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Start-up raketeDigitalisierung, Internet of Things und Big Data leiten immer mehr disruptive Innovationen ein. In der Folge werden Unternehmen quer durch alle Branchen zu einer digitalen Generalüberholung ihrer Businessmodelle gezwungen.

Wie sie erfolgreich durch eine digitale Transformation gehen, weiß Andreas Kulick, Partner der ChangePartner AG.

Ob Airbnb, Uber oder Amazon – mit disruptiven Geschäftsideen werden die Märkte etablierter Anbieter radikal bedroht. Während Airbnb dem Hotelgewerbe das Fürchten lehrt, bedroht Uber die traditionelle Taxi-Branche, derweil der Online-Händler Amazon auf revolutionäre Art und Weise den klassischen Buchmarkt aufgerollt hat und obendrauf den Wechsel vom gebundenen Buch zum eBook eingeleitet hat. Alleine diese prominenten Beispiele zeigen, dass Unternehmen, die bei der digitalen Revolution nicht Schritt halten, schnell vom Markt gefegt werden.

Das Unumgängliche erkennen

Eine der zentralen Herausforderungen bei der digitalen Revolution ist, dass den wenigsten Unternehmen die Notwendigkeit zur eigenen digitalen Transformation überhaupt bewusst ist. „Viele Geschäftsführer und Manager sehen gar nicht, aus welcher Ecke ein potentieller disruptiver Angriff kommen könnte“, weiß Andreas Kulick, der als Kooperationspartner des Consultingunternehmens ChangePartner Unternehmen bei der Digitalen Transformation und zu Change Management-Prozessen berät. „Problematisch ist das, weil es weltweit abertausende Start-ups gibt, die in der selben Zeit, in denen viele Unternehmen in ihrer gemütlichen – und vermeintlich sicheren – Komfortzone dümpeln, ohne jede Denkbegrenzung irgendwann genau jene interessanten Körnchen für neue Geschäftsmodelle finden bzw. jene Ideen, mit denen (m)ein kleines Geschäft noch besser gemacht werden könnte.“

Tabuloses Innovationsdenken als Wettbewerbsvorteil

Der schlagkräftige Vorteil der Start-ups: Sie haben keine Compliance, keine Widerstände à la „das haben wir schon immer so gemacht“, sie haben keinen Chef, der ihnen in engen Grenzen etwas vorschreibt. Kurzum: Sie haben keine (Denk-)Tabus und lassen sich nicht von herkömmlichen Paradigmen einschränken. Kulicks dringender Tipp an alle Geschäftsführer und Führungskräfte: „Fangen Sie an, Innovationsdenken zu implementieren! Fangen Sie an, wie ein Start-up’ler zu agieren.“ Der erste Schritt ist dabei, sich damit zu beschäftigen, was den Wandel auslöst und was im Rahmen dessen möglich ist. D.h. konkret zu überlegen, wie etwas leichter und schneller funktionieren kann. Amazon konnte den Buchhandel nicht zuletzt deshalb aufrollen, weil das Unternehmen den Zeitfaktor maximal optimieren konnte. „Die digital transformierte Geschäftsidee kann sich ruhig nach Science Fiction anhören“, so Kulick. „Das liegt an immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen und ist notwendig, weil am Ende des Tages zählt, dass ich es bin, der grundlegende radikale Dinge macht, bevor es ein anderer tut. Nur dann habe ich einen echten Wettbewerbsvorteil.“ Unternehmen, die in Sachen Digitalisierung nur „up-to-date“ sind, spielen ein riskantes Spiel. Sie geben viel Geld aus, nur um mithalten zu können. Sie erkaufen sich Zeit, aber keinerlei Marktvorteil.

Von Start-ups lernen

Ist die inhouse kreierte disruptive Geschäftsidee einmal klar, braucht man im zweiten Schritt ein Team, welches das Ganze auf einem hohen und phantasievollen Niveau umsetzen kann. Auch hier hilft ein Blick auf die unkonventionelle Herangehensweise von Start-ups. Von denen kann man sich nicht nur das tabulose Denken abgucken, sondern auch das praktische How-to-do. „Viele Unternehmen verheddern sich in der Umsetzung und lamentieren zu lange darüber, was der Kunde vielleicht will und vergeuden so wertvolle Zeit. Zeit, in der vielleicht ein bis dato unbekanntes Start-up längst mit der Beta-Version eines ähnlichen Produktes an den Start gegangen ist. Deswegen machen Sie es so, wie die Start-ups: So schnell wie möglich einen kostengünstigen Prototypen raushauen und am Feedback der Kunden lernen, wo Verbesserungen gewünscht – und damit nötig – sind. Das Unternehmen der Zukunft ist ein Entwicklungslabor.“ D.h. besser viele kleine Schritte machen und experimentieren, als in „phantastische“ Großprojekte zu investieren. Wer dann zudem bei der Umsetzung Digitaler-Transformations-Projekte Methoden des Change Managements zur Hilfe nimmt, ist in Sachen digitaler Generalüberholung schon gut aufgestellt.

Digitale Transformation als Change Management

„Da digitale Transformation de facto nichts anderes ist als Change Management plus ein Verständnis für radikale Innovation, sollte man sich bei der konkreten Umsetzung entsprechender Maßnahmen immer an den sieben Schritten der Prozessoptimierung orientieren, die man aber einbetten muss, in eine grundsätzlich veränderte Unternehmensvision,“ so Kulick. Hier liegt der fundamentale Fehler von traditionellen Unternehmen, die glauben es sei einfach nur der nächste Schritt, als auch von Start-ups, die glauben reines visonäres Denken macht ein funktionierendes Geschäftsmodell. Beide haben unrecht und die Kunst liegt in der Verbindung zweier Welten. So sollten natuerlich Veränderungsprozesse anhand der Schritte

  1. Prozess-Architektur
  2. Detail-Visualisierung
  3. Reflexion
  4. Redesign
  5. Soll-IT- und Soll-Struktur
  6. Implementierung
  7. Messung und Steuerung

vollzogen werden aber nur auf Basis eines radikal neuen Gedankens oder eben umgekehrt, ein radikal neuer Gedanke wird in den Schritten des Veränderungsprozesses durchdacht. Beides braucht Erfahrung und Augenmass, denn zuleicht wird der neue Gedanke durch die Governance der Vergangenheit erdrückt oder das Neue erzeugt ein unlösbares Chaos. Für die systematische Erzeugung des radikal Neuen gibt es Methoden, wie Theory U, leap oder IMPACT, die aber anders funktionieren als der klassische Change. Letztlich will beides aber miteinander verbunden sein und kann auch nur im Zusammenhang beraten werden. „Wichtig ist dabei immer der Faktor Mensch auf allen Ebenen, denn das radikal Neue erfreut sich nicht immer sofort uneingeschränkter Beliebtheit und wird auch nicht selbstverständlich sofort verstanden. Nur so ist es möglich, Akzeptanzschwierigkeiten zu überwinden“, wie Kulick hinzufügt. Und das ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass man das volle Potential des digital transformierten Geschäftsmodells heben kann.

Eva Günzler, IT-Journalistin für Wordfinder PR

www.change-partner.de

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