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Digitale People

Ausgerechnet den Innovationstreibern für den Wirtschaftsstandort Deutschland – den mittelständischen Unternehmen – fehlt nach wir vor allzu oft der Zugang zu digitalen Geschäftsmodellen. Die Risiken sind ihnen schlicht zu groß, wenn es darum geht, das vertraute Geschäftsfeld zu erweitern. Doch damit steigt auch zunehmend das Risiko, wertvolle Marktanteile zu verlieren. 

Warum der Proof-of-Concept-Ansatz ein Ausweg sein kann…

Viele mittelständische Unternehmer betreten auf dem Weg ins digitale Zeitalter Neuland. Qualifizierte Mitarbeiter fehlen dabei genauso wie belastbare Erfahrungswerte für die neuen Geschäftsmodelle sowie für die dafür notwendigen Technologien. Folglich scheuen die meisten Unternehmenslenker das Risiko, selbst erfolgsversprechende Digitalisierungsvorhaben anzugehen.

Die Folge: Im globalen Wettbewerb geraten sie ins Hintertreffen. Das Potenzial digitaler Geschäftsmodelle haben die meisten Mittelständler heute durchaus erkannt. Das Gleiche gilt für die Erkenntnis, dass die so gerne propagierte 180-Grad-Wende gar nicht notwendig ist. Denn um Schritt zu halten, genügt oft schon ein „digitales Weiterdenken“ der bewährten Geschäftsmodelle. Genau hiermit taten sich mittelständische Geschäftsführer besonders schwer: Warum auch sollten sie blind ein existenzielles Risiko eingehen, nur um zum digitalen Pionier aufzusteigen? Insbesondere dann, wenn bisherige Geschäftsmodelle nach wie vor sehr lukrativ sind? Die Krux: Auch die digitale Transformation der kleinen Schritte ist nicht frei von Risiken.

Die plötzlichen Hürden in erfolgsverwöhnten Märkten

Was sind die zentralen Hürden, die es für den Mittelstand zu überwinden gilt und warum kann ein Proof-of-Concept (PoC)-Ansatz möglicherweise Abhilfe schaffen?

Die erste Hürde: Fehlendes Fachpersonal, das über die entsprechende Expertise für die neuen Anforderungen verfügt. Viele Unternehmen haben schlicht zu wenig oder gar keine qualifizierten Mitarbeiter, die sich mit Digitalisierungsvorhaben und den damit verbundenen Herausforderungen auskennen. Ein Beispiel verdeutlicht diese Problematik: Wollte ein Unternehmen früher eine Maschine gegen Missbrauch absichern, wurde diese in einer eigens dafür abgesicherten Halle verwahrt, sodass Unbefugten der Zutritt versagt war. Diese Methode sorgte, einmal umgesetzt, über die nächsten 10 Jahre für Sicherheit. Heute ist die Situation allerdings eine andere, denn mit der Vernetzung der digitalisierten Maschinen müssen sich die Unternehmen ständig mit Angriffen beschäftigen – so wie jeder, der einen Computer oder ein Smartphone nutzt. Das ist ein Paradigmenwechsel, der auf Unternehmensseite die Expertise von Spezialisten erfordert. Hinzu kommt, dass die Personalabteilungen oft gar nicht wissen, welche Spezialisten konkret gefragt sind oder wo diese zu finden sind – immerhin bestand ihre Aufgabe bisher darin, einen Zerspanungstechniker oder Maschinenführer einzustellen. Für viele Unternehmen ist das Hinzuziehen von externem IoT-Know-how daher längst übliche Praxis.

