Sechsstellige Summen

Jedes fünfte Ransomware-Opfer hat bereits Lösegeld gezahlt

Lösegeld Hacker

Eine repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt, dass 45 Prozent der deutschen Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten von einem Ransomware-Angriff betroffen waren.

Bei 25 Prozent der Unternehmen entstand durch den Ransomware-Angriff ein tatsächlicher Schaden, bei 20 Prozent blieb der Vorfall ohne Folgen, im Vorjahr lagen diese Werte noch bei 34 beziehungsweise 24 Prozent. Die große Mehrheit der betroffenen Unternehmen zahlt trotz eines Angriffs nicht: 66 Prozent überwiesen den Erpressern nichts, 14 Prozent wollten oder konnten dazu keine Angabe machen. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst ordnete die Situation mit Blick auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich verhandelten Fall des Landes Berlin ein:

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„Richtig wäre, nicht zu zahlen. Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff.“

Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

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Selbst eine erfolgte Zahlung biete keine Garantie, weder für eine tatsächliche Entschlüsselung der eigenen Daten noch dafür, dass die Täter die Daten nicht dennoch veröffentlichten oder weiterverkauften. Besser sei eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall, etwa durch vorhandene Backups und aufgestellte Notfallpläne, damit eine Verschlüsselung den Betrieb nicht über längere Zeit lahmlege.

Ransomware: Wer zahlt, überweist meist sechsstellige Beträge

Unter den Unternehmen, die tatsächlich Lösegeld zahlten, überwiesen 37 Prozent zwischen 10.000 und 100.000 Euro, weitere 24 Prozent zwischen 100.000 und 500.000 Euro. 6 Prozent zahlten zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro, 4 Prozent sogar eine Million Euro oder mehr. 26 Prozent der zahlenden Unternehmen machten zur genauen Höhe keine Angabe.

Fünf empfohlene Schutzmaßnahmen

Bitkom empfiehlt Unternehmen fünf konkrete Maßnahmen: eine aktuelle Übersicht über die eigene IT-Landschaft samt Systemen, Datenbeständen und Schnittstellen zu führen, Backups regelmäßig anzulegen und getrennt vom Netz aufzubewahren, Zugänge über Mehr-Faktor-Authentifizierung sowie striktes Rechtemanagement konsequent abzusichern, Angriffe durch durchgängige Auswertung von Protokolldaten möglichst früh zu erkennen sowie den Ernstfall mitsamt klaren Zuständigkeiten, Meldewegen und vorbereiteter Krisenkommunikation regelmäßig zu üben.

(red/Bitkom)

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