Fünf grobe Altersstufen

Windows 11 verrät Apps künftig die Altersgruppe der Nutzer

Windows 11
Bildquelle: sdx15/Shutterstock.com

Microsoft entwickelt für Windows 11 eine neue Programmierschnittstelle, über die registrierte Apps künftig die Altersgruppe des angemeldeten Nutzers abfragen können, ohne dabei das tatsächliche Geburtsdatum zu erfahren.

Die zentrale Funktion GetUserAgeRangeAsync liefert dabei eine von fünf vordefinierten Altersspannen zurück: unter 10, 10 bis 12, 13 bis 15, 16 bis 17 sowie 18 und älter, wobei die oberste Kategorie technisch als offenes Intervall ohne feste Obergrenze umgesetzt ist. Kann das System das Alter nicht ermitteln, erhalten Apps stattdessen einen leeren Wert und müssen auf ein eigenes Standardverhalten oder eine eigene Alterssperre zurückgreifen. Eine zweite, ergänzende Funktion namens GetAgeVerificationStatusAsync zeigt zusätzlich an, ob die Altersangabe durch einen unabhängigen Anbieter tatsächlich verifiziert wurde, mit möglichen Rückmeldungen wie verifiziert, nicht verifiziert, bewusst abgelehnt, vorübergehend nicht verfügbar oder nicht zutreffend.

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Microsoft erklärte in der eigenen offiziellen Dokumentation, die Windows-Alters-APIs böten Apps einen datenschutzfreundlichen Mechanismus zur Ermittlung von Altersgruppe und Verifizierungsstatus des angemeldeten Nutzers. Vorgesehen sind die neuen Signale vor allem für Apps mit nutzergenerierten Inhalten, sozialen Funktionen, In-App-Käufen, virtuellen Währungen oder Medieninhalten mit Altersfreigabe. Nicht jede beliebige, auf einem PC installierte App erhält dabei automatisch Zugriff auf diese Information: Eine als Digital Safety Platform bezeichnete Komponente prüft zunächst die Identität der anfragenden App, die zuvor entsprechend bei Microsoft registriert worden sein muss.

Windows 11: Funktion vorerst nur dokumentiert, noch nicht aktiv

Die entsprechenden Schnittstellen sind laut Microsoft bereits im Rahmen der Plattformanforderungen für Windows 11 Version 24H2 dokumentiert, jedoch noch nicht zur Laufzeit aktiv. Das Unternehmen plant, sie im Verlauf des Jahres im Rahmen einer künftigen Windows-11-Version tatsächlich zu aktivieren, bis dahin liefern entsprechende Abfragen lediglich eine unbekannte Altersspanne sowie einen nicht verfügbaren Verifizierungsstatus zurück. Voraussetzung für die Nutzung ist zudem, dass sich der jeweilige Nutzer mit einem Microsoft-Konto angemeldet hat.

Der Vorstoß fällt in eine Phase verstärkter regulatorischer Anforderungen an Altersnachweise weltweit. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom verlangt im Rahmen des dortigen Online Safety Act technisch zuverlässige und robuste Altersprüfungen und schließt in einem eigenen Bericht vom Juli 2026 ausdrücklich aus, dass eine bloße Ableitung des Alters aus dem Nutzungsverhalten für eine verpflichtende Mindestaltersdurchsetzung ausreicht. Die EU-Kommission favorisiert dabei einen datenschutzfreundlichen Ansatz zum Altersnachweis, der Dienste nicht zur Erhebung unnötiger Identitätsdaten zwingt, während Kalifornien mit dem ab 1. Januar 2027 geltenden Digital Age Assurance Act eine vergleichbare Pflicht direkt für Betriebssystemanbieter einführt, wobei quelloffene Systeme durch ein kürzlich verabschiedetes Gesetz ausdrücklich davon ausgenommen wurden.

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(red)

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