Doch hier kommt die zweite Hürde ins Spiel: Zwar erarbeiten Unternehmen auch mit Dienstleistern mögliche, neue Geschäftsmodelle. Es fehlen aber Nachweise bzw. Referenzen über die technologische Machbarkeit sowie mögliche Erfolgsaussichten. Denn jedes Digitalisierungsvorhaben ist trotz einsetzbarer Standardbausteine individuell. Für Unternehmen bedeutet das oftmals eine technische, unüberschaubare Komplexität. Leuchtturmprojekte wie die in der Industrie schon länger propagierten Betreibermodelle, zum Beispiel das sogenannte Pay-per-Use-Prinzip, helfen hier nur in Teilen. Geht es um zukünftige Geschäftsmodelle wie z. B. Condition Monitoring oder Predictive Maintenance, fehlen schlicht konkrete Belege. Und somit bleibt das Risiko hoch.

Zumal ein Blick in die Praxis die Befürchtungen durchaus befeuert: So sind Digitalisierungsvorhaben hinsichtlich der entstehenden Gesamtkosten sowie des Zeitaufwands nur schwer kalkulierbar und benötigen oftmals weitaus mehr Ressourcen als ursprünglich geplant.

Ein Machbarkeitsnachweis für den Mittelstand

Es sind folglich Gesamtlösungen, die dem Mittelstand wirklich helfen können, respektive Dienstleister, die als Komplettanbieter über eine ganzheitliche Paketlösung verfügen. Genau jene bieten inzwischen die sogenannten PoCs an. Dabei ist der Proof-of-Concept-Ansatz keinesfalls neu. Vielmehr ist er in verschiedenen Branchen schon seit geraumer Zeit ein bewährtes Instrument, wenn es die Durchführbarkeit eines Vorhabens zu belegen gilt – etwa in der Betriebswirtschaft oder bei IT-Projekten. Der Vorteil des PoCs unabhängig vom Anwendungsfall ist, dass sich mit seiner Hilfe Kosten und Risiken einer Neuentwicklung minimieren und kontrollieren lassen. Denn ein PoC deckt alle erforderlichen Schritte ab, um überhaupt die Durchführbarkeit bzw. technische Machbarkeit eines neuen Geschäftsmodells zu belegen. Besonders interessant: Erste Dienstleister bieten entsprechende Pakete zum Festpreis und in einem festgelegten Zeitraum an. Dafür greifen sie auf erprobte Bausteine wie z. B. Softwaremodule, IoT-Hubs oder vernetzbare Hardware-Komponenten zurück. 

Folgende Bestandteile sollten laut Experten wie der Q-loud Teil eines IoT-PoCs sein: Eine Anforderungsanalyse, der Bau eines Prototyps mit Konnektivität für den jeweiligen Anwendungsfall, die Erarbeitung eines Lastenhefts bzw. Spezifikation für die Serienfertigung, eine Kostenanalyse und eine Managementpräsentation – letztere als Basis für eine Produktion- oder Umsetzungsentscheidung. Ein Blick in die Praxis belegt indes den Erfolg des IoT-PoC-Ansatzes. So stoßen immer mehr Mittelständler mit seiner Hilfe individuelle Projekte an und bauen erfolgreich neue, digitale Geschäftsfelder auf. 

Geschäftspotenziale heben

Klar ist: Nur diejenigen Unternehmen sind langfristig erfolgreich, die ihre lukrativen, bestehenden Geschäftsmodellen zumindest erweitern und neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Dies sollte aber keinesfalls überstürzt, sondern auf Basis eines planmäßigen Vorgehens erfolgen. Hierfür ist die Expertise externer Ratgeber hilfreich. Vor allem die Kombination mit einem PoC-Angebot kann mittelständische Unternehmen einen großen Schritt voranbringen. Denn er liefert eine Gesamtlösung, zum Festpreis und in einem definierten Zeitraum und damit genau das, was sich der deutsche Mittelstand für seine Digitalisierungsvorhaben wünscht: Transparenz, Schnelligkeit und Investitionssicherheit.
 

Oliver Jäger, Leiter Strategie und Business Development
Oliver Jäger
Leiter Strategie und Business Development, Q-loud GmbH (ein Unternehmen der QSC AG)
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