Qualcomm öffnet seine Snapdragon-X2-Prozessoren offiziell für Linux und startet zunächst mit Debian und Ubuntu.
Qualcomm hat auf dem Snapdragon Summit in Maui angekündigt, seine Snapdragon-X2-Prozessoren künftig offiziell als Plattform für Linux zu unterstützen. Die Snapdragon-X2-Serie verfügt über eine NPU mit einer Leistung von 80 Billionen Operationen pro Sekunde, mit der sich fortgeschrittene KI-Funktionen direkt auf dem Gerät ausführen lassen.
Meistgewünschte Funktion von Entwicklern
In einem Blogbeitrag bezeichnet Qualcomm die Linux-Unterstützung als eine der am häufigsten gewünschten Funktionen von Entwicklern. Das Unternehmen erklärt dazu:
„Qualcomm Technologies gehört zu den größten Beitragenden zur Linux-Entwicklung auf Kernel-Ebene, und jetzt unterstützen wir Snapdragon X2 Series direkt als Plattform. Wir stellen zentrale Treiber für Snapdragon X2 Series, einschließlich der Hexagon-NPU und der Adreno-GPU, im Upstream bereit, um Entwicklern und Partnern die Tür zu öffnen.“
Qualcomm
Start mit Debian und Ubuntu
Qualcomm beginnt die Unterstützung mit zwei auf Linux basierenden Betriebssystemen. Debian soll noch bis Ende dieses Jahres unterstützt werden. Für Ubuntu ist Qualcomm eine Partnerschaft mit Canonical eingegangen, mit dem Ziel einer offiziellen Snapdragon-X2-Zertifizierung im ersten Halbjahr 2027.
Nach Angaben von Qualcomm ist dies erst der Anfang: Die Partnerunternehmen HP, Asus und Humain planen eigene Linux-Unterstützung für ihre Geräte mit Snapdragon X2 bereits für Anfang 2027.
Was der aktuelle Entwicklerstand bedeutet
Der Entwickler-Blog von Qualcomm bezeichnet den Schritt als bedeutenden Fortschritt für das eigene Bekenntnis zu einem entwicklerorientierten Ansatz und zur Open-Source-Community. Für Entwickler bedeute dies vor allem, dass zunehmend mehr grundlegende Hardware-Funktionen geprüft und in den offiziellen Linux-Quellcode aufgenommen würden, wodurch sich Laptops mit Snapdragon X2 unter Linux künftig leichter bauen, testen und debuggen ließen.
Die bisher abgeschlossenen Vorarbeiten wurden auf Basis eines Debian-13-Systems mit dem Codenamen „Trixie“ sowie einem angepassten Kernel validiert, weshalb Entwickler dies vorerst als aktuelle Referenzumgebung betrachten sollten, während die Unterstützung weiter ausreift. Die Linux-Unterstützung für Laptops mit Snapdragon X2 werde schrittweise ausgerollt, beginnend mit den grundlegenden Bausteinen, die Entwickler benötigen, bevor produktionsreife Arbeiten an eigenen Geräten möglich sind.
So können Entwickler bereits jetzt loslegen
Wer schon jetzt experimentieren möchte, kann laut Qualcomm mit vorhandener Snapdragon-X2-Hardware starten, die aktuellen Bauanleitungen für Qualcomm-Linux-Debian-Images auf GitHub nutzen, verfügbare Upstream-Quellen für das Debian-Betriebssystemabbild kompilieren und relevante Komponenten wie Grafik, KI-Inferenz, Geräte-Ein- und -Ausgabe oder grundlegende Anwendungsstarts testen. Frühes Testen helfe dabei, wichtige Lücken zu identifizieren, bevor die Unterstützung breiter und produktionsreif werde. Wer mit dem Arbeiten anhand von Upstream-Quellcode vertraut ist, kann Snapdragon-X2-Hardware bereits heute evaluieren, entsprechende Bauanleitungen stellt Qualcomm über seine Entwicklerdokumentation bereit. In der aktuellen Ausbaustufe unterstützt Qualcomm Linux dabei systemd-boot als UEFI-Bootmanager zum Laden und Starten des Linux-Kernels.
Auf dem Snapdragon Summit in Maui zeigte Qualcomm bereits praktische Vorführungen von Linux auf Snapdragon-X2-Hardware. Laut dem Entwickler-Blog des Unternehmens soll dies einen praktischen Einblick geben, was bereits heute funktioniert und wohin sich die Linux-Unterstützung für Snapdragon X2 als Nächstes entwickelt.
(red)