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Home Office

Die Cloud ist bereits eine ausgereifte Technologie, Hosting-Infrastruktur, Plattform und Application-as-a-Service. Darüber hinaus fördert sie erschwingliche Pay-per-Use-Geschäftsmodelle und die in der COVID-19-Ära erforderliche Remote-Zusammenarbeit.

Damit sie jedoch so effektiv wie möglich funktioniert, können Unternehmen nicht einfach ihre traditionellen Arbeitsweisen replizieren.

„Jegliche Debatte über den Nutzen der Public Cloud ist seit Beginn von COVID-19 obsolet“, so Sid Nag, Research Vice President bei Gartner. „Bis zum Ende der Pandemie sollten Organisationen, die die Funktionalität der Remote-Arbeit erweitern, folgende Aspekte priorisieren: Software für die Zusammenarbeit, Verwaltung mobiler Geräte, Bildungslösungen für den Fernunterricht und Sicherheit sowie die Infrastruktur – diese muss skaliert werden, um die erhöhte Kapazität zu unterstützen.“

Remote-Arbeit oder „Arbeiten von überall“ hat mit allen Mythen über Produktivität gebrochen. Selbst Asset-intensive Industrien mit komplizierten Produkten setzen mittlerweile auf das Arbeitsmodell. Zum Beispiel schloss das Produktentwicklungsteam von Toyota die Design- und Testphasen remote ab, um ein neues Modell auf den Markt zu bringen. Das Ergebnis war eine neue Version seines Minivans Sienna, der teilweise in den Wohnungen der Teammitglieder entworfen wurde.

Langfristige Remote-Zusammenarbeit 

Das National Bureau of Economic Research geht davon aus, dass 40 Prozent der Mitarbeiter, die während des COVID-19 remote arbeiten, auch dauerhaft auf diese Weise arbeiten werden. Diese Wandlung hat seine Vorteile, übt aber auch Druck auf die Mitarbeiter aus. Microsoft befragte Fachleute in acht Ländern zum Thema Stress für die Studie „Work Trend Index“ des Unternehmens. 30 Prozent der Beschäftigten an vorderster Front und remote gaben an, dass die COVID-19-Pandemie ihre Erschöpfung bei der Arbeit erhöht habe, so das Ergebnis der Microsoft Untersuchung. Für die Front-Teams bestand die große Sorge darin, sich mit COVID-19 zu infizieren. Remote arbeitende Teams fühlten sich hauptsächlich gestresst, weil sie Schwierigkeiten hatten, eine Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben zu ziehen. Auch die räumliche Trennung von den Kollegen führte zu Stress. Eine effektive Zusammenarbeit kann diesen Faktoren entgegenwirken.

Effektive Zusammenarbeit in der Cloud

Die meisten Organisationen haben ihre traditionellen Arbeitsweisen erfolgreich in die Cloud migriert – einige stoßen bei ihrer digitalen Transformation jedoch an eine Grenze. Um diese zu durchbrechen, benötigt es eine neue Denkweise. Die folgenden Punkte tragen zu einer innovativeren Zusammenarbeit bei:

Repository für Dokumente und Erkenntnis

Die Cloud ist der Eckpfeiler für eine zentralisierte Daten- und Dokumentenspeicherung und ermöglicht es Organisationen, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Mithilfe von Technologie können Firmen ein fehlerfreies, algorithmisch gesteuertes Geschäft schaffen – ein sogenanntes Live Enterprise. Dokumente werden regelmäßig aktualisiert und Mitarbeiter haben so jederzeit den aktuellen Überblick. Die Verwaltung des Lebenszyklus von Verträgen ist ein Beispiel für einen solch kritischen und komplexen Bereich, in dem Dokumente von mehreren Abteilungen und Funktionen verwaltet werden.

App-basiertes Arbeiten 

Die nächste Stufe sind effektive Anwendungen. Organisationen sollten ihre Mitarbeiter in die Lage versetzen, Apps und Widgets auszuwählen. Anwendungssuiten ermöglichen darüber hinaus mittlerweile eine Plug-and-Play-Implementierung ohne oder mit nur geringem Programmieraufwand. Die Öl- und Gasabteilung von General Electric verfügte 2016 beispielsweise etwa 900 Anwendungen. Viele von ihnen wurden von weniger als 100 Anwendern genutzt, aber sie waren lebenswichtig. Fünfzig Mitarbeiter wurden geschult, um Anwendungen in der Cloud zu erstellen und zu implementieren. Die Migration zu den Amazon Web Services (AWS) halbierte die Gesamtbetriebskosten.

Mikroservice-basierte Architektur mit APIs

Anwendungen führen einen bestimmten Satz von Funktionalitäten aus. Sie müssen jedoch miteinander integriert sein, um End-to-End-Geschäftsprozesse abzubilden. Eine auf Mikrodiensten basierende Architektur verwendet lose gekoppelte Anwendungen, die über APIs miteinander kommunizieren. Das Finanzunternehmen Capital One beschloss 2015, alle seine Anwendungen auf AWS zu hosten. Nach der Cloud-Migration nutzt das Unternehmen Mikrodienste und agile Methoden, um innerhalb weniger Wochen neue Produkte und Funktionen auf den Markt zu bringen.

Omnichannel-Chat-Board Umschaltung zwischen Endgeräten

E-Mails sind nicht unbedingt ein effizientes Mittel für Mitarbeiter, untereinander zu kommunizieren. Chat-Boards mit Omnichannel-Fähigkeiten, die zwischen Kanälen wechseln können, erhöhen die Effizienz. Der Kundenservice von Canon Financial wählte diesen Ansatz: Das Unternehmen nutzte Blended Agents über alle Kanäle hinweg – E-Mail, Telefon und Chat. Das neue Salesforce Service Cloud-System bot diese Funktionen und reduzierte die durchschnittliche Anrufbearbeitungszeit.

Kognitive Bots mit Automatisierung

Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt den Menschen, indem sie in Echtzeit Einblicke gewährt, beispielsweise Gesichtserkennung sowie Auswertung und Messung Tonalität und Stimmung. Für seine angeschlossenen Thermostate integrierte Johnson Control den virtuellen Assistenten Cortana von Microsoft. Cortana verwendet natürliche Sprachverarbeitung zur Beantwortung von Anfragen und akzeptiert sprachbasierte Befehle zur Anpassung von Parametern wie der Raumtemperatur.

Immersive Zusammenarbeit, um komplexe Systeme zu visualisieren 

Unternehmen können Innovationen fördern, indem sie immersive Umgebungen schaffen, in denen Teams Produkte und Systeme virtuell sehen, berühren und fühlen können. Fidelity Investments erforschte den Einsatz von Virtual Reality (VR), um Arbeitsbeziehungen zwischen neu eingestellten Mitarbeitern aufzubauen, die remote arbeiten. Über Schulungen hinaus wurden Spiele und Teambildungsübungen mit dem VR-System durchgeführt.

COVID-19 hat eine unerwartete Gelegenheit zur Veränderung geboten. Die Wahl der Plattform, Governance- und Compliance-Mechanismen, Cybersecurity und Training sind von entscheidender Bedeutung. Unternehmen sollten nicht nur beim Umzug in die Cloud stehen bleiben, sondern die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, in vollem Umfang nutzen, um ihr Geschäft zu transformieren.

Umashankar Lakshmipathy, Senior Vice President and Regional Head - EMEA, Infosys, https://www.infosys.com/de/


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