Ein Shopware Shop kann technisch sauber laufen, gut aussehen und trotzdem kaum organischen Traffic liefern. Organische Sichtbarkeit entsteht dort, wo Inhalte und Technik sinnvoll zusammenspielen. Dafür bietet Shopware als Shopsystem eine solide Grundlage.
Viele Potenziale lassen sich intern umsetzen, andere erfordern SEO-Expertise oder technisches Know how. Zur technischen Umsetzung arbeiten viele Shopware Shops mit einer Shopware Agenturzusammen, da einige Anpassungen auch tief in das Shopsystem eingreifen.
Wo SEO im E Commerce wirklich wirkt
Mit einem Blick in die Google Search Console wird schnell deutlich, dass organischer Traffic im E-Commerce vor allem über Kategorieseiten entsteht. Nutzer suchen nach Lösungen, weniger nach konkreten Produktnamen. Klicks aus der Google-Suche für „Laufschuhe für Asphalt“ oder „Hausschuhe“ führen fast immer auf Kategorieseiten.
Kategorien bringen Reichweite, Produktseiten holen den Umsatz. Beides gehört zusammen. Generische Begriffe wie “Hausschuhe” sorgen für viel Suchnachfrage, spezifische Suchanfragen wie “Hausschuhe für den Winter” für weniger Suchnachfrage, aber eine hohere Conversion Rate. Erfolgreiche Shops decken die Suchnachfrage möglichst vollständig ab.
Title und Meta Description entscheiden über den Klick
Title und Meta Description zählen zu den wichtigsten Ranking Faktoren im SEO und sie entscheiden ganz konkret darüber, ob ein Nutzer klickt oder weiterscrollt. Trotzdem werden sie im Alltag vieler Onlineshops vernachlässigt, gerade bei großen Sortimenten.
Shopware spielt hier seine Stärke aus. Mit passenden Plugins lassen sich Title und Meta Descriptions regelbasiert erstellen. Die Umsetzung erfolgt nach selbst festgelegten Regeln und kann automatisiert in einem Durchlauf umgesetzt werden. So können auch große Onlineshops innerhalb kürzester Zeit sehr gute Ergebnisse erzielen.
Ein Beispiel für eine Kategorieseite:
Titel: Edelstahl Trinkflasche online kaufen
Meta Description: Edelstahl Trinkflasche online kaufen ✓ Große Auswahl ✓ Versandkostenfrei ab 49 € ✓ 50.000 zufriedene Kunden
Ein Beispiel für eine Produktseite:
Titel: Edelstahl Trinkflasche 750 ml matt schwarz kaufen
Meta Description: Robuste Edelstahl Trinkflasche mit 750 ml Volumen ✓ Auslaufsicher ✓ spülmaschinengeeignet ✓ ideal für unterwegs
Überschriften sauber und eindeutig strukturieren
Auch die Überschriftenstrukturen ist ein wichtiges Ranking-Signal für Google. Die H1-Überschrift ist besonders wichtig und sollte auf jeder Landingpage exakt einmal vorkommen.
Für Kategorieseiten gilt:
- Der Kategoriename eignet sich als gute H1-Überschrift
- Die H2-Überschrift eignet sich beispielsweise für einen Kaufratgeber unterhalb des Produktlistings.
Für Produktseiten gilt:
- Der Produktname eignet sich als gute H1-Überschrift
- Produktbeschreibung, technische Details, Bewertungen, FAQs oder “ähnliche Produkte” sind ideale H2-Überschriften
Facettennavigation bewusst einsetzen
Mit Facettennavigation sind Filter innerhalb von Kategorieseiten gemeint, etwa Farbe, Material oder Eigenschaften. Technisch entstehen dadurch in erster Linie zusätzliche Kategorien, die im Standard von Shopware nicht als indexierbar gestaltet sind. Das entspricht den Best Practices und ist gewollt.
Auf der anderen Seite kann es sinnvoll sein, bestimmte Filterkombinationen zu indexieren, wenn eine echte Suchnachfrage gibt. Kategorie & Farbe oder Kategorie & Material sind typische Beispiele. Als grobe Faustregel sind mindestens fünf Produkte pro Kategorie und eine entsprechende Suchnachfrage empfehlenswert.
Im Shopware Store finden sich Plugins, die eine regelbasierte Indexierung von Facettennavigationen erlauben. So lassen sich gezielt relevante Filter für Suchmaschinen öffnen, während andere ausgeschlossen bleiben.
Produktbeschreibungen, die echte Fragen beantworten
Gute Produktbeschreibungen beantworten konkrete Fragen:
- Für wen ist das Produkt geeignet
- Was unterscheidet es von Alternativen
- Gibt es technische Besonderheiten
- Welche Erfahrungen haben andere gemacht
Je vollständiger sie gepflegt sind, desto besser können Produkte von Suchmaschinen verstanden werden. So ist beispielsweise die Darstellung von EANs in vielen Fällen empfehlenswert.
Unterkategorien sinnvoll intern verlinken
Die interne Verlinkung ist ein oft unterschätzter SEO-Hebel. Werden Unterkategorien gezielt verlinkt, finden Nutzer schneller, was sie suchen. Gleichzeitig bewerten Suchmaschinen diese Seiten als relevanter, weil sie häufiger intern verlinkt sind. Davon profitieren langfristig die Rankings. Auf Kategorieebene können Unterkategorien noch vor den Produktlistings platziert werden, sodass Nutzer und die organische Sichtbarkeit profitieren.
Fazit
Die SEO Potenziale in Shopware Shops sind sehr individuell. Für manche Onlineshops ist SEO ein Hauptumsatztreiber, für andere spielt organischer Traffic kaum eine Rolle. Viele Grundlagen lassen sich bereits selbst und ohne Expertenwissen umsetzen. Für tiefergehende und professionelle Suchmaschinenoptimierung ist die Unterstützung durch erfahrene Experten jedoch oft entscheidend.