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Infotainment

Die weltweite Nutzung von Smartphones hat die Erwartungen an neue Technologien stark geprägt. Personalisierung und einfache Bedienung sind zu neuen Benchmarks und unabdingbar für den Erfolg von Tech-Produkten geworden.

Die Automobilindustrie ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. So gleichen sich Infotainment-Systeme in punkto Bedienbarkeit und Handhabung immer mehr an Smartphones an. Erste Beispiele sind Apple CarPlay und Android Auto. Allerdings müssen diese Systeme über ein Smartphone bedient werden, und der Funktionsumfang beschränkt sich in der Regel auf die Wiedergabe von Musik, Telefonie und Navigation.

Die Anpassung der Infotainment-Systeme an die Bedienung von Smartphones erfordert eine native Nutzung von Schnittstellen. Das heißt: die Fahrzeughersteller betten eine spezielle Version des Smartphone-Betriebssystems in ihre Infotainment-Systeme ein. Das mutet zunächst recht simpel an, verändert die Art und Weise, wie Nutzer mit Fahrzeugen interagieren, jedoch grundlegend. 

Infotainment-Systeme übernehmen Smartphone-Funktionen

So muss der Fahrer sein Smartphone gar nicht mehr bedienen. Das Infotainment-System des Fahrzeugs tritt gewissermaßen an die Stelle des Handys beziehungsweise Tablets. Ob Musikwiedergabe, Adressbuch oder Routenplaner: Alle Informationen sind in der Cloud gespeichert und lassen sich über das Infotainment-System abrufen.

Die Benutzeroberfläche des Systems verwaltet zudem die akustischen Signale im Fahrzeug – vom Radio über Telefonanrufe bis hin zu Warnsignalen und Benachrichtigungen. Je nach Situation bewertet das System die Wichtigkeit der Signale und regelt zum Beispiel die Musiklautstärke herunter, um die Warnung vor einer Geschwindigkeitsüberschreitung wahrnehmbar zu machen. Abgesehen von akustischen Signalen regelt die Oberfläche auch die Innentemperatur und liefert technische Informationen zum aktuellen Zustand des Fahrzeugs.

Ein Unternehmen, dass sich mit der Weiterentwicklung von Infotainment-Systemen beschäftigt, ist Aptiv – Technologieanbieter und Softwareschmiede. In enger Kooperation mit Volvo arbeitete Aptiv daran, das System Android Automotive im neuen E-Modell Polestar 2 sowie in dem kommenden, ebenfalls elektrisch betriebenen Volvo XC40 zu implementieren.

Auf dem Weg zum Ökosystem

Um eine Software-definierte-Plattform optimal nutzen zu können, bietet sich ein Ökosystem an, in dem OEMs gemeinsam mit ihren Partnern Apps für Fahrzeuge entwickeln. Dabei gehen sie ähnlich vor wie die Smartphone-Anbieter in der Vergangenheit. Beispiel Apple: Das Unternehmen aus Cupertino setzte bei der Entwicklung seiner Apps auf Kreativität und gestattete auch Drittanbietern, Apps für iTunes zu entwickeln. Auf die gleiche Weise könnten die Automobilhersteller mit der Öffnung ihrer Plattformen von der Kompetenz ihrer Partner profitieren.

Bei modernen Lösungen werden die Apps regelmäßig und automatisiert über so genannte Over-the-Air-Updates (OTA) aktualisiert, die bei Smartphones bereits Standard sind. Dadurch steht den Nutzern ein stets aktueller Funktionsumfang zur Verfügung, und auch beim Thema Sicherheit sind sie immer auf dem neuesten Stand. 

Ausblick und Fazit

Durch die technologische Entwicklung nimmt die Leistungsfähigkeit von Infotainment-Anwendungen für Fahrzeuge weiter zu. Mit der neuen 5G-Mobilfunktechnologie können neue Dienste nahezu in Echtzeit bereitgestellt werden, indem sie On-Board- mit Off-Board-Funktionen in der Cloud integrieren.

Die Smartphone-Hersteller haben die Pionierarbeit geleistet. Auf Basis ihrer Erfahrungen kann die Automobilindustrie Fahrzeuge in digitale Knotenpunkte verwandeln und den Nutzern personalisierte und einfach zu bedienende Lösungen bereitstellen.

Alwin Bakkenes, Vice President, AS&UX Global Product Lines
Alwin Bakkenes
Vice President, AS&UX Global Product Lines, Aptiv

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