Apple hat auf seinem Herbst-Event die neuen iPhone-18 Modelle vorgestellt. Zum ersten Mal führt nicht Tim Cook durch die Keynote. Die Präsentation markiert zudem den Amtsantritt von John Ternus als neuem CEO des Konzerns.
Neuer CEO und Fokus auf Apple Intelligence
John Ternus, zuvor Senior Vice President of Hardware Engineering, hat die Rolle des CEO von Tim Cook übernommen. Er eröffnete die Keynote mit einem Bekenntnis zu den Unternehmenswerten und kündigte eine tiefere KI-Integration in Apples Geräte und Dienste an. Dabei positionierte er Apple deutlich gegen andere KI-Anbieter beim Thema Datenschutz: Persönliche Daten würden weiterhin primär auf dem Gerät und über die Cloud-Infrastruktur Private Cloud Compute verarbeitet, ohne dauerhafte Speicherung auf fremden Servern. „Nicht einmal Apple kann auf das zugreifen, was dir gehört“, so Ternus.
Siri erhält ein größeres Update: Der Assistent soll persönlichen Kontext geräteübergreifend erkennen, etwa aus Mail und Nachrichten, und direkt Aktionen in Apps ausführen, auch in Anwendungen von Drittanbietern. Eine neue Siri-App landet auf dem Homescreen, dazu kommen ausdrucksstärkere, individuell anpassbare Sprachausgaben sowie eine tiefere Integration in die Kamera-App, über die sich etwa mehrere Kalendertermine per Sprachbefehl anlegen lassen. Einige der leistungsstärkeren Funktionen laufen über Servermodelle und unterliegen Nutzungslimits, die sich mit einem iCloud-Plus-Abo erweitern lassen.
iPhone 18 Pro und Pro Max
Die neuen Topmodelle laufen mit dem A20 Pro, einem komplett neuen, in 2-Nanometer-Fertigung hergestellten Chip. Er bringt eine 6-Kern-CPU mit zwei „Super Cores“, eine 7-Kern-GPU mit bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung sowie eine auf 32 Kerne erweiterte Neural Engine mit, die On-Device-KI-Modelle beschleunigen soll. Ein neu gestaltetes Chip-Package sowie eine deutlich größere Vapor Chamber, mit dreifacher Fläche gegenüber dem Vorgänger, sollen für mehr Kühlleistung und Dauertakt sorgen.

Apple verspricht dadurch die bislang längste Akkulaufzeit der iPhone-Geschichte: bis zu 36 Stunden Videowiedergabe beim iPhone 18 Pro und bis zu 45 Stunden beim Pro Max, bei typischer Nutzung 24 beziehungsweise 30 Stunden pro Ladung.

Bei der Kamera setzt Apple erstmals eine variable Blende ein, realisiert über sechs lasergeschnittene, haardünne Blätter aus einem speziellen Polymerverbund. Sie passt sich automatisch an die Lichtverhältnisse an, öffnet sich in dunkler Umgebung um bis zu 50 Prozent weiter und erlaubt so mehr Kontrolle über Lichteinfall und Schärfentiefe. Neue „Pro Controls“ ermöglichen zudem manuelle Einstellungen von Weißabgleich, Histogramm, Blende und Verschlusszeit für Foto und Video. Mit „Apple Reference Image“ führt Apple außerdem eine Funktion zum Nachweis der Bildauthentizität ein: Die Kamera signiert Bilddaten bereits bei der Aufnahme auf Pixelebene, Private Cloud Compute macht daraus ein unveränderliches „digitales Negativ“ in der Fotos-App. Bei Video kommen unter anderem 4K-Zeitraffer in Dolby Vision HDR sowie ein nachträglich anwendbarer Cinematic Mode hinzu.

Die Farben: Schwarz, Silber, „Glacier“-Blau und Burgunderrot. Preise starten bei 1.199 US-Dollar (iPhone 18 Pro, 256 GB) beziehungsweise 1.299 US-Dollar (Pro Max), neu ist eine 2-TB-Option. Vorbestellungen starten am 12. September, Verkaufsstart ist der 18. September.
iPhone Duo: Apples erstes faltbares iPhone
Apple hat mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone vorgestellt, geöffnet das dünnste iPhone aller Zeiten. Das Gehäuse besteht aus poliertem Grad-5-Titan, gehalten von einem Präzisionsscharnier aus über 100 Bauteilen mit Magnetverschluss; das Gerät ist IP68-zertifiziert und wird vorn wie hinten von Ceramic Shield (2) geschützt. Innen sitzt ein 7,6-Zoll-Super-Retina-XDR-Display, 50 Prozent größer als beim iPhone 18 Pro Max, außen ein 5,4-Zoll-Display mit 90 Prozent der Bildschirmfläche des 18 Pro. Beide Displays bieten ProMotion, Always-On und bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit, dazu ein nano-texturiertes, kratzfestes Finish, das Blendung und die Sichtbarkeit der Falzlinie minimiert.

