Grenzen der Technik

iPhone Duo: Die Herausforderung hinter dem Klapp-Versprechen

iPhone Duo
Bildquelle: Apple

Mit dem faltbaren iPhone Duo rückt die Präzisionsfertigung winziger Bauteile in den Fokus. Ein Laserhersteller warnt vor Engpässen.

Apple hat am 9. September 2026 mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Nach Angaben des Unternehmens besteht allein das Scharnier des Geräts aus mehr als 100 Bauteilen, ergänzt um Stützrippen für die Steifigkeit und Antennenaussparungen mit Keramikfaser-Einsätzen zur Verstärkung des Rahmens. Anders als Samsung, das für die Displays des Galaxy Z Fold8 eine Falttest-Haltbarkeit von 500.000 Faltvorgängen bewirbt, nennt Apple für das iPhone Duo keine konkrete Zahl. Aus Sicht des litauischen Femtosekundenlaser-Herstellers LITILIT zeigt der Marktstart exemplarisch einen branchenweiten Trend: Je kleiner, dünner und komplexer Elektronikgeräte werden, desto größer wird der Druck auf die Fertigung einzelner Bauteile, die wiederholtem Falten, Schneiden und Verarbeiten ohne Risse oder Hitzeschäden standhalten müssen.

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iPhone Duo
Das präzise Scharnier des iPhone Duo soll sich flüssig und leichtgängig anfühlen. Bildquelle: Apple

Femtosekundenlaser für empfindliche Bauteile

Femtosekundenlaser erzeugen Lichtpulse, die nur den Bruchteil einer billiardstel Sekunde dauern. Dadurch lassen sich Materialien bearbeiten, ohne die umgebende Fläche zu überhitzen – auch dann, wenn Bauteile eng beieinanderliegen. Nikolajus Gavrilinas, Mitgründer und Geschäftsführer von LITILIT, erklärte:

„Der Markt für elektronische Bauteile treibt die Fertigung immer näher an ihre Grenzen. In der Unterhaltungselektronik kann schon ein winziger Defekt zu einem Riss werden, der das gesamte Bauteil unbrauchbar macht. Femtosekundenlaser lösen dieses Problem, weil ihre Pulse so kurz sind, dass Material verdampft, bevor sich Hitze ausbreiten kann – so lassen sich empfindliche Bauteile nahe an aktiver Schaltungstechnik bearbeiten, ohne Hitzeschäden oder Rückstände zu hinterlassen, die Kurzschlüsse verursachen könnten.“

Nikolajus Gavrilinas, Mitgründer und Geschäftsführer von LITILIT

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Laut Gavrilinas eignen sich die Laserpulse auch für die Fertigung von OLED-Displays, wie sie in Falt-Bildschirmen und Smartwatches verbaut werden, da bereits wenige Mikrometer Hitzeschaden Schichten wie organische Leuchtdioden, Schaltungen oder Schutzschichten beschädigen könnten.

Foldables wie iPhone Duo: Herausforderung bei der Laserproduktion selbst

Nach Angaben von Gavrilinas ist die Herstellung solcher Hochpräzisionslaser selbst aufwendig, da sie stark auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen sei. Die wachsende Nachfrage aus der Unterhaltungselektronik sowie aus schnelllebigen Bereichen wie Halbleiter- und Rechenzentrumsfertigung könne das Angebot an solchen Lasern übersteigen. LITILIT erklärt, diesem Problem mit einem eigenen Laserdesign begegnet zu sein, das auf reduzierte Bauteilkomplexität, modularen Aufbau und einen hohen Automatisierungsgrad setze, um Fertigung und Integration in bestehende Produktionslinien zu beschleunigen.

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Eigene Fertigungskapazitäten im Aufbau

LITILIT stützt sich nach eigenen Angaben auf mehrere Patente der Mitgründer Kęstutis Regelskis, Nerijus Rusteika und Gavrilinas, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für physikalische Wissenschaften und Technologie (FTMC) in Vilnius entwickelt wurden. Das Unternehmen gibt für seine Laserarchitektur einen elektrisch-optischen Wirkungsgrad von rund 20 Prozent an und bezeichnet dies als starken Wert für die Branche – eine Einschätzung, die sich nicht unabhängig überprüfen lässt.

Im Juni 2026 begann LITILIT den Bau einer eigenen Fabrik für Femtosekundenlaser, die nach Unternehmensangaben in einigen Monaten die Produktion aufnehmen soll. Im ersten Produktionsjahr sollen rund 1.000 Laser gefertigt werden, mittelfristig soll die Jahreskapazität auf 3.000 Geräte steigen. Nach eigener Einschätzung wäre das Unternehmen damit auf dem Weg, zum weltweit größten Hersteller von Femtosekundenlasern zu werden; zudem plant LITILIT, die Laserproduktion gemeinsam mit internationalen Partnern auf weitere Länder auszuweiten.

(red/LITILIT)

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