Emerging Technologies

Diese Technologien haben einen Wendepunkt erreicht

Technologie

KI ist nicht länger nur auf Software beschränkt. Im Jahr 2026 bewegen sich neue Technologien zunehmend in die physische Welt und verändern Handel, Entwicklung und operative Prozesse grundlegend. Erfahren Sie, worauf Führungskräfte jetzt Prioritäten setzen sollten und was noch warten kann.

Jahrelang experimentierten Unternehmen mit KI hauptsächlich in Form digitaler Pilotprojekte – Chatbots, Copilots und Analyseanwendungen. 2026 endet diese Ära. Die wichtigsten neuen Technologien führen KI nun von der Experimentierphase in den operativen Einsatz und integrieren Intelligenz direkt in Transaktionen, Softwareentwicklung, physische Abläufe und Kundenerlebnisse.

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Die aktuelle Forrester-Analyse der wichtigsten neuen Technologien zeigt einen entscheidenden Wandel: Der Wert einer Technologie bemisst sich heute nicht mehr an ihrem Neuheitsgrad, sondern daran, ob KI autonom, sicher und skalierbar agieren kann. Einige Technologien sind bereits heute in der Lage, messbaren geschäftlichen Nutzen zu liefern. Andere erfordern Geduld, Disziplin und eine höhere Risikobereitschaft.

Kurzfristige Gewinner: Transaktionen, Vertrauen und Kontrolle

Drei neue Technologien stechen durch ihren kurzfristigen geschäftlichen Nutzen besonders hervor.

  • Agentic Commerce (KI-gestützter, agentenbasierter Handel) verändert grundlegend, wie Kunden und Unternehmen einkaufen. Anstatt fragmentierte Prozesse selbst zu durchlaufen, können KI-Agenten Optionen vergleichen, Ergebnisse empfehlen und zunehmend Transaktionen im Auftrag der Nutzer durchführen. Bereits heute liefert dies in kontrollierten, unternehmenseigenen Umgebungen wie Websites, Apps und B2B-Beschaffungssystemen messbare Ergebnisse. Das Risiko liegt dabei weniger in der Einführung als vielmehr in der Governance: Identität, Haftung und Vertrauen müssen sich weiterentwickeln, bevor agentengesteuerte Käufe breit skaliert werden können.
  • Technologischer Schutz für KI-Sicherheit und Vertrauen wird zunehmend unverzichtbar. Mit der Verbreitung generativer und agentenbasierter KI in Unternehmen entstehen neue Angriffsflächen – von Prompt-Injection über Modellmanipulation bis hin zu Datenlecks. Lösungen, die Governance, Laufzeitschutz, Erklärbarkeit und Compliance vereinen, ermöglichen es Unternehmen, KI schneller zu skalieren und gleichzeitig regulatorische sowie Reputationsrisiken zu reduzieren. Besonders Finanzdienstleister und der öffentliche Sektor gehen hier voran, da sie sich Fehler nicht leisten können.
  • Frontier-Modelle liefern führenden Innovatoren bereits heute bahnbrechende Fähigkeiten, insbesondere in Wissenschaft, Softwareentwicklung und komplexem logischem Denken. Allerdings erfordern diese Modelle tiefgehende Expertise, leistungsfähige Infrastruktur und robuste Kontrollmechanismen. Für die meisten Unternehmen liegt die eigentliche Chance nicht darin, eigene Frontier-Modelle zu entwickeln, sondern Architektur, Daten und Governance so vorzubereiten, dass diese Modelle später sicher integriert werden können.

Mittelfristige Investitionen: Geschwindigkeit, Skalierung und Autonomie

Die folgenden Technologien bewegen sich in einem Zeithorizont von zwei bis fünf Jahren und bieten hohe Chancen für Unternehmen, die bereit sind, ihre Arbeitsweise grundlegend neu zu gestalten.

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  • Agentengestützte Softwareentwicklung verlagert Teams vom eigentlichen Schreiben von Code hin zur Orchestrierung von Netzwerken aus KI-Agenten über den gesamten Software-Lebenszyklus hinweg. Erste Tools steigern bereits heute die individuelle Produktivität, doch der eigentliche Mehrwert entsteht erst, wenn Unternehmen Rollen, Workflows und Qualitätskontrollen neu definieren, um agentengestützte Entwicklung im großen Maßstab zu ermöglichen.
  • Multi-Agenten-Systeme erweitern dieses Konzept auf operative Prozesse. Durch die Koordination spezialisierter Agenten über langfristige Workflows hinweg können Unternehmen komplexe Prozesse in Kundenservice, IT-Betrieb und Lieferketten automatisieren. Das größte Risiko liegt hierbei weniger in der technologischen Reife als vielmehr in schlechter Orchestrierung und unzureichender Governance.
  • Physische KI, Robotik, autonomer Transport, KI-native Nutzererlebnisse und KI-Supercomputing bringen Intelligenz näher an die reale Welt – sei es durch Roboter in Lagerhäusern, KI-generierte Customer Journeys oder großskalige Rechenplattformen zum Training fortschrittlicher Modelle. Diese Technologien belohnen vor allem Disziplin: Pilotprojekte in kontrollierten Umgebungen, neu gestaltete Workflows und Investitionen in Integration statt isolierter Proofs of Concept.
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Langfristige Zukunftstechnologie: Quantencomputing

Quantencomputing bleibt transformativ, aber nicht unmittelbar bevorstehend. Zwar gibt es echte Fortschritte bei Optimierung, Simulation und Sicherheit, doch der kommerzielle Nutzen liegt größtenteils noch fünf oder mehr Jahre in der Zukunft. Unternehmen sollten sich daher zunächst auf Talente, Partnerschaften und quantensichere Kryptografie konzentrieren statt auf großflächige Implementierungen.

Drei Empfehlungen für Technologieführungskräfte:

  1. Investitionshorizonte an Geschäftsrisiken ausrichten: Nicht jede neue Technologie verdient sofortige Skalierung. Kurzfristiger ROI sollte klar von langfristigen strategischen Investitionen getrennt werden. 
  2. Governance vor Automatisierung stellen: Agentenbasierte Systeme verstärken sowohl Chancen als auch Risiken. Identität, Sicherheit und Verantwortlichkeit müssen von Anfang an mitgedacht werden. 
  3. Arbeit neu gestalten, nicht nur Werkzeuge einführen: Technologien wie agentengestützte Entwicklung und Robotik entfalten ihren Nutzen nur dann vollständig, wenn Unternehmen Rollen, Prozesse und Betriebsmodelle grundlegend überdenken. 

2026 sind neue Technologien nicht länger bloß interessante Konzepte, sondern entwickeln sich zu geschäftskritischer Infrastruktur. Gewinner werden diejenigen sein, die Ambition mit Disziplin und Experimentieren mit konsequenter Umsetzung verbinden.

Brian Hopkins

Brian

Hopkins

VP Emerging Technology & Principal Analyst

Forrester

Brian Hopkins leitet Forresters Forschung zu neuen Technologien mit Schwerpunkt auf KI, Automatisierung sowie der Zukunft digitaler und physischer Systeme. Er berät globale Technologie- und Business-Führungskräfte dabei, Innovationen in nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu verwandeln.
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