berühmte 360°-Perspektive auf Daten. Auf dem Markt existieren mittlerweile Cloud-Lösungen, die mehr als nur Datenhosting anbieten. Einen besonders interessanten Ansatz verfolgt der vor kurzem an die Börse gegangene US-Hersteller Snowflake. Er bietet ein komplettes Data Warehouse in der Cloud mit europäischen Standorten an. Das System wurde dabei von Anfang an als eine cloud-basierte Lösung für Datenhaltung und Data Warehousing konzipiert, die als zentrale Datenplattform agieren kann. Die Funktionen, Skalierbarkeit und Performance gehen deshalb weit über das hinaus, was bei SAP und anderen Herstellern angeboten wird. Zusammen mit dem Pay-as-you-use-Modell (bezahlt wird nur für in Anspruch genommene Rechenleistung, z.B. Datenauswertungen) kann das für Unternehmen eine interessante Alternative zu anderen Cloud-basierten Datenbanken sein.

Eine SAP-Landschaft ist bei den meisten Anwendern historisch und on-premise gewachsen, das heißt, sie ist sehr komplex. SAP-Systeme sind zu Silos mit riesigen Datenmengen geworden, an die nur schwer heranzukommen ist. Andererseits sind die darin liegenden Informationen für Unternehmen aber auch extrem wertvoll, vor allem, wenn sie es schaffen, die Daten mit anderen Informationen aus der Produktion oder anderen Systemen zu verschneiden. Hier können cloud-basierte Datenhaltungssysteme entscheidende Vorteile bringen, vor allem, wenn Daten schnell für Auswertungen bereitstehen müssen oder externen Anwendergruppen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Single Point of Truth in der Cloud

Bei Cloud-Plattformen liegen alle Daten an einem zentralen Ort und bieten dadurch einen Single Point of Truth. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, sind regelmäßige Aktualisierungen, skalierbare Leistung und weniger Arbeit für die IT-Abteilung, die sich nicht um Aufgaben wie Maintenance kümmern muss. Der Wert der Daten lässt sich durch die Abbildung von Sharing-Szenarios noch maximieren, weil z.B. Teile eines Data Warehouse externen Anwendern wie Mitarbeiter, Kunden oder Partnern für eigene Analysen zur Verfügung gestellt werden können, ohne das Daten kopiert oder bewegt werden müssen.  Mit einer reinen SAP-Lösung ist das nur schwierig möglich und in der Regel recht teuer.

Migration von SAP-Daten

Die Migration von Daten aus SAP in die Cloud funktioniert dank eines alten Bekannten aus der Datenintegrationswelt einfach und schnell: das ETL-Tool Pentaho verfügt über viele offene Schnittstellen, darunter auch zu SAP ERP und SAP BW. Der große Funktionsumfang zum Extrahieren und Laden von Daten ist auf die fast 20-jährige Entwicklungsgeschichte von Pentaho zurückzuführen. 2015 wurde die Anwendung von Hitachi Vantara gekauft, 2018 der integrierte SAP Connector komplett überarbeitet. 

Die Datenintegration erfolgt in Pentaho nicht durch Programmierung, sondern visuell per Drag and Drop. Das erleichtert die ETL-Durchführung erheblich und stellt einen entscheidenden Vorteil dar, wenn neue Mitarbeiter im Unternehmen schnell verstehen sollen, was mit den Daten passiert, ohne seitenweise Code lesen bzw. schreiben zu müssen. Außerdem haben Unternehmen die Sicherheit, dass Daten selbst dann bewegt werden, wenn sich im Quell- oder Zielsystem die Schnittstelleninformationen ändern. Mit wenigen Schritten können SAP-Daten automatisiert in ein Cloud Data Warehouse geladen werden. Nach der initialen Beladung sind regelmäßige Updates möglich (delta oder full load). 

Moderne Cloud-Plattformen stellen für datengetriebene Unternehmen eine spannende Alternative zur SAP Cloud Platform und anderen Anbietern dar, weil sie auf offene Schnittstellen und Integration setzen. Daten können damit nicht nur einfach in die Cloud geladen, sondern auch mit Informationen aus anderen Quellen zusammengeführt und um Planzahlen ergänzt werden. Damit können Unternehmen ganz neue Auswertungs- und Sharingszenarios umsetzen.

Eine Übersicht des Data Warehousing in der Cloud findet sich in diesem Leitfaden „Cloud Data Warehouse Migration“ und im folgenden Video.

Stefan Müller, Director Big Data Analytics & IoT
Stefan Müller
Director Big Data Analytics & IoT, it-novum

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