Die Ransomware-Gruppe droht mit der Veröffentlichung angeblich gestohlener Daten der Fast-Food-Kette. Belege oder Datenproben gibt es bislang nicht.
The Gentlemen listet KFC auf Leak-Seite

Die Ransomware-Gruppe The Gentlemen hat die Fast-Food-Kette KFC am 10. Oktober auf ihrer Leak-Seite im Darknet als Opfer aufgeführt. Sie droht mit der Veröffentlichung angeblich gestohlener Daten, sollte KFC nicht verhandeln. Datenproben hat die Gruppe nicht veröffentlicht. KFC hat einen Angriff bislang nicht bestätigt, eine Anfrage von Cybernews blieb zunächst unbeantwortet.
KFC betreibt nach Angaben von Cybernews mehr als 31.980 Restaurants in über 150 Ländern und Gebieten und bedient täglich mehr als zwölf Millionen Kunden. Ransomware-Gruppen orientieren sich bei ihren Lösegeldforderungen häufig am Jahresumsatz eines Unternehmens und verlangen typischerweise 0,7 bis 5 Prozent.
Frühere Vorfälle im Umfeld von KFC
Im Juli 2026 störte ein Ransomware-Angriff auf Nichirei, Japans größten Logistiker für Kühlketten, die Lieferung von Tiefkühlware an KFC Japan und andere Händler. Ende September meldete Desert De Oro Foods, ein US-Franchisenehmer mit Filialen von Taco Bell, KFC und Pizza Hut, ein Datenleck. Angreifer hatten Zugriff auf das E-Mail-Konto und den Rechner eines Beschäftigten erlangt und Daten aktueller und ehemaliger Mitarbeiter erbeutet. 2023 bestätigte Yum! Brands, Mutterkonzern von KFC, Pizza Hut und Taco Bell, einen Angriff, bei dem Mitarbeiterdaten offengelegt wurden.
Abspaltung von Qilin
The Gentlemen ist seit Juli 2025 aktiv und arbeitet nach dem Modell Ransomware-as-a-Service mit doppelter Erpressung: Die Gruppe verschlüsselt Systeme und stiehlt zugleich Daten. Laut dem Sicherheitsunternehmen Halcyon entstand sie aus ArmCorp, einer rund 20 Mitglieder umfassenden Partnergruppe der Ransomware Qilin. Auslöser der Trennung war demnach ein Streit über nicht gezahlte Provisionen von rund 48.000 US-Dollar. Die erste Probe der Ransomware tauchte fünf Tage nach der öffentlichen Beschwerde auf, die Adresse der Leak-Seite war bereits fest im Code hinterlegt. Forscher von AhnLab werten die technische Ausführung als Hinweis auf ein koordiniertes Team.
Zu den jüngst von der Gruppe genannten Opfern gehören der spanische Rüstungs- und IT-Konzern Indra, die Münchner Datenaustauschplattform FTAPI, die niederländische Eissporthalle Thialf, der Nahverkehrsbetreiber LA Metro und die Jobplattform Glassdoor.
(red)




