Anzeige

Lastschriftzahlungen und Überweisungen sind schon lange beliebt in Deutschland. Durch Open Banking und Echtzeit-Zahlungen werden A2A-Payments (Zahlungen von einem Konto zu einem anderen) stetig weiter verbessert.

In Zukunft könnten somit also teure Kreditkartenzahlungen vollständig abgelöst werden. Dies ist insbesondere für das SaaS- und Abo-Geschäft eine gute Nachricht.

Gerade in den letzten Jahren erlebten abonnementbasierte Geschäftsmodelle einen enormen Aufschwung. Für Unternehmen sind Abonnements von vornherein mit einem höheren Kundenwert und langer Kundenbindung verbunden. Und Verbraucher nehmen das Konzept gerne an, da der flexible Zugang für die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen oft auf der Grundlage transparenter Nutzungspreise oder niedriger monatlicher Gebühren basiert. Der billwerk Subscription Industry Report 2021 zeigt, dass die Abo-Industrie in DACH in den letzten Jahren stetig mit einer Wachstumsrate von über 100 Prozent gewachsen ist.

Karten werden weder Unternehmen noch Verbrauchern gerecht

Ob Abo-Angebote wie die Streaming-Dienste Netflix und Spotify, Software-Dienstleistungen (B2B oder B2C) wie Zoom und TeamViewer oder physische Abos wie Zeitungen oder Hellofresh: Für den bestellenden Kunden sollen Produkte und Dienste sofort verfügbar sein und das verlangt nach einer sofortigen Zahlungsautorisierung mit anschließend regelmäßiger Zahlung. Bei Account-to-Account-Payments wie wir sie bisher kannten, war die Geschwindigkeit der Zahlungsautorisierung ein Nachteil. Deswegen waren bisher viele Händler bei Einmal- und Sofortzahlungen gezwungen, auf Kartenzahlungen zurückzugreifen, um Kunden sofort Zugang zu digitalen Diensten und Produkten zu gewähren oder bestellte Waren sofort mit der Post zu verschicken. Durch neue Entwicklungen bei A2A-Zahlungen durch Open Banking konnte das Problem der langsamen Zahlungsauthentifizierung jedoch behoben werden und Kreditkarten damit ernstzunehmende Konkurrenz gemacht werden. Zudem können A2A-Zahlungen Nachteile von Kreditkarten, wie hohe Transaktionskosten und fehlgeschlagene Zahlungen beheben.

Denn Bankkarten-Transaktionen sind mit hohen Kosten verbunden, da viele Parteien beteiligt sind. Und diese wollen Gewinn erzielen oder zumindest ihre Kosten decken: Inkassokosten, Netzwerkgebühren sowie von der Bank erhobene Gebühren. Zu allem Übel schlagen sich Unternehmen mit fehlgeschlagenen Zahlungen oder auslaufenden Kreditkarten herum, die zu unbeabsichtigter Kundenabwanderung führen – alles Punkte, die gegen die Karte sprechen, vor allem wenn es im Anschluss um regelmäßige Zahlungen geht. Hinzu kommt, dass Kunden ohne Kreditkarte bei Erst- oder Zusatzzahlungen zeitaufwändige, manuelle Überweisungen vornehmen und somit den umständlichen Weg über eine zweite Zahlungsmethode gehen müssen. Der Bruch im Kaufprozess ist vorprogrammiert.

Bessere Zahlungsabwicklung, weniger Kundenabwanderung

Bei Account-to-Account-Payments, wie dem Bankeinzug ist die Geschwindigkeit der Zahlungsautorisierung ein Nachteil. Dies wird sich mit Open Banking ändern, weil es eine sofortige Zahlungsautorisierung ohne die mit Karten verbundenen Nachteile ermöglicht.

GoCardless hat vor kurzem Instant Bank Pay eingeführt: die Funktion ermöglicht es Händlern einmalige, sofortige Zahlungen über Open Banking entgegenzunehmen und gleichzeitig wiederkehrende Zahlungen per Banklastschrift einzuziehen - mit den damit verbundenen Vorteilen wie geringere Kosten, weniger Abwanderung und besserer Cashflow. Der Breitbandanbieter Cuckoo nutzt Instant Bank Pay im Rahmen eines Early-Access-Programms, um Erst- und Ad-hoc-Zahlungen für neue und bestehende Kunden einzuziehen. Während des Pilotprojekts konnten zwei Drittel (66 %) der Kunden, bei denen eine Zahlung fehlschlug, von Instant Bank Pay profitieren. Von diesen konnten 86 Prozent innerhalb von 48 Stunden eine Zahlung leisten, so dass die Unterbrechung ihres Dienstes minimiert wurde.

