Von der Erkennung bis zur Aktion

Ping Identity schützt persönliche Claude-Agenten

Claude
Bildquelle: Thaspol Sangsee / Shutterstock.com

KI-Agenten greifen auf Unternehmensdaten, Systeme und Entwicklungsressourcen zu. Ping Identity zeigt nun, wie Unternehmen inoffizielle KI-Agenten aufspüren, ihnen eine Identität zuordnen und ihre Zugriffe zur Laufzeit kontrollieren können.

Ping Identity stellt deshalb einen Ansatz vor, mit dem Unternehmen persönliche und nicht offiziell freigegebene KI-Agenten erkennen, ihre Aktivitäten einer Identität zuordnen und Zugriffe während der Laufzeit kontrollieren können.

Anzeige

Wenn KI selbstständig auf Unternehmenssysteme zugreift

Der Einsatz von KI-Agenten unterscheidet sich grundlegend von klassischen Softwareanwendungen. Agenten können eigenständig Aufgaben ausführen, verschiedene Systeme miteinander verbinden und dabei in sehr kurzer Zeit zahlreiche Aktionen anstoßen.

Das schafft neue Sicherheitsfragen. Mitarbeitende und Entwickler verwenden KI-Agenten bereits innerhalb von Unternehmen, teilweise ohne formelle Freigabe durch die IT. Dabei können die Systeme mit vertraulichen Informationen, Quellcode, APIs oder Cloud-Ressourcen in Kontakt kommen.

Wie groß die Lücke zwischen Nutzung und Absicherung ist, zeigt eine Untersuchung von Gravitee. Im Bericht „State of AI Agent Security“ wird festgestellt, dass 48 Prozent der produktiv eingesetzten KI-Agenten nicht ausreichend abgesichert seien.

Anzeige

Identität soll auch bei KI-Agenten nachvollziehbar bleiben

Mit Enterprise Personal Agent Access will Ping Identity diese Situation adressieren. Die Funktion ist Bestandteil von PingOne Privilege und soll einen Überblick darüber ermöglichen, welche persönlichen KI-Agenten innerhalb einer Umgebung aktiv sind.

Dabei wird eine Agentensitzung mit dem jeweiligen Nutzer und dem verwendeten Gerät verbunden. Auf diese Weise soll sich nachvollziehen lassen, wer einen Agenten gestartet hat und welche Aktionen anschließend durch den Agenten ausgeführt wurden.

Unterstützt werden unter anderem Desktop-Assistenten wie Claude sowie Entwicklungsagenten wie Claude Code. Die Lösung ist nach Angaben des Unternehmens bereits verfügbar und wird von internationalen Unternehmen in Pilotprojekten eingesetzt.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Zugriffsrechte werden erst bei der Aktion relevant

Für die Absicherung von KI-Agenten reicht es nicht aus, lediglich deren Existenz zu dokumentieren. Entscheidend ist, welche Rechte ein Agent in dem Moment besitzt, in dem er auf eine Ressource zugreift oder eine Aktion ausführt.

Ping Identity setzt deshalb auf eine Kontrolle während der Laufzeit. Dabei sollen unter anderem vier Fragen beantwortet werden:

  • Welcher Agent ist aktiv und welchem Nutzer ist er zugeordnet?
  • Auf welche Daten und Systeme kann er zugreifen?
  • Welche Aktionen darf er ausführen?
  • Lässt sich ein Zugriff unmittelbar sperren oder nachvollziehen?

Je nach Situation können Aktionen zugelassen, blockiert oder protokolliert werden. Für besonders sensible Vorgänge kann zudem eine menschliche Freigabe erforderlich sein. Auch ein unmittelbarer Entzug von Berechtigungen soll möglich sein.

Vom Coding-Agenten bis zur Cloud-Infrastruktur

Das Sicherheitsproblem beschränkt sich nicht auf die eigentliche KI-Anwendung. Persönliche Agenten können mit einer Vielzahl weiterer Systeme verbunden sein. Dazu gehören beispielsweise MCP-Server, Code-Repositories, interne Dienste und APIs sowie Kubernetes-Umgebungen, Datenbanken und Cloud-Infrastrukturen.

Damit können KI-Agenten potenziell auf Ressourcen zugreifen, die für den Geschäftsbetrieb oder die IT-Sicherheit besonders relevant sind. Eine Kontrolle direkt an der Stelle, an der eine Aktion ausgeführt wird, gewinnt dadurch an Bedeutung.

Ping Identity beschreibt seinen Ansatz deshalb als Identitäts- und Autorisierungsschicht für eine Umgebung, in der Unternehmen zunehmend verschiedene KI-Modelle und Agenten parallel einsetzen.

Geheimnisse sollen aus Entwickler-Workflows verschwinden

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Entwicklungsumgebungen. KI-Agenten können beispielsweise Code verändern oder Commits in ein Repository übertragen. Dafür müssen sie nicht zwingend über dauerhaft gültige Zugangsdaten verfügen.

Stattdessen soll die Berechtigung zum jeweiligen Zeitpunkt kontrolliert werden. Gleichzeitig bleibt die Aktivität des Agenten als solche nachvollziehbar. Sicherheitsteams können damit erkennen, welche Aktion von einem Agenten ausgeführt wurde, wann sie stattfand und welchem Nutzer die Sitzung zugeordnet war.

Diese Trennung zwischen menschlicher Identität und der tatsächlich handelnden Maschine soll die Nachvollziehbarkeit verbessern. Ein Vorgang wird damit nicht allein dem Menschen zugerechnet, der den Agenten gestartet hat.

Kontrolle soll die Einführung von KI nicht bremsen

Für Unternehmen entsteht damit ein Spannungsfeld: Einerseits sollen KI-Agenten möglichst schnell eingesetzt werden, andererseits dürfen sie nicht zu einer unkontrollierten neuen Zugriffsebene werden.

Andre Durand, Gründer und CEO von Ping Identity, beschreibt die Herausforderung so: „Die sicherheitstechnische Herausforderung besteht darin, einen einheitlichen Weg zu schaffen, um sie alle zu sehen und zu steuern. Die Frage ist nicht, ob ein Agent intelligent genug ist, um zu handeln, sondern ob das Unternehmen seine Aktion sehen und kontrollieren kann, wenn er es tut.“

Der Ansatz zielt damit weniger darauf, den Einsatz von Agenten einzuschränken, sondern darauf, deren Rechte und Aktivitäten in bestehende Sicherheits- und Identitätskonzepte einzubinden.

Ping Identity beteiligt sich an Project Glasswing

Neben der eigenen Plattform arbeitet Ping Identity auch an der Bewertung neuer KI-Sicherheitsansätze. Das Unternehmen war an Anthropics Project Glasswing beteiligt. Dabei wurden fortgeschrittene KI-Fähigkeiten untersucht, um die Widerstandsfähigkeit des eigenen Codes sowie interner Systeme zu verbessern.

Mit der zunehmenden Verbreitung autonomer Agenten dürfte die Frage nach eindeutigen Identitäten, kontrollierten Berechtigungen und lückenloser Nachvollziehbarkeit weiter an Bedeutung gewinnen. Für Unternehmen wird damit nicht nur relevant, welche KI sie einsetzen, sondern auch, welche Handlungsspielräume diese Systeme innerhalb der IT erhalten.

(red/Ping Identity)

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.