Agenten wie Meta Muse und OpenAI dots scheitern an immer mehr Websites. Cloudflare blockiert sie seit September standardmäßig auf Seiten mit Werbung.
Amazon, Delta und Banken sperren KI-Agenten aus

Immer mehr Websites verwehren KI-Agenten den Zugang, die im Auftrag von Nutzern einkaufen, buchen oder Konten verwalten sollen. Das berichtet The Verge. Betroffen sind unter anderem der KI-Agent Muse von Meta, Grok von xAI, dots von OpenAI und der Assistent Instinct. Laut den Berichten verhindert Delta Air Lines, dass Agenten Tickets buchen. Die Banken JPMorgan Chase und Charles Schwab blockieren den Zugriff von Agenten auf Kundenkonten und begründen das mit Sicherheitsbedenken. Yelp lässt nur Agenten zu, die für sein Programm zur Datenlizenzierung bezahlen.
Amazon sperrt Muse
Amazon hatte Anfang Oktober den Agenten Muse von seiner Handelsplattform ausgeschlossen. Dessen weiterer Zugriff verstoße gegen die Richtlinien der Website, erklärte Amazon laut Bloomberg. Nutzer berichten auch von Problemen mit Grok, Instinct und dots bei Amazon. In der robots.txt-Datei von Amazon sind unter anderem die Agenten ChatGPT-User, Claude-User, Perplexity-User und meta-externalagent für die gesamte Website ausgeschlossen.
Bereits im November 2025 hatte Amazon das Unternehmen Perplexity verklagt, um dessen Browser-Agenten Comet am Einkaufen in Kundenkonten zu hindern. Amazon warf Perplexity vor, zu verschleiern, wenn ein Bot im Auftrag eines Menschen handelt. Im März 2026 erwirkte Amazon eine einstweilige Verfügung, die ein Berufungsgericht im August aufhob. Amazon hat seine Klage inzwischen erweitert. Perplexity argumentiert, Amazon wolle Agenten fernhalten, weil dadurch weniger Menschen seine Werbung sähen.
Cloudflare blockiert KI-Agenten auf Werbeseiten
Hinzu kommen technische Sperren. Seit dem 15. September blockiert der Infrastrukturanbieter Cloudflare für neu eingerichtete Domains standardmäßig sowohl Bots für das KI-Training als auch Agenten, die von Nutzern gestartet werden, auf allen Seiten, die Werbung anzeigen. Suchmaschinen-Crawler bleiben erlaubt. Cloudflare begründet das damit, dass Werbung ein Hinweis darauf sei, dass eine Seite für Menschen gemacht wurde. Bestehende Domains, die zuvor KI-Bots blockierten, wurden auf dieselbe Regel umgestellt. Laut Cloudflare blockieren weniger als 1 Prozent der Websites im Netz des Anbieters Suchmaschinen-Bots, 17 Prozent schränken das KI-Training ein.
Teils blockieren Websites Agenten auch unbeabsichtigt über herkömmliche Schutzmaßnahmen gegen Spam und automatisierten Missbrauch. Die Immobilienplattform Zillow erklärte gegenüber TechCrunch, sie lasse Agenten im Auftrag von Verbrauchern grundsätzlich zu, ihre Schutzmaßnahmen gegen Scraping könnten aber gelegentlich einzelne Agenten blockieren. Ein einheitlicher Standard, mit dem Websites den Zugang für Agenten regeln können, existiert bislang nicht.
(red)