Auf Open Banking basierende A2A-Zahlungen

Bei einer Zahlung von einem Konto zu einem anderen sind die Kosten von vornherein niedriger als bei anderen Zahlungsmethoden. Es gibt weniger Vermittler bei jeder Transaktion – und die Kundenbindung ist besser, da die Bankverbindung seltener geändert wird. Der Prozess der Zahlungsauthorisierung wird beschleunigt und bietet dem Kunden ohne lästige Dateneingaben eine bessere Benutzerfreundlichkeit, da er sich nicht mehr extra bei einem Zahlungsdienstleister anmelden muss. Dies erhöht das Sicherheitsniveau jeder Transaktion ­– Zahlungen können nur verarbeitet werden, wenn sich die Kontoinhaber authentifizieren. Noch besser: Im Falle der nicht ausreichenden Deckung des Kontos wird erst gar kein Zahlungseinzug versucht.

Händler können einfach eine Zahlungsanforderung mit einem Pay-Link (Request to Pay) senden oder die Zahlungsoption direkt in ihren Checkout-Flow einbauen. Die Kunden werden dann automatisch mit ihrer Online-Banking-Plattform verbunden, um ihre Zahlung zu autorisieren. Wie bei einer digitalen Brieftasche ist die Zahlung mit wenigen Klicks erledigt.

Die Zukunft gehört A2A-Zahlungen

Eine intelligente Kombination aus dem in Deutschland beliebten Lastschriftverfahren und Sofortzahlungen mit Open-Banking-Technologie in einer einzigen Plattform ermöglicht es, jedes Zahlungsszenario abzuwickeln – ob wiederkehrende oder einmalige Zahlungen von neuen oder bestehenden Kunden. Dies kommt sowohl Unternehmen in der ständig wachsenden Abonnement-Wirtschaft als auch solchen mit wiederkehrenden Zahlungen zugute. Das Aussterben der Karte steht in direktem Zusammenhang mit der Geburt der Abonnement-Modelle. Karten sind für Abo-Geschäftsmodelle und wiederkehrende Zahlungen nicht immer geeignet – die auf Open Banking basierenden A2A-Zahlungen werden künftig Kartenzahlungen ablösen.

Mario Boehm, Partner & Alliances Manager DACH
Mario Boehm
Partner & Alliances Manager DACH, GoCardless
Mario Böhm verantwortet seit Juli 2019 als Partner & Alliances Manager lokale und internationale Partnerschaften von GoCardless. GoCardless ist ein führendes Fintech-Unternehmen im Bereich wiederkehrender Zahlungen und schafft ein globales Zahlungsnetzwerk für Lastschriften.

Weitere Artikel

Justitia

Sind die für Ende 2022 gesetzten Ziele des Online-Zugangsgesetzes erreichbar?

Bereits vor geraumer Zeit hat die deutsche öffentliche Verwaltung erkannt, dass sie zum eigenen Nutzen, aber auch dem der Bürger*innen ihre Digitalisierung vorantreiben muss. Dazu wurde 2017 das Online-Zugangsgesetz (OZG) erlassen, das auch die Umsetzung der…
Digitale Transformation

Unternehmen gelingt es nicht, den Wandel strategisch anzugehen

Trotz turbulenter Zeiten und drängender Themen wie etwa Digitalisierung und Nachhaltigkeit konnten die deutschen Unternehmen ihre Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den vergangenen Jahren insgesamt nur leicht steigern.
Künstliche Intelligenz

Zwei von fünf Deutschen stehen KI skeptisch gegenüber

Künstliche Intelligenz (KI), im Englischen Artificial Intelligence (AI), ist in einigen Teilen unseres Alltags bereits verankert. Digitale (Sprach-) Assistenten, beispielsweise Siri von Apple oder Alexa von Amazon sind dafür Beispiele. Doch wie stehen die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.