4 Netzwerktrends im Consumer-Bereich

Netzwerk Trends für die Zukunft

Verbraucher haben sich in den letzten Jahren an Arbeit und Unterhaltung im eigenen Zuhause gewöhnt. Mit der aktuellen Energiekrise wächst der Bedarf für effizienten Gebäudebetrieb. Angesichts dieser Entwicklungen erhält der Smart-Home-Bereich eine ganz neue Dynamik und stabile Konnektivität in den eigenen vier Wänden wird unerlässlich. Charles Cheevers, CTO Home Networks hat vier Trends identifiziert, die Technologieunternehmen im neuen Jahr auf dem Schirm haben sollten.

1.Investitionen in neue Technologien

Provider werden ihre Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur fortsetzen und die Anzahl der Glasfaser- und XGS-PON-Anschlüsse erhöhen. Diese Investitionen werden von den Anbietern als entscheidend für Wachstum und Bindung von Abonnenten durch die nächste Generation von Verbraucherdiensten in den nächsten fünf Jahren angesehen. Während 2022 die 2,5GBE-Schnittstelle in Gateways und zum ersten Mal in vielen Haushalten Einzug hielt, werden 2023 die ersten 10GBE-Schnittstellen in XGS-PON-Gateways verfügbar sein. Dies ist ein deutlicher Fortschritt im Ethernet-Bereich und ein weiterer Schritt auf dem Weg zum „10Gig Home“. Bis Verbraucher dies in vollem Umfang nutzen können, wird allerdings noch geraume Zeit vergehen. Zur Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeiten gehören auch neue Protokolle. In der zweiten Jahreshälfte 2023 soll zu diesem Zweck DOCSIS 4.0 in Feldversuchen getestet werden.

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Um die 10Gb/s-Geschwindigkeiten auf Kabelanlagen zu erreichen, muss das derzeit von QAM Video belegte Spektrum aufgegeben werden, insbesondere wenn die Anlagen nicht auf 1,8 GHz aufgerüstet werden, bevor der Bedarf an mehr IP-Kapazität entsteht. Mit der Einführung von 4K UHD-fähigen WLAN-Streamern/Set-Tops bewegen sich Kabelnetzbetreiber in Richtung All IP-Video, und 2023 wird sich dieser Trend vor der Einführung von DOCSIS 4.0 noch beschleunigen.

2. Zuverlässige Konnektivität für anspruchsvolle Verbraucher

Optimale Konnektivität in den eigenen vier Wänden ist heute ein Grundbedürfnis der meisten Menschen. Durch hybrides Arbeiten hat sich die Hauptauslastung auf die Zeiten zwischen 9 und 17 Uhr für Home Office und die übliche Spitze zwischen 17 und 21 Uhr für die Unterhaltung eingependelt. Da Verbraucher immer mehr Zeit zu Hause verbringen, um zu arbeiten, sich weiterzubilden und zu unterhalten, sinkt die Toleranz für unzuverlässige Breitbandverbindungen weiter. Anbieter von kabelgebundenen Breitbanddiensten werden nach Ausfallsicherungslösungen suchen und ein Modell finden müssen, das für sie und die Verbraucher funktioniert. Provider sollten sich auf die Zuverlässigkeit und Leistung von Wi-Fi konzentrieren, mit besseren Mesh-Lösungen und einer verstärkten Softwarekontrolle der über Wi-Fi bereitgestellten Dienste. 

Neben der reinen Geschwindigkeitsangabe werden Latenzzeiten ein immer wichtigerer Faktor, besonders unter Gamern. Mit Wi-Fi 6 Scheduling und den neuen Quality-of-Service-Protokollen können Gaming-Dienste mit definierten Geschwindigkeits-, Latenz- und Jitter-Leistungsstufen realisiert werden. Spiele werden im Jahr 2023 und darüber hinaus zu den wichtigsten Diensten gehören, die das 6-GHz-Wi-Fi-Spektrum nutzen. Die Kontrolle dieser Parameter ist auch für das Erlebnis von Metaverse-Umgebungen wichtig. Da wir uns mit AR/VR/MR zu mehr immersiven Erlebnisdiensten in den eigenen vier Wänden bewegen, wird es von entscheidender Bedeutung sein, eine neue Ebene der Latenzkontrolle zu implementieren, um angemessene Qualität zu garantieren.

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3. Wi-Fi 7 kommt

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass höherwertige Geräte im nächsten Jahr vermehrt Wi-Fi7-fähig sein werden. Wie schnell Verbraucher die zusätzliche Leistung der neuen Technologie annehmen, muss sich zeigen. Hersteller sind aber bereits dabei, Gateway-, Extender- und Konnektivitätslösungen für Wi-Fi 7 für Service Provider zu entwickeln. Technologie- und Lösungsanbieter werden mit Wi-Fi 7-Lösungen für PON-, DOCSIS- und FWA-Zugangsnetzwerken sowie mit Ethernet-basierten Wi-Fi 7-Zugangspunkten folgen.

In vielerlei Hinsicht war Wi-Fi 6E eine beschleunigte Version von Wi-Fi, um sicherzustellen, dass Wi-Fi-Lösungen als erste das neu zugewiesene 6-GHz-Spektrum nutzen. Mit Wi-Fi 7 können Anwendungen die vollständige Kontrolle über die Wi-Fi-Frequenzbänder mithilfe von Multi-Link Operation (MLO) nutzen, während Wi-Fi 7-Geräte die 6-GHz-Frequenz vollständig nutzen werden. Da die Hauptanwendung für Wi-Fi 7 und das neue 6-GHz-Spektrum derzeit das Wi-Fi-Mesh-Backhaul ist, ist davon auszugehen, dass die meisten Provider ein Wi-Fi 7-Gateway und Extender anbieten werden. Die 6-GHz-Bänder werden auch speziell für Dienste mit niedrigeren Latenzzeiten und höherer Kapazität wie immersive Videoanwendungen genutzt werden. Auch wenn ein Großteil der Aufmerksamkeit auf die neuen Wi-Fi 7-Angebote gerichtet sein wird, besteht nach wie vor Bedarf an innovativen Lösungen für bestehende Wi-Fi 6-Portfolios. Ein kosteneffizienter Dualband-Zugangspunkt wird auch im Jahr 2023 für die meisten Bereitstellungen unverzichtbar sein. 

4. Mehr Funktionen für Smart Home Gateways

Eines der wichtigsten Elemente vernetzter Wohnungen und Häuser wird in den nächsten Jahren die softwarebasierte Steuerung von Gebäudefunktionen sein. Dank Containerlösungen in der Open-Source-Software für Breitband-CPEs (prplOS/OpenWRT und RDK-B) lassen sich sehr leicht neue Softwarelösung zu einem Smart Home Gateway hinzufügen, was das Angebot erhöhen wird. Durch neue Standards wird es für Verbraucher zudem einfacher, Telemetriedaten von ihren Geräten im Haus zu erhalten. Auf diese Weise können sie ihr Energiemanagement optimieren oder für zu Hause mehr Komfort sorgen. Dank der höheren Leistung von Gateways kann ein Großteil der Verarbeitung lokal erfolgen, wodurch Latenzzeiten und Kosten für Cloud-basierte Verarbeitungslösungen reduziert werden. Der Smart-Home-Standard Matter wird 2023 dafür sorgen, die Fragmentierung im Bereich Hausautomatisierung zu überwinden und mehr Interoperabilität zwischen verschiedenen Herstellern zu schaffen.

www.commscope.com

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