Angetrieben wird das Duo vom A20 Pro im 2-Nanometer-Verfahren, der dank neuem Chip-Package und custom Vapor Chamber bis zu 35 Prozent bessere Dauerleistung als das iPhone 17 Pro liefert. Die 6-Kern-CPU ist rund 20 Prozent schneller, die 7-Kern-GPU rund 40 Prozent, hinzu kommt eine neue duale 16-Kern Neural Engine mit doppelter Rechenleistung sowie 50 Prozent mehr Speicherbandbreite.
Bei der Kamera setzt Apple auf eine 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit integriertem optischem 2x-Tele sowie eine 48-MP-Fusion-Ultraweitwinkelkamera, ergänzt um eine unter dem Innendisplay verborgene FaceTime-Kamera. Die Faltbauweise ermöglicht neue Funktionen wie Smart Take, Duo Preview, Kid Cue und Duo FaceTime; bei Video sind 4K120fps in Dolby Vision sowie ein nachträglich bis 60 fps anwendbarer Cinematic-Modus möglich. Softwareseitig läuft ein für die Faltform überarbeitetes iOS 27 mit seitlich angeordneten Bedienelementen, erstmaliger Split-View-Multitasking-Unterstützung und erweitertem StandBy-Modus, dazu Zugriff auf die neue „Siri AI“ samt Apple Intelligence und Private Cloud Compute.

