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Gesundheit entscheidend

Länger arbeiten als geplant? Fast jeder dritte Beschäftigte sagt Ja

30 Prozent der Beschäftigten ab 55 Jahren in Deutschland können sich vorstellen, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus berufstätig zu bleiben.

Länger arbeiten als geplant? Fast jeder dritte Beschäftigte sagt Ja

Eine Studie des europäischen HR-Unternehmens SD Worx zeigt zugleich, dass für viele andere ein früherer Ausstieg attraktiv ist. Entscheidend sind vor allem die Gesundheit, die Arbeitsbedingungen und die persönliche Zufriedenheit.

Gesundheit beeinflusst den Rentenwunsch

Mehr als die Hälfte der befragten Beschäftigten ab 55 Jahren in Deutschland würde gerne früher aus dem Berufsleben ausscheiden. Dabei stehen finanzielle Aspekte nicht im Vordergrund. 62 Prozent nennen den Wunsch, sich stärker um ihre Gesundheit zu kümmern. Für 51 Prozent ist mehr Zeit für Familie und persönliche Interessen wichtig, während 44 Prozent andere Aktivitäten oder persönliche Lebensziele verwirklichen möchten.

Auch die Belastungen im Berufsalltag spielen eine Rolle. 27 Prozent führen psychischen Stress als Grund für einen früheren Ruhestand an, 23 Prozent verweisen auf körperlich anstrengende Arbeit. Ein Drittel der Befragten berichtet zudem von nachlassender Motivation.

Wie stark die Gesundheit ins Gewicht fällt, zeigt auch der europäische Vergleich: In Deutschland nennen 62 Prozent diesen Aspekt, während der Durchschnitt der untersuchten Länder bei 53 Prozent liegt. In Rumänien ist der Anteil mit 72 Prozent am höchsten.

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Zufriedenheit spricht für längere Beschäftigung

Trotz dieser Vorbehalte bewertet die Mehrheit der älteren Beschäftigten ihre aktuelle Arbeit positiv. 79 Prozent fühlen sich körperlich und mental in der Lage, ihren Beruf weiterhin auszuüben. 84 Prozent empfinden ihre Tätigkeit als sinnvoll, 83 Prozent sind mit ihrem Job zufrieden. Zudem geben 70 Prozent an, bei der Arbeit Anerkennung zu erhalten.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass längere Erwerbsphasen nicht allein von finanziellen Anreizen oder dem gesetzlichen Rentenalter abhängen. Auch die Frage, ob Beschäftigte ihre Aufgaben als sinnvoll erleben und sich gesundheitlich dazu in der Lage fühlen, dürfte entscheidend sein.

Wenig Interesse an einem Jobwechsel

Ein Wechsel des Arbeitgebers steht für die Altersgruppe kaum im Mittelpunkt. Lediglich drei Prozent suchen aktiv nach einer neuen Stelle. Auch interne Veränderungen sind für vergleichsweise wenige Beschäftigte ein Thema. Bei der Weiterbildung zeigt sich ebenfalls Zurückhaltung: 52 Prozent möchten derzeit keine entsprechenden Angebote wahrnehmen.

Für Unternehmen stellt sich damit die Frage, wie sie erfahrene Beschäftigte langfristig halten und gleichzeitig deren Bedürfnisse berücksichtigen können. Dazu gehören Arbeitsbedingungen, die körperliche und psychische Belastungen begrenzen, ebenso wie Anerkennung und Möglichkeiten, die eigene Tätigkeit sinnvoll zu gestalten.

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Demografischer Wandel erhöht den Handlungsdruck

Der Hintergrund ist eine zunehmend alternde Bevölkerung. Nach Angaben von Eurostat stieg der Anteil der mindestens 65-Jährigen in Europa von 17 Prozent im Jahr 2005 auf 22 Prozent im Jahr 2025. Die Europäische Kommission rechnet damit, dass die Erwerbsbevölkerung zwischen 2022 und 2070 trotz steigender Erwerbsquoten von Frauen und älteren Menschen um rund zwölf Prozent zurückgeht.

Bereits heute berichten 55 Prozent der deutschen HR-Verantwortlichen von einem Mangel an Arbeitskräften. Europaweit liegt der Anteil bei 52 Prozent.

Thomas Walther, Sales Director Deutschland bei SD Worx, betont deshalb die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen. Länger zu arbeiten sei nicht allein eine Frage des Rentenalters. Unternehmen müssten vielmehr ein Umfeld schaffen, in dem Beschäftigte gesund bleiben, Anerkennung erfahren und ihre Arbeit als sinnvoll erleben. Damit steigt die Bedeutung von Maßnahmen, die längere Erwerbsphasen ermöglichen, ohne die Beschäftigten zusätzlich zu belasten.

(red/SD Worx)

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