Nur 38 Prozent der Personal- und IT-Chefs haben ein gemeinsames Verständnis, wie KI die Arbeit verändert. Gartner nennt vier Ansatzpunkte.
Gartner: Personal- und IT-Chefs uneins über KI-Folgen

Nur 38 Prozent der Personalvorstände (CHROs) und IT-Chefs (CIOs) haben ein gemeinsames Verständnis davon, wie KI die Arbeitswelt verändert. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gartner hervor. Vorgestellt hat die Ergebnisse Rachel Juley, Senior Director Analyst bei Gartner, auf der Gartner HR Symposium/Xpo in London. Daraus leitet Gartner vier Punkte ab, die Personalchefs über CIOs wissen sollten.
CIOs übernehmen Personalfragen
Die Verantwortung von CIOs reicht laut Gartner zunehmend über die Technik hinaus. Da KI-Projekte Entscheidungen über Beschäftigte schneller erzwingen, als die klassische Personalplanung sie liefern kann, übernehmen CIOs Aufgaben bei Qualifizierung, Einführung und Veränderungsmanagement.
„Mit der Ausweitung des KI-Einsatzes sind CIOs zunehmend für Herausforderungen bei den Beschäftigten verantwortlich, für die sie traditionell nie zuständig sein sollten.“
Rachel Juley, Senior Director Analyst bei Gartner
Gartner empfiehlt, HR-Fachleute vorübergehend direkt in gemischte KI-Teams einzubinden oder diese Teams im Umgang mit HR-Instrumenten wie Kompetenzmodellen zu schulen.
Unklare Zuständigkeiten
CIOs werden laut Gartner stärker an den Ergebnissen von KI-Projekten gemessen, während die dafür nötigen Fähigkeiten auf mehrere Führungskräfte verteilt sind. Unklare Zuständigkeiten führen demnach zu Lücken bei der Umsetzung. Gartner rät, gemeinsame Verantwortung für zentrale Unternehmensfähigkeiten festzuschreiben und den Erfolg an gemeinsamen Kennzahlen statt an Bereichszielen zu messen.
Versteckte Personalkosten
KI-Investitionen werden häufig nur aus technischer Sicht bewertet. Business Cases sollten laut Gartner auch Kosten für Personal und Organisation einbeziehen, etwa Vergütung und Bindung von KI-Fachkräften, Folgen für Produktivität und Fluktuation, die Organisationsstruktur sowie die Wirkung auf die Arbeitgebermarke.
Rolle von HR in der KI-Transformation
Die größten Hürden für den Nutzen von KI liegen laut Gartner zunehmend außerhalb der Technik, da sich Arbeit, Belegschaft und Betriebsmodelle verändern müssen. Personalabteilungen sollen deshalb als Partner bei der KI-Strategie auftreten, die Personalplanung und den Umbau der Belegschaft vorantreiben und die Organisationsstruktur mitgestalten.
(red)




