VERANSTALTUNGEN

it-sa 2018
09.10.18 - 11.10.18
In Nürnberg

plentymarkets Omni-Channel Day 2018
12.10.18 - 12.10.18
In Kassel

Digital Marketing 4Heroes Conference
16.10.18 - 16.10.18
In Wien und München

4. Esslinger Forum: Das Internet der Dinge
17.10.18 - 17.10.18
In Esslingen

Automate IT
18.10.18 - 18.10.18
In Frankfurt am Main

Snow Lizenzmanagement 700

Bild: snow software AB

Wer ist eigentlich dieser SAM und was hat das mit SAP zu tun? Ein Interview mit Joachim Paulini, SAP Chief Developer, snow software AB.

Was ist SAM und weshalb im Zusammenhang mit SAP so wichtig?

Joachim Paulini: SAM steht für Software Asset Management. Es geht dabei um die Kontrolle und Optimierung des Inventars an Software-Lizenzen im Unternehmen, das durch Mobile Apps, Cloud Computing und SaaS-Modelle zunehmend unübersichtlich wird. Die hohe Bedeutung im Zusammenhang mit SAP ergibt sich, weil SAP zu den Lizenzgebern gehört, die die aggressivsten Audit-Strategien verfolgen. Snow Software hat ermittelt, dass 70 Prozent ihrer Kunden mindestens einmal pro Jahr einem Audit unterzogen werden. Stellen die Prüfer dabei fest, Software ohne lizenzrechtliche Erlaubnis genutzt wird, zieht das hohe Vertragsstrafen nach sich. Dank SAM lässt sich das weitgehend ausschließen.

In jüngerer Zeit hat SAP ja auch Prozesse gegen einige namhafte Kunden geführt. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Joachim Paulini: In der Tat: SAP hat Diageo 2017 vor einem britischen Gericht auf eine zweistellige Millionensumme verklagt – das ist das Unternehmen, das hinter Getränken wie Johnny Walker, Baileys oder Guinness steht. Auch die Brauereigruppe Anheuser-Busch wurde von SAP verklagt, hier stand sogar eine Strafe in Höhe von 600 Millionen US-Dollar im Raum. In beiden Fällen ging es um die sogenannte „indirekte Nutzung“.

Indirekte Nutzung, was genau ist darunter zu verstehen?

Joachim Paulini: Direkte Nutzung ist, wenn ein Nutzer SAP-Daten über eine SAP-Oberfläche aus einer SAP-Datenbank abruft. Greift er hingegen über ein Drittprogramm auf diese Datenbank zu, fällt das unter indirekte Nutzung. Wie solche Nutzungsformen im Rahmen vertraglicher Abmachungen zu bewerten und vor allem zu vergüten sind, ist ein fortdauernder Streitpunkt zwischen SAP und seinen Kunden. Oft ist schon die Abgrenzung problematisch, denn die exakte Definition indirekter Nutzung variiert von Kunde zu Kunde. Ob zusätzliche Lizenzen notwendig sind oder nicht, hängt beispielsweise davon ab, ob Daten innerhalb des SAP-Systems verändert werden oder inwieweit Aktionen des Nutzers Einfluss auf die Programminteraktionen haben.

Gewissermaßen in Reaktion darauf hat SAP jetzt ein neues Abrechnungsmodell eingeführt. Wurde früher pro angelegtem Nutzer gezahlt, stehen nun sogenannte „Digital Objects“ im Mittelpunkt. Die Änderungen sind jedoch zwiespältig zu bewerten. Einerseits hat SAP mit ihnen gezeigt, dass es selbstverständlich daran interessiert ist, die Probleme mit indirekter Nutzung konstruktiv zu lösen. Andererseits sorgt das Hin und Her für zusätzliche Verwirrung, das Chaos ist eher noch größer als vorher. Für Unternehmen ergeben sich daraus große Unsicherheiten und damit entsprechende finanzielle Risiken, gegen die sie sich absichern müssen.

Wie sollten sie dabei vorgehen?

Joachim Paulini: Letztlich geht es für Unternehmen um zweierlei: Erstens müssen sie herausfinden, ob ein Wechsel auf das neue Lizenzmodell sich für sie wirtschaftlich lohnt. Zweitens müssen sie sich auf Vor-Ort-Überprüfungen durch SAP-Audit- Teams adäquat vorbereiten. Hilfreich fürdie Analyse und Bewertung der eigenen Lizenzsituation sind speziell auf SAP zugeschnittene SAM-Lösungen. Mit solchen Tools lässt sich die SAP-Nutzung im Unternehmen genau analysieren und mit dem Lizenzbestand abgleichen. So lassen sich Lizenzverstöße ausschließen, indirekte Nutzungsszenarien identifizieren und die Kosten optimieren. Ein professionelles und mit ausreichend Personal ausgestattetes Lizenzmanagement und ein SAM-Tool gehören mittlerweile zur Grundausstattung der meisten IT-Abteilungen größerer Unternehmen. Nur in der SAP-Welt ist diese Entwicklung noch nicht voll angekommen – das muss sich dringend ändern. 

Herr Paulini, wir danken für dieses Gespräch.

 

Joachim PauliniJoachim Paulini, Leitender Architekt von Snow Optimizer for SAP Software. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Joachim Paulini auf SAP spezialisiert. Seine praktische Erfahrung umfasst Entwicklung, Beratung, Projektmanagement, SAP-Add-On-Entwicklung, Software-Architekturdesign sowie die Implementierung von Lizenzmanagement, Vertragsmanagement und SAM-Systemen.

snowsoftware.com/de

GRID LIST
Public Cloud

SAP S/4HANA aus der Public Cloud

Mit SAP S/4HANA können Unternehmen die Chancen der Digitalisierung in Echtzeit…
ERP Taste

Datenintegrität beginnt im ERP-System

Nur wer seinen Daten vertrauen kann, trifft wirklich fundierte Entscheidungen. Die…
Strategie-Sitzung

Digitalisierungsstrategien mit SAP auf dem Prüfstand

Der diesjährige DSAG-Jahreskongress der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. steht…
Tb W190 H80 Crop Int 2f6e139bc85d13538ad40c191f59f3b3

SAP S/4HANA: Mit Echtzeit in die Neuzeit?

In einer aktuellen internationalen IDC-Umfrage gaben mehr als zwei Drittel der befragten…
SAP

So gelingt die Migration auf SAP S/4HANA mit Microsoft Azure

Bis 2025 soll die Transformation zu SAP S/4HANA beendet sein. Damit diese gelingt, bringt…
Made in Germany

Wie ERP-Systeme den Nachweis von „Made in Germany“ & Co. erleichtern

„Made in Germany“ ist seit Jahren ein Gütesiegel für Qualität auf Spitzenniveau, vom…
Smarte News aus der IT-Welt