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Digitale Silhouette Menschen

Kommen die Unternehmen zukünftig ohne IT-Organisation aus, da die Fachbereichsmitarbeiter der Generationen Y und Z die folgenden Informationstechnologien ausreichend beherrschen? Werden wir für jeden Anwendungsfall die passende App aus einem Store herunterladen können? 

Wird die Cloud den Unternehmen die ganze Arbeit der Auswahl, Einführung und des Betriebs von Anwendungen abnehmen?

Nein, im Gegenteil: für Unternehmen, aber auch für andere Organisationsformen, wird es zukünftig noch wichtiger sein, Experten mit Wissen im Bereich der Technologie und des Managements von Information im eigenen Haus zu haben. Eine hochgradig entwickelte Unternehmens-IT ist notwendig – hier die Fakten:

1. Kein Unternehmen kommt mehr ohne umfangreiche IT aus. Die IT ist überlebenswichtig, Disruption ist eine ständig lauernde Gefahr. Eine überlegene IT bringt Wettbewerbsvorteile.

2. Die Mitarbeiter in den Fachbereichen werden immer IT-affiner. Die Generationen Y, Z wachsen mit den technischen Möglichkeiten der Digitalisierung auf.

3. Um die Möglichkeiten der Digitalisierung auszunutzen, müssen Business und IT sich eng vernetzen und sich gegenseitig verstehen.

4. Aufgrund der hohen Gefahr durch Hacking und Malware müssen Experten im Bereich der Cybersecurity zur Verfügung stehen.

Grundpfeiler der Digitalen Transformation

Digitale Transformation basiert auf zwei Haupterfolgsfaktoren:

1. Businesskompetenz und 2. IT-Kompetenz.

Modernste Technologie ist die Basis für neue innovative Geschäftsmodelle oder Services, sie ist ein Enabler, so auch die Unternehmens-IT. Aber ohne tiefes Verständnis der Kunden und der Prozesse in denFachbereichen  kann kein erfolgreiches Erlösmodell oder kein erfolgreicher digitalerService entstehen. Methoden wie Customer Journey Management oder Design Thinking sind notwendig, damit die Digitale Transformation gelingt. Ohne intensives und langfristiges Organizational Change Management gelingt keine komplexe Transformation.

Die Rolle von Business und IT

Disruption zwingt die Unternehmen, intelligente digitale Services, die an den Bedürfnissen ihrer Kunden ausgerichtet sind, anzubieten. Auch komplett neue Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Technologien sind ein Mittel zum Erfolg. Sowohl die Fachbereiche als auch die Unternehmens-IT müssen hierfür die Anforderungen von Stufe 4 erfüllen.

Innovationskultur Digitale Transformation

Vorgehen bei der Gestaltung

Um die IT-Organisation der Zukunft zu gestalten, müssen eine Reihe von Parametern betrachtet werden. Viele Beratungshäuser haben hierfür ein Methoden-Framework, das beschreibt, was in welcher Reihenfolge zu tun ist. Diese Frameworks basieren idealerweise auf der Erfahrung von realisierten Projekten und sind erprobt. In der Abbildung „IT-Organisation der Zukunft“ ist ein solches Framework dargestellt.

IT Organisation

Das dargestellte Framework nimmt den Gedanken der Bimodalen IT auf, auch Exploitation und Exploration und ergänzt ihn um weitere Dimensionen, so dass ein komplettes Framework entsteht. Es liefert einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet das gesamte Unternehmen mit den Schichten Prozesse, Rollen bis hin zur Unternehmenskultur in den Fachbereichen und in der  IT. Zu Kultur gehören insbesondere Unternehmens- und Führungskultur. In Zeiten der Digitalen Transformation istKulturwandel ein Grundpfeiler des Erfolgs. Neben den Schichten sind die Schritte Assess, Design, Operate wichtige Bestandteile des Frameworks. Das Assessment liefert die wichtigsten Handlungsfelder in den Schichten Prozesse bis Architektur (Enterprise Architecture). Das Design von IT-Lösungen oder digitalen Lösungen wird auf zwei Einheiten aufgeteilt: erstens auf die klassische IT Organisation bei Exploitation (Nutzung des bestehenden Wissens) und zweitens auf die nonlineare IT bei Exploration (Aufdecken von noch nicht bekanntem Wissen – innovative Lösungen). Bei Operate geht es um den Betrieb der IT. Es hängt von der konkreten Situation ab, in der sich ein Unternehmen befindet, wo die nonlineare IT-Organisation aufgehängt ist. Es kann Sinn machen, sie als eine Abteilung des IT-Bereichs zu etablieren. Es kann aber eventuell mehr Sinn machen, sie aus dem IT-Bereich herauszulösen. Nach einer gründlichen Analyse der Situation von der Unternehmensstrategie bis hin zum Assessment der Unternehmens-IT kann die Ziel-IT-Organisation entworfen werden.

Wichtige Module der benötigten Organisationsstruktur im Framework sind:

  • Efficiency Board – Effizienz durchsetzendes Steuergremium mit Vorsitz durch den CEO (CEO, Businessvertreter, Vertreter Digital Transformation Office, CIO)
  • CIO & IT Governance Office (inklusive Innovation Governance –eventuell separiert)
  • Digital Transformation Office
  • Treiben und orchestrieren der Digitalen Transformation
  • Tiefes Verständnis von Kunden und Services
  • Hoher unternehmensweiter Vernetzungsgrad
  • Veränderung der Unternehmenskultur, Fördern eines agilen Mindsets
  • Wichtige Funktionen: Enterprise Architect, Business Analyst, Method Expert (Customer Journey Mapping, Design Thinking), Data Analyst
  • Classic IT Unit – dort sind die Systems of Record gemäß dem Modell der bimodalen IT angesiedelt und Funktionen wie IT Service Management
  • Technical Innovation Unit – non-linear IT,  hier sind die Systems of Engagement gemäß dem Modell der bimodalen IT angesiedelt
  • Cyber Security Office
  • Privacy Office - Datenschutz (technisch und juristisch)

Das Organisationsmodell adressiert die wichtigen Herausforderungen:

Herausforderung

  • Business-IT-Alignment, vernetzte / gesamtheitliche Koordination
  • Business-IT-Alignment, Effektivität, ganzheitlicher / vernetzter Nutzen
  • Hohe Geschwindigkeit und Agilität
  • Business-Verständnis (Kunde, Markt, Geschäftsprozesse…)
  • Informationstechnologische Kompetenz

Abgedeckt durch Organisationsmodul

  • Efficiency Board
  • CIO & IT Governance Office + Digital Transformation Office
  • Schnelle Entscheidung: Efficiency Board
  • Schnelle / agile Umsetzung: Technical Innovation Unit
  • Digital Transformation Office
  • Klassische IT und Technical Innovation Unit

Mit dem Framework werden neben der Organisation alle Schichten im Unternehmen von den Fachbereichs- und IT-Prozessen bis hin zur IT-Architektur betrachtet und optimiert. Mit einer strukturierten und erprobten Vorgehensweise (Framework) gelingt es, die IT der Zukunft zu entwerfen: die IT wird als Enabler mit einem innovativen Business vereint. Hierbei werden die passenden Prozesse, Organisationsstrukturen usw. geformt, die hohe Innovationskraft ermöglichen.

Markus Gronerad, Daniel Konrad, www.scheer-group.com


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