In Sachen Konnektivität ist das Duo weltweit eSIM-only ausgestattet, nutzt den N1-Chip für Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread sowie das C2-Modem mit mmWave-Unterstützung in den USA; iPhone Handoff erlaubt den Wechsel zwischen zwei Geräten mit derselben Rufnummer. Zwei Batterien, eine je Seite, sorgen für bis zu 31 Stunden Videowiedergabe bei Nutzung des Innendisplays, bis zu 44 Stunden bei Nutzung des Außendisplays und bis zu 24 Stunden bei gemischter Nutzung; Schnellladen bringt das Gerät in rund 20 Minuten (kabelgebunden) beziehungsweise 30 Minuten (kabellos) auf 50 Prozent.
Entsperrt wird per Touch ID in der Seitentaste oder alternativ über eine gekoppelte Apple Watch, Apple-Pencil-Unterstützung über USB-C folgt später im Jahr. Das iPhone Duo ist in den Farben Star White und Night Sky erhältlich, dazu bietet Apple passende Folio- und Case-Hüllen in Navy Blue, Taupe und Sand an, allesamt MagSafe- und Qi2-kompatibel. Beim Thema Nachhaltigkeit besteht das Gerät zu 35 Prozent aus recycelten Materialien, darunter 100 Prozent recyceltes Kobalt im Akku und 100 Prozent recyceltes Titan im Scharnierdeckel.
Der Startpreis liegt bei 1.999 US-Dollar.
Die Specs der iPhone-Modelle in der Zusammenfassung
iPhone 18 Pro
- Chip: A20 Pro, 2-Nanometer-Fertigung
- CPU: 6-Kern mit zwei „Super Cores“
- GPU: 7-Kern, bis zu 40 % mehr Grafikleistung als Vorgänger
- Neural Engine: 32 Kerne
- Kühlung: neu gestaltetes Chip-Package, größere Vapor Chamber
- Display: ca. 6,3″ (laut Branchenberichten, nicht offiziell im Artikel genannt)
- Akkulaufzeit: bis zu 36 Std. Videowiedergabe (max.), 24 Std. bei typischer Nutzung
- Kamera: variable Blende mit sechs lasergeschnittenen Blättern, passt sich automatisch an Licht an (bis zu 50 % weiter in Dunkelheit); „Pro Controls“ für manuellen Weißabgleich, Histogramm, Blende, Verschlusszeit; „Apple Reference Image“ zur Bildauthentifizierung
- Video: 4K-Zeitraffer in Dolby Vision HDR, nachträglich anwendbarer Cinematic Mode
- Farben: Schwarz, Silber, Glacier-Blau, Burgunderrot
- Speicher: ab 256 GB, neu bis 2 TB
- Preis: ab 1.199 US-Dollar (256 GB)
- Vorbestellung/Verkaufsstart: 12. / 18. September
iPhone 18 Pro Max
- Gleiche Chip-, Kamera- und Software-Ausstattung wie das Pro
- Display: ca. 6,9″ (laut Branchenberichten)
- Akkulaufzeit: bis zu 45 Std. Videowiedergabe (max.), 30 Std. bei typischer Nutzung
- Preis: ab 1.299 US-Dollar (256 GB)
- Vorbestellung/Verkaufsstart: 12. / 18. September
iPhone Duo (faltbar)
- Bauweise: durchgehender Titanrahmen, eigens entwickeltes Scharnier für planen Bildschirm im geöffneten Zustand
- Innendisplay: 7,6″ Super-Retina-XDR, 50 % größer als beim 18 Pro Max
- Außendisplay: 5,4″, 90 % der Bildschirmfläche des 18 Pro
- Bedienung: überarbeitetes iOS-Layout mit vertikalem Dock und randnahen Bedienelementen; automatischer Wechsel zwischen Displays je nach Zustand
- Kamera: 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit optischem 2×-Tele, 48-MP-Fusion-Ultraweitwinkel, versteckte FaceTime-Kamera unter dem Innendisplay; neue Foldable-Features wie Smart Take, Duo Preview, Kid Cue, Duo FaceTime; 4K120fps Dolby Vision, Cinematic-Modus nachträglich bis 60 fps
- Stift: Apple-Pencil-Unterstützung für beide Displays folgt später im Jahr
- Entsperren: Touch ID in der Seitentaste, alternativ per gekoppelter Apple Watch
- Farben: Star White, Night Sky
- Preis: ab 1.999 US-Dollar (256 GB)
- Vorbestellung/Verkaufsstart: 16./23. Oktober
AirPods 5 und Apple Watch Series 12 / Ultra 4
Die neuen AirPods 5 behalten das offene Ohrdesign, liefern laut Apple aber satteren Klang über mehr Ohrformen hinweg und erhalten erstmals aktive Geräuschunterdrückung, 50 Prozent wirksamer als beim Vorgänger. Dazu kommen freihändiger Siri-Zugriff und Live-Übersetzung. Preis: 129 US-Dollar. Ein zweites Modell mit Lautstärkeregler am Stiel, längerer Akkulaufzeit und kabellosem Ladecase mit Qi- und Watch-Unterstützung kostet 149 US-Dollar. Beide sind ab dem 18. September erhältlich.

Bei der Apple Watch Series 12 und der Apple Watch Ultra 4 hat Apple das Gesundheits-Sensorsystem überarbeitet: größere Elektrodenfläche für EKG-Messungen, neu angeordnete Fotodioden und effizientere LEDs sollen die Herzfrequenz künftig 60-mal häufiger messen als bisher, die Herzfrequenzvariabilität 24-mal häufiger. In einer eigenen Studie gegen einen EKG-Brustgurt habe die Apple Watch die genaueste Herzfrequenzmessung unter allen getesteten Wearables geliefert, so Apple.

Neue Funktionen sind Readiness, eine tägliche Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit auf Basis von Aktivität, Vitalwerten und Schlaf, sowie Audio Intelligence mit Sound Recognition zur Erkennung von Umgebungsgeräuschen, Live Rewind zum Zurückspulen von Gesprächen um 15 Sekunden und der automatischen Gesprächszusammenfassung Siri Recap. Letztere lässt sich zeitlich einschränken und jederzeit über das Kontrollzentrum deaktivieren; laut Apple werden dabei keine Audioaufnahmen gespeichert.
Die Health App auf dem iPhone bekommt zudem ein neues, KI-gestütztes Design mit den Funktionen Health Age, einem Vergleich von Gesundheitsmetriken mit dem biologischen Alter, und einem neuen Longevity-Tab. Laborwerte lassen sich künftig manuell eintragen, synchronisieren oder in den USA über ein Blutpanel von Quest für 119 US-Dollar hinzufügen. Die neue Health App soll im späteren Jahresverlauf erscheinen.
Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert …