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Digitalisierung

Die Digitalisierung begegnet uns in allen Lebensbereichen und spätestens seit einem Jahr auch ganz massiv innerhalb der Arbeitswelt. Dieser digitalen Transformation des Arbeitsmarktes können Unternehmen am besten mit qualifiziertem Personal begegnen, denn neue digitale Arbeitsfelder erfordern neue Fähigkeiten. 

Das gelingt beispielsweise durch Reskilling – die berufliche Neuqualifizierung von Arbeitnehmenden für digitalorientierte Jobs. Davon profitieren Unternehmen wie Arbeitnehmer:innen letztendlich gleichermaßen. „Dass Reskilling echte Perspektiven bietet, um der digitalen Transformation der Arbeitswelt zu begegnen, zeigt auch der Blick in die Politik“, erklärt Nicole Gaiziunas, Geschäftsführerin der XU. „Tatsächlich hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zahlreiche Anreize für Unternehmen geschaffen, ihre Belegschaft weiterzubilden – auch im Bereich Digitalkompetenzen.“

  • Neue Umfrage unter Unternehmensentscheider:innen zum Thema Reskilling zeigt: Erst knapp ein Fünftel der Befragten hat die Belegschaft in digitalen Themen weitergebildet
  • Nachholbedarf Mittelstand und Kleinunternehmen – Digitalkompetenz ist bisher vor allem Managementsache
  • Über die Hälfte der Befragten kennt staatliche Fördermöglichkeiten für Qualifizierung von Mitarbeitenden nicht

Doch wie gut bereitet sich die deutsche Wirtschaft aktuell tatsächlich auf den digitalen Wandel vor und nutzt man hierzulande das große Potenzial von Reskilling überhaupt schon zu Genüge aus? Dieses Thema hat XU in einer Umfrage genauer untersucht und gemeinsam mit dem Meinungs- und Marktforschungsinstitut Civey einen Blick in deutsche Unternehmen geworfen. In einer repräsentativen Online-Befragung, durchgeführt im Zeitraum vom 02.02. bis zum 25.02.2021, wurden 1.500 Unternehmensentscheider:innen aus dem höheren Management und Expert:innen aus dem Personalwesen zum Thema Reskilling befragt.

Stellenabbau trotz steigendem Bedarf an Digitalexpert:innen befürchtet

Die Umfrage zeigt, dass viele Unternehmen sich der Tatsache, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern wird, bereits stellen. Insgesamt geht knapp ein Viertel (24 Prozent) der Befragten davon aus, dass ihr Unternehmen im Zuge der Digitalisierung in den kommenden Jahren Stellen abbauen wird. Vor allem betroffen sehen sich Befragte aus der Automobilbranche (52,9 Prozent), Industrie und Logistik (43 Prozent) sowie Finanzdienstleistungen und Versicherungen (41,5 Prozent). Angesichts dieser Einschätzungen hat der Aufbau von neuen digitalen Kompetenzen in der Belegschaft eine hohe Relevanz für deutsche Unternehmen.

Mittelstand und Kleinunternehmen unterschätzen Folgen der Digitalisierung

Wie ernst Manager:innen und Personaler:innen die Konsequenzen der digitalen Transformation für die Beschäftigen in ihren Unternehmen einschätzen, unterscheidet sich laut der Umfrage abhängig von der Größe des Betriebes. Insbesondere der deutsche Mittelstand scheint die Folgen zu unterschätzen: Nur knapp 30 Prozent der mittelständischen Entscheider:innen sehen Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen durch die Digitalisierung gefährdet. Bei Kleinunternehmen sind es sogar nur 17 Prozent. Zum Vergleich: Bei Konzernen stehen die Themen Digitalisierung und Jobs der Zukunft bereits mit 42,8 Prozent auf der Agenda.

Automobilindustrie sowie Finanzdienstleister und Versicherer sind Reskilling-Vorreiter

Bisher scheint Reskilling als Lösungshebel für den Fachkräftemangel noch nicht im breiten Bewusstsein deutscher Unternehmensentscheider:innen angekommen zu sein. Denn rund die Hälfte aller deutschen Unternehmen nutzt die Möglichkeit, die eigenen Mitarbeitenden beruflich neu zu qualifizieren, bisher überhaupt nicht. Erst ein knappes Drittel nutzt Reskilling, um die eigenen Mitarbeitenden und somit auch ihr Unternehmen fit für die digitalisierte Arbeitswelt von morgen zu machen. Zwei Branchen erscheinen als Reskilling-Vorreiter: 54 Prozent der Entscheider:innen aus dem Sektor Finanzdienstleistungen und Versicherungen gaben an, Reskilling bereits aktiv für ihre Mitarbeitenden zu nutzen. Ebenso wie knapp 48 Prozent der Befragten aus der Automobilindustrie.

Qualifizierung läuft bisher zu hierarchisch ab

Dort wo Weiterbildung in digitalen Kompetenzen bereits stattfindet, herrscht den Umfrageergebnissen zufolge oft ein hierarchisches Ungleichgewicht: Etwa 44 Prozent der befragten Unternehmensentscheider:innen gaben an, dass bisher weniger als die Hälfte der Belegschaft unterhalb der Managementebene in digitalen Kompetenzen qualifiziert wurde. Damit würden die Maßnahmen also nicht unbedingt bei denjenigen greifen, die künftig unmittelbar vom Stellenabbau betroffen sein werden. Unterstrichen wird das auch von folgendem Ergebnis: Gerade einmal 18,8 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen gaben an, dass mehr als drei Viertel der Mitarbeitenden unterhalb des Managements in digitalen Themen weitergebildet wurden.

Zentrale Hindernisse: Zeitmangel und Unkenntnis zu Förderungen

Auch die Hürden beim Thema Reskilling wurden untersucht. Den Befragten zufolge werden fehlende Zeit (25,9 Prozent) und die fehlende Bereitschaft der Mitarbeitenden (21,9 Prozent) als besonders hinderlich eingeschätzt, gefolgt von einem mangelnden Angebot (17,9 Prozent). Fehlendes Budget wurde hingegen mit knapp 16 Prozent als niedrigste Hürde identifiziert. Obwohl Geld scheinbar eine untergeordnete Rolle für die Entscheider:innen spielt, wird es doch als wichtiger Anreiz identifiziert: Gut 68 Prozent der Befragten gaben an, ihre Mitarbeitenden in digitalen Kompetenzen qualifizieren zu wollen, sofern der Bund mehr als die Hälfte der Kosten trägt.

Tatsächlich übernimmt die Bundesagentur für Arbeit bei großen Unternehmen etwa die Hälfte, bei kleinen und mittleren Unternehmen sogar bis zu 100 Prozent der Reskilling-Kosten. Eingeschlossen sind dabei nicht nur die eigentlichen Ausgaben für Maßnahmen, sondern auch die anfallenden Lohn- und Gehaltskosten. Das wissen jedoch wenige: 55 Prozent der Befragten kannten die Unterstützungsangebote des Staates beim Thema Reskilling oder Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden in digitalen Kompetenzen nicht.

www.xu-group.de
 


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