Kommentar

So optimieren Händler 2022 Abwicklungsprozesse und Customer Journey

Mit der steigenden Anzahl an Onlinebestellungen und der Nachfrage nach Just-in-Time-Delivery verstärken sich in diesem Jahr viele Trends, die sich schon in den vergangenen Jahren zeigten. Denis Masch, Solutions Consultant und Project Manager, bei GreyOrange beschreibt wie Händler in diesem Jahr ihre Abwicklungsprozesse optimieren können und so für eine einzigartige Customer Experience sorgen.

2022 wird erst richtig deutlich, wie stark die Branche vom Arbeitskräftemangel und dem Mangel an großen Lagerflächen betroffen ist. Die Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass es eine “Erwerbslücke” von 1,2 Millionen Arbeitskräften gibt, davon zwei Drittel Fachkräfte. Obwohl mehr als 2,2 Millionen Menschen eine Beschäftigung gefunden haben, gibt es immer noch eine Rekordzahl an offenen Stellen auf dem Markt – etwa 1,3 Millionen. In Bezug auf Warenlager bleibt es für Unternehmen weiterhin schwierig, Arbeitskräfte anzuwerben und auch zu halten. Gleichzeitig ist es zunehmend komplexer geworden, Lagerflächen zu vergrößern.

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Optimierung von Distributionszentren

Eine Möglichkeit, um den Mangel an verfügbarem Platz zu kompensieren und Bestellungen schneller abzuwickeln, sind Mikro-Fulfillment-Zentren. Von den dadurch beschleunigten Abläufen profitieren nicht nur Händler, die durch eingehaltene Lieferversprechen eine positive Customer Journey erzielen. Mikro-Fulfillment-Zentren sind auch für Vermieter und Kommunen attraktiv, da leerstehende Flächen optimal genutzt werden können. Der Standort von Vertriebszentren spielt in Zukunft eine immer wichtigere Rolle: Bisher war vor allem die Verkehrsinfrastruktur ein Kriterium für die Standortwahl.

Online-Händler müssen sich zukünftig jedoch an den Verbrauchern und verfügbaren Arbeitskräften orientieren und den Standort ihrer Warenlager danach auswählen. Fahrer sollen schnelle Wege zwischen Warenlagern und den Zieladressen haben und Kunden in kürzester Zeit ihre Bestellungen liefern. Händler müssen zudem planen, welchen Bestand sie an welchem Ort lagern, da sich Produkte eines Unternehmens unterschiedlich schnell verkaufen. In Zukunft werden viel verkaufte Produkte überwiegend lokal und nah am Kunden platziert, um eine schnelle Lieferung zu ermöglichen. Weniger beliebte Artikel werden hingegen zentral oder regional platziert. KI-gestützte Analysen helfen Unternehmen dabei, solche Standort-Entscheidungen zu treffen.

Mehr Onlinebestellungen, mehr Retouren

Mit dem Anstieg an Onlinebestellungen wird auch in diesem Jahr die Anzahl der Retouren weiter steigen. Automatisierung beschleunigt den Retourenzyklus dabei in mehrfacher Hinsicht: Sie kann die Produkte aus den Retourenstapeln schneller in den Bestand in den Bestand zurückführen und die für den Wiederverkauf geeigneten Waren präferiert bearbeiten. Retourensysteme tragen ebenfalls entscheidend dazu bei, die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung zu erhöhen. Wenn der Rückgabeprozess einfach, schnell und kostenlos ist, wirkt sich das auch auf die Customer Experience aus.

Analytics ist an dieser Stelle nicht nur ein aktuelles Modewort. Prognosen mittels Künstlicher Intelligenz und Machine Learning gehören zu den internen Prozessoptimierern. Kurz- und mittelfristig sind sie zentrale Erfolgsfaktoren im Warenmanagement. Sie ermöglichen es, auf der Grundlage automatisierter Echtzeitsysteme effizienter zu arbeiten. So können Händler besser informierte Entscheidungen auf Basis der Auftragsabwicklung treffen, was den Benchmark-Output pro Stunde erhöhen wird.

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Multi-Roboter-Orchestrierung wird dominieren

Mit der zunehmenden Verbreitung von automatisierten Prozessen in verschiedenen Bereichen im Warenlager werden Einzelhändler Lösungen von unterschiedlichen Anbietern einsetzen. Um einen einheitlichen Arbeitsablauf für verschiedene Robotiklösungen zu erreichen, müssen die verschiedenen Systeme integriert werden. Integrationsplattformen spielen hier eine wichtige Rolle, um den Zeitaufwand für die Integration einzelner Robotersysteme zu verringern. Eine solche Integration ist der erste Schritt zur Orchestrierung, das heißt zur optimalen Zusammenarbeit mehrerer verschiedener Systeme.

Für Unternehmen, die moderne Fulfillment-Technologien noch nicht oder nur teilweise implementiert haben, wird die Integration von einzelnen Systemen ein echtes Problem darstellen. Sie müssen sich in diesem Jahr stärker denn je auf die Optimierung ihrer Prozesse und die intelligente Verbindung ihrer Systeme konzentrieren, um effizient und wettbewerbsfähig zu bleiben und eine positive Customer Experience aufrechtzuerhalten.

www.greyorange.com
